Sicherheit im Radverkehr soll verbessert werden

ADFC fordert Tempo 50 nach Unfall an Burger Höhe

An der Burger Höhe gab es zuletzt einen schweren Unfall zwischen einer Gruppe Radfahrer und dem Fahrer eines Mercedes-Oldtimers.
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An der Burger Höhe gab es zuletzt einen schweren Unfall zwischen einer Gruppe Radfahrer und dem Fahrer eines Mercedes-Oldtimers.

Stadt sieht keinen Anlass für Maßnahmen: Unglück sei nicht geschwindigkeitsbedingt gewesen.

Von Kristin Dowe

Solingen. Der schwere Unfall an der Burger Höhe zwischen einer Gruppe Radfahrer und dem Fahrer eines Mercedes-Oldtimer hat die Diskussion über die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr in Solingen neu entfacht. Wie berichtet, wurde bei dem Vorfall am 27. Mai eine 41-jährige Radfahrerin lebensgefährlich verletzt, als der 62-jährige Oldtimer-Fahrer sie mit seinem Fahrzeug erfasst hatte. Der Mann hatte versucht, die Frau und mit ihr eine Gruppe Radfahrer in einer Kurve zu überholen, als ihm ein anderes Fahrzeug entgegenkam. Neben der Frau wurde ein weiterer Radfahrer bei dem missglückten Überholmanöver verletzt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an, die Betroffene soll inzwischen außer Lebensgefahr sein.

Für Bernhard Stoer, Vorsitzender des ADFC Solingen, ist der Unfall ein weiterer Beleg dafür, dass bei der Sicherheit von Radfahrern im Solinger Stadtgebiet noch vielerorts nachgebessert werden muss. „Man könnte den Eindruck gewinnen, Radfahrer sind nirgendwo willkommen. Irgendjemanden stört man immer.“

In Bezug auf die Burger Höhe wünsche sich der ADFC Konsequenzen, um das Gefahrenrisiko für Radfahrer zu senken. „Die Straße ist zwar sehr schmal, aber zumindest eine optische Spurverengung oder Ähnliches sollte dort möglich sein. Da sind noch nicht alle Möglichkeiten erschöpft.“ Radschutzstreifen außerorts, wie es auch auf die Burger Höhe zutreffe, sehe die Straßenverkehrsordnung nicht vor − für Stoer ein rechtlicher Missstand. „Ein Radweg daneben ist ja kaum machbar.“

Grünen fordern ebenfalls Tempo 50 - Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Weiterhin halte er eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 (aktuell gilt an der Burger Höhe eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer) für angemessen. Dies entspreche auch einer Forderung des ADFC-Bundesverbandes, der innerorts generell eine Höchstgeschwindigkeit von 30 und außerorts von 70 Stundenkilometern fordert, wenn kein Radweg oder Schutzstreifen für Radfahrer vorhanden ist. „Das hat etwas mit fehlertoleranter Infrastruktur zu tun“, argumentiert Stoer. Zwar komme es dann immer noch zu Unfällen, doch dürften die Folgen aus seiner Sicht dann deutlich milder ausfallen.

Auch im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität und Wohnungswesen wurde die Situation an der Burger Höhe thematisiert. Dort richtete die Grünen-Politikerin Lorena Matera die Frage an die Verwaltung, welche Möglichkeiten einer Geschwindigkeitsbegrenzung es an der Burger Höhe beziehungsweise im weiteren Verlauf der Burger Landstraße gebe. Zudem forderten die Solinger Grünen zuletzt in einer Pressemitteilung „Tempo 50 für die gesamte Verbindungsstrecke zwischen der Kreuzung B229/Burger Landstraße bis nach Burg“ als Konsequenz aus dem Unfall.

Diesbezüglich sieht die Stadt keinen akuten Handlungsbedarf: So handele es sich bei dem Streckenabschnitt weder um einen Unfallhäufungsschwerpunkt noch um eine Unfallhäufungslinie. Eine solche „besondere Gefahrenlage“ sei aber die Voraussetzung dafür, dass die Stadt in Absprache mit dem zuständigen Straßenbaulastträger Straßen NRW die dort zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h senken könnte, macht Rathaussprecherin Sabine Rische deutlich. Der Landesbetrieb führt auf Nachfrage die gleichen Argumente an.

Stadt: Ursache war erhebliches Fehlverhalten des Autofahrers

Zudem sei der Unfall an der Burger Höhe nicht geschwindigkeitsbedingt passiert. „Ursache war vielmehr ein erhebliches Fehlverhalten des Autofahrers, das durch verkehrliche Maßnahmen nicht beeinflussbar ist. Die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung ist daher kein geeignetes Mittel und wird deshalb nicht verfolgt“, so Rische.

Auch weitere Vorschläge des ADFC seien nicht umsetzbar − weil Radschutzstreifen außerhalb geschlossener Ortschaften nicht vorgesehen seien und die Burger Höhe für einen Radweg nicht den notwendigen Raum biete. Generell gelte: „Man muss seine Fahrweise der Straßen- und Verkehrssituation anpassen.“

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