Wirtschaft

Adient will 69 Stellen an Solinger Standort streichen

Die Mitarbeiter am Adient-Standort an der Merscheider Straße sind erneut von Stellenstreichungen betroffen. Archivfoto: Christian Beier
+
Die Mitarbeiter am Adient-Standort an der Merscheider Straße sind erneut von Stellenstreichungen betroffen.

Nur acht Monate nach dem jüngsten Sozialplan – Gewerkschaft ist schockiert.

Von Björn Boch

Solingen. Der Autositzhersteller Adient sieht Überkapazitäten in Entwicklung und Verwaltung und will deshalb Stellen abbauen. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Am Solinger Standort an der Merscheider Straße (ehemals C. Rob. Hammerstein) sind 69 Mitarbeiter betroffen. Bereits voriges Jahr waren von damals noch rund 280 Stellen knapp 60 gestrichen worden – überwiegend im Bereich der Ingenieure.

Adient führe seit Montag erste Gespräche und Beratungen mit Arbeitnehmervertretern und Wirtschaftsausschüssen der Standorte – in der Nachbarstadt Burscheid sollen 162 Stellen wegfallen, auch ein Werk in Kaiserslautern ist betroffen. 371 Stellen sind es in Deutschland, in der bei Adient sogenannten Region Emea (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) insgesamt 510. Der Adient-Standort an der Ohligser Mühlenstraße zählt nicht dazu, die Adient Metal Forming Technologies GmbH ist rechtlich ein eigenes Unternehmen.

„Leider haben wir ein Sterben auf Raten bei Adient erwartet.“
Marko Röhrig, IG Metall

Die IG Metall zeigte sich über die Pläne der Stellenstreichung entsetzt. „Nach dem neuen Sozialplan, der gerade einmal acht Monate alt ist, kommt jetzt schon wieder ein Abbau“, sagte Marko Röhrig von der IG Metall Solingen-Remscheid. Das schockiere ebenso wie die Anzahl der Stellen, die nun erneut abgebaut werden sollen. „Leider haben wir ein Sterben auf Raten bei Adient erwartet. Aber wir haben nicht gedacht, dass es so schnell geht“, erklärte Röhrig.

Adient begründet den Schritt mit einer schwierigen Auftragslage im automobilen Umfeld und den Effekten der Corona-Pandemie. Man müsse nun Kapazitäten anpassen, um die Entwicklungs- und Verwaltungskosten wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken.

„Dies wird uns in die Lage versetzen, unsere Auftragsbücher erneut zu füllen und unsere Marktposition nachhaltig zu sichern. Wir bedauern die derzeitigen Entwicklungen auf dem Markt sehr und fühlen uns verpflichtet, diese Anpassungsmaßnahmen so sozialverträglich wie möglich umzusetzen und unsere Mitarbeiter in diesen schwierigen Zeiten verantwortungsvoll zu unterstützen“, so Michel Berthelin, bei Adient Vizepräsident der Emea-Region.

Mit 81 000 Mitarbeitern in 220 Produktions- und Montagewerken in 34 Ländern weltweit produziert und liefert Adient Automobilsitze für alle großen Automobilhersteller.

Im Januar 2019 hatte Adient angekündigt, 60 Stellen am Solinger Standort abzubauen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Markt und Fußgängerzone: So geht es mit den Arbeiten in Ohligs weiter
Markt und Fußgängerzone: So geht es mit den Arbeiten in Ohligs weiter
Markt und Fußgängerzone: So geht es mit den Arbeiten in Ohligs weiter
Ein Familienverein blüht in der Ferienidylle auf
Ein Familienverein blüht in der Ferienidylle auf
Ein Familienverein blüht in der Ferienidylle auf
Hohe Krankenstände in Solinger Unternehmen
Hohe Krankenstände in Solinger Unternehmen
Hohe Krankenstände in Solinger Unternehmen
Durch Fonds: Acht Leerstände in Solingen mit Leben gefüllt
Durch Fonds: Acht Leerstände in Solingen mit Leben gefüllt
Durch Fonds: Acht Leerstände in Solingen mit Leben gefüllt