Löhdorfer Friedenskirche

Adventskonzert streichelt die Seele

Beim Konzert in der Friedenskirche galt die 2G-plus-Regel, die Zahl der Zuschauer war auf knapp 40 begrenzt. Das Konzert war bereits für 2020 geplant, war wegen des Lockdowns aber abgesagt worden. Foto: Andreas Horn
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Beim Konzert in der Friedenskirche galt die 2G-plus-Regel, die Zahl der Zuschauer war auf knapp 40 begrenzt. Das Konzert war bereits für 2020 geplant, war wegen des Lockdowns aber abgesagt worden.

Musikverein setzte auf 2G plus und eine deutlich reduzierte Besucherzahl

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die „riesengroße Freude darüber, das geplante Konzert spielen zu dürfen“, wie Orchesterleiter Christian Leschowski betonte, war allenthalben im Raum zu spüren: Musiker wie auch Besucher genossen gleichermaßen die Klänge, die das Ensemble den Instrumenten entlockte.

Mit der vierten Sinfonie von Scarlatti, dem c-Moll-Cello- Konzert von Vivaldi und Händels Einzug der Königin von Saba lag der Fokus auf barocker Musik, die ihre filigrane und verspielte Festlichkeit in der Löhdorfer Friedenskirche wunderbar entfaltete. Peter Schneider, Kollege von Leschowski bei den Bergischen Symphonikern, brillierte mit seiner bemerkenswerten Virtuosität auf dem Violoncello und erntete viel begeisterten Applaus beim Vivaldi-Stück.

Scarlattis Sinfonie erklang quirlig und dennoch feierlich und auch der Einzug der Königin von Saba verbreitete in der kleinen und intimen Friedenskirche Pathos und Fröhlichkeit. Dazwischen aber hatte sich ein Stück von Beethoven hineingemogelt: Eigentlich hätte just dieses Programm nämlich schon im letzten Advent präsentiert werden sollen – im Beethoven-Jahr.

„Aus bekannten Gründen“, wie Leschowski in Anspielung auf den damals herrschenden „harten Lockdown“ sagte, „fiel dieses Konzert aber aus“. Die vom Orchester adaptierte sinfonische Fassung des ersten Satzes der „Mondscheinsonate“ aber wäre zu schade gewesen, als dass man sie in der Schublade hätte vergessen dürfen. Die Violinspieler strichen die von Beethoven musikalisch heraufbeschworene nächtliche Stimmung wunderbar auf den Saiten ihrer Instrumente herbei.

Es mag sein, dass viele Zuhörer die zuvor benannte Assoziation von Christian Leschowski beim Zuhören teilten, der bei diesen Klängen vor seinem inneren Auge die Wupper in ihrem Tal „daherwuppern“ sieht, wie er in seiner Zwischenmoderation verriet.

Diesmal musste auf die beliebte Pause mit Glühwein und Gesprächen verzichtet werden. Das im vorletzten Jahr gut angenommene gemeinsame Singen zum Ausklang aber mochten die Verantwortlichen des Konzertes nicht streichen. So erklangen „Macht hoch die Tür“, „Tochter Zion“ und „Maria durch den Dornwald ging“ der knapp 40 Zuhörer, die in großem Abstand zueinander saßen, in die aufgesetzte Mund-Nase-Maske hinein – das verbreitete trotz des „Schalldämpfers“ adventliche Atmosphäre.

Lediglich eine knappe Stunde dauerte das Adventkonzert, dennoch herrschte Dankbarkeit über diese musikalische Pause im Alltag – und darüber, dass der Ohligser Musikverein dies allen Widrigkeiten zum Trotz ermöglicht hatte.

Musikverein

Der Ohligser Musikverein wurde 1860 gegründet und ist nach eigenen Angaben eines der ältesten Laienorchester Nordrhein-Westfalens. Er hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem kleineren Kammerorchester entwickelt, dessen Repertoire von Stücken des Barock bis zur Moderne reicht. 1. Vorsitzende ist Petra Heidelberg, künstlerischer Leiter Christian Leschowski.

www.ohligsermusikverein.de

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