Umsatzrückgang

Stellenabbau bei Adient: Gewerkschaft prüft

Im Adient-Werk an der Mühlenstraße werden Stellen abgebaut. Dort werden Sitzschienen für Fahrzeuge hergestellt. Foto: Christian Beier
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Im Adient-Werk an der Mühlenstraße werden Stellen abgebaut. Dort werden Sitzschienen für Fahrzeuge hergestellt.

Automobilzulieferer reagiert auf Umsatzrückgang am Standort.

Update vom 23. September, 17.40 Uhr

Obwohl es Gespräche zwischen Betriebsleitung und Arbeitnehmervertretern gegeben habe, habe die Nachricht vom Stellenabbau beim Automobilzulieferer Adient die Gewerkschaft IG Metall überrascht. Laut Gewerkschaftssekretär Serdar Üyüklüer prüft der Betriebsrat nun, wie er mit den Neuigkeiten umgehe. Er spricht von „strategischen Beratungen“, die am kommenden Montag beginnen sollen. Die Adient-Konzernleitung hatte die Mitarbeiter des Werks an der Mühlenstraße vorgestern darüber informiert, dass dort 66 der 311 Stellen abgebaut werden sollen. 

Begründet wurde dies mit einer schlechten Auslastung der Produktionsstätte und einer künftig stärker automatisierten Produktionsweise. Die Stimmung unter den Mitarbeitern beschreibt Üyüklüer als „überrascht“. Vor einem bis anderthalb Jahren wäre es für die Betroffenen noch leichter gewesen, woanders einen Job zu bekommen. Dies habe sich durch die Krise der Automobilindustrie stark verändert. ate

Unser Artikel vom 22. September, 19.05 Uhr: Adient baut 66 Stellen in seinem Werk an der Mühlenstraße ab

Von Andreas Tews

Solingen. Die Belegschaft des Automobilzulieferers Adient kommt nicht zur Ruhe. Zwei Monate nachdem der Konzern erklärt hatte, dass er an seinem Standort an der Merscheider Straße 69 Stellen abbaut, wurde am Dienstag die nächste „Restrukturierung“ verkündet: Das Unternehmen baut am Produktionsstandort Mühlenstraße 66 der aktuell 311 Stellen ab. Dies teilte die Firmenleitung am Dienstag Arbeitnehmervertretern und Belegschaft mit.

In dem Ohligser Werk stellt Adient Metal Forming Technologies (AFT) Schienenprofile für Fahrzeugsitze her. Damit habe Solingen ein „Alleinstellungsmerkmal“ im Adient-Konzern, erklärte Unternehmenssprecherin Annika Wiertz gegenüber dem ST. Auf die Produktion solcher Schienen solle sich das Werk in Zukunft konzentrieren. Wiertz versicherte: „Die Sitzschienen bleiben in unserem Portfolio.“

Als Gründe für den Stellenabbau nannte sie die allgemein schwierige Lage in der Automobilbranche, die durch die Folgen der Covid-19-Pandemie noch verstärkt worden sei. Erschwerend für den Standort Mühlenstraße komme hinzu, dass dort schon seit längerer Zeit ein Umsatzrückgang zu beklagen sei. Das Werk sei derzeit nicht stark genug ausgelastet. Jetzt laufe ein bisheriges Sitzschienen-Produkt aus und werde durch ein neues ersetzt. Damit einher geht laut Wiertz ein höherer Automatisierungsgrad bei der Produktion.

In einer schriftlichen Mitteilung des Unternehmens ist von einer „nachhaltigen Restrukturierung“ die Rede, durch die die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes gewährleistet werden solle. Durch den Stellenabbau will das Unternehmen Kosten sparen.

Wie viele Mitarbeiter entlassen werden, steht laut Wiertz noch nicht fest. Dies hänge auch von den jetzt anstehenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern ab. Dabei wird es unter anderem um mögliche Abfindungen und einen Sozialplan gehen. Möglich sei auch, dass Mitarbeiter intern auf Stellen wechseln, die zum Beispiel aus Altersgründen frei werden.

Da die Neuigkeiten am Dienstag noch sehr frisch waren, will sich die Gewerkschaft IG-Metall nach Angaben ihres Bezirksbevollmächtigten Marco Röhrig erst am Mittwoch zu den Vorgängen äußern.

Am Solinger Standort an der Merscheider Straße (ehemals C. Rob. Hammerstein) sind 69 Mitarbeiter betroffen. Bereits voriges Jahr waren von damals noch rund 280 Stellen knapp 60 gestrichen worden – überwiegend im Bereich der Ingenieure.

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