Medienprojekt

ZiSch: ADS-Schüler interviewen renommierten Sportjournalisten

Ronny Blaschke war via Videokonferenz ins Klassenzimmer der ADS zugeschaltet worden.
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Ronny Blaschke war via Videokonferenz ins Klassenzimmer der ADS zugeschaltet worden.

Thema der Videokonferenz war die Situation in Katar.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Wie sieht ein renommierter Sportreporter die Menschenrechtslage in Katar? Schüler und Schülerinnen der August-Dicke-Schule befragten dazu gestern Ronny Blaschke, der sich mit dem Ausrichterland der Fußballweltmeisterschaft 2022 intensiv beschäftigt hat. Das Treffen zwischen dem Journalisten und den Schülern der Erprobungsstufe (EF) fand digital via Zoom-Videokonferenz statt. Beim Interview dabei waren auch Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse, die am Medienprojekt „Zeitung in der Schule“ von Solinger Tageblatt und Solinger Morgenpost teilnehmen.

Für Ronny Blaschke stellt sich die Situation in Katar komplexer dar als vielfach an Stammtischen diskutiert. „Katar ist zweifelsohne ein wichtiger Wirtschaftspartner für viele westliche Länder“, sagte er und erinnerte an den jüngsten Deal Deutschlands mit Katar über Gaslieferungen. „Aus meiner Sicht springen solche Aktionen, wie sich den Mund zuzuhalten oder Regenbogen-Armbinde zu tragen, zu kurz beziehungsweise bleiben ein Stück weit scheinheilig.“

„Wir haben im Rahmen der Unterrichtssequenz Menschenbilder die Situation rund um die Weltmeisterschaft in Katar beleuchtet“, erläuterte Lehrer Daniel Nienhaus die Idee, den Journalisten dazu digital ins Klassenzimmer einzuladen. Nach Blaschkes viertelstündigen Impulsvortrag „Foulspiel im System“ über die Geschichte und die geopolitische Lage des arabischen Staates ging es in eine lebhafte Diskussionsrunde mit den Schülern und Schülerinnen.

Dass Katar, obwohl keine klassische Fußball-Nation, sich um die Ausrichtung der WM bemüht hatte, wurde schnell als sogenanntes „Sport-Washing“ entlarvt: Staaten benutzen großformatige internationale Sport-Ereignisse, um ihr Renommee zu verbessern und kritische Blicke von außen dadurch abzulenken. Beispiel: die Olympiade 1936 in Berlin, ausgerichtet vom nationalsozialistischen Deutschland.

Tatsächlich sei es so, dass die FIFA Wirtschaftlichkeit über alles setze und Fragen nach Menschenrechten nach unten rutschten, so Blaschke. Dass das kein neues Thema ist, machten die Jugendlichen mit ihren Fragen deutlich, zum Beispiel mit dem Hinweis auf die WM 1988 in Argentinien, damals Militär-Diktatur, wo parallel zum Sportereignis etliche Todesurteile gefällt wurden. „Das zeigt, dass es immer schon den Trend gab, solche ,unangenehmen' Aspekte auszublenden“, sagte der Journalist. Es letztendlich den Spielern aufzudrücken, Haltung zu zeigen, die durch das inkonsequente Verhalten der Politik nicht gespiegelt werde, sei aus seiner Sicht nicht fair.

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