ST vor Ort

Am Abteiweg lädt der BOB seine Akkus auf

Wo heute am Abteiweg noch Dieselbusse halten, wird künftig der neue Batterie-O-Bus fahren. Dazu wird die Haltestelle umgebaut. Foto: Christian Beier
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Wo heute am Abteiweg noch Dieselbusse halten, wird künftig der neue Batterie-O-Bus fahren. Dazu wird die Haltestelle umgebaut.

Die Endhaltestelle der Linie 695 wird für den Batterie-Oberleitungsbus umgebaut. Die Arbeiten beginnen in der ersten Augusthälfte.

Von Andreas Tews

Wenn in einigen Monaten der neue Batterie-O-Bus (BOB) auf der Linie 695 fährt, reichen diverse vorhandene Haltestellen für ihn nicht mehr aus. Der Grund: Bisher fahren dort Diesel-Solobusse. Beim BOB handelt es sich um Gelenkbusse, die deutlich länger sind. Die erste Haltestelle, die umgestaltet wird, ist der Endhaltepunkt auf dem Gräfrather Abteiweg. Mitte August sollen die Arbeiten nach Angaben der städtischen Verkehrsplanerin Gabriele Zauke beginnen.

Der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke will seinen Linienverkehr langfristig komplett auf Elektromobilität umstellen. Dazu hat er mit Unterstützung des Bundes ein Modellprojekt gestartet. Der O-Bus-Hersteller Kiepe hat dabei in Zusammenarbeit mit einem polnischen Karosseriebauunternehmen und anderen Kooperationspartnern einen O-Bus entwickelt, der seinen Akku an den Oberleitungen und an Ladestationen auflädt und so auch die Linien bedienen kann, auf denen bisher noch Dieselbusse unterwegs sind. Die 695 ist die erste Linie, auf der die BOB-Busse in dieser Weise eingesetzt werden.

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Für die fast 19 Meter langen Busse müsse am Abteiweg unter anderem die Wendeschleife umgebaut werden, erläutert Jürgen Hustädt, Abteilungsleiter im Mobilitätsmanagement der Stadtwerke. Auch wird an der Endhaltestelle laut Zauke eine Lademöglichkeit gebaut, an die sich die Busse mit ihren Stromabnehmern anschließen können. „Wir wollen die Fahrpausen der Fahrer für das Laden der Busse nutzen, erklärt Jürgen Hustädt. Fahrplanmäßig stehen die Busse jeweils 20 Minuten an der Endhaltestelle.

Auch für die Ladeinfrastruktur muss gebaut werden. Elektrische Versorgungsleitung gibt es am Abteiweg natürlich. Um den Strom von Wechsel- auf Gleichspannung umzuwandeln, müsse ein Trafohäuschen errichtet werden. Für die Notdurft der Busfahrer ist zudem ein Toilettenhäuschen geplant. Somit summiert sich die Investitionssumme zusammen mit den Tiefbauarbeiten laut Hustädt auf netto 420 000 Euro.

Busse „kabeln“ künftig auf der Alleestraße an

Die Bauarbeiten am Abteiweg sind für vier bis sechs Wochen geplant. In dieser Zeit wird die Haltestelle an die Von-Galen-Straße verlegt. Für Autos werde die Straße aber passierbar sein, betont Zauke.

Bis der BOB im Herbst – wann genau, steht noch nicht fest – regulär auf der Linie 695 unterwegs sein wird, muss auch die Haltestelle Industriestraße umgebaut werden. Damit der Batterie-O-Bus nicht auf der vielbefahrenen Schlagbaumer Straße (Bundesstraße 224) „ankabeln“ muss, so erklärt Zauke, wird die Oberleitung von dort aus ein Stück in die Alleestraße hinein erweitert. Dort können sich die Busse dann während des Stopps am Haltepunkt Industriestraße an das elektrische Netz anschließen.

BATTERIE-O-BUS

TECHNIK Der Batterie-O-Bus verfügt über einen leistungsfähigen Stromspeicher. So benötigt er – anders, als die bisherigen O-Busse – keinen Dieselmotor für Fahrten ohne Oberleitung.

MODELLPROJEKT Das Modellprojekt mit vielen Kooperationspartnern unterstützt der Bund mit 15 Millionen Euro.

Eine weitere kleinere Änderung kündigt Hustädt für den Graf-Wilhelm-Platz an. Damit der BOB dort an der Oberleitung bleiben kann, wird er als 695 am Bussteig 1 C vor der Apotheke halten. Der Halt der CE64 wird dann an die Mittelinsel verlegt.

Erst wenn die Infrastruktur an den Haltestellen geschaffen ist, kann der reguläre BOB-Betrieb auf der Linie 695 beginnen. Außerdem werden die vier bisher gelieferten fabrikneuen Prototypen des BOB auf den O-Bus-Linien 681 und 682 einen Testbetrieb starten. Da die Fahrzeuge völlige Neuentwicklungen seien, wolle man vermeiden, dass sie wegen möglicher „Kinderkrankheiten“ auf Strecken ohne Oberleitung liegenbleiben, erklärt Hustädt.

Von den ursprünglichen Plänen, den Batterie-O-Bus von Oktober an auf der 695 fahrenzulassen, haben sich die Verantwortlichen laut Zauke verabschiedet. Verlässlichkeit sei wichtiger, als ein fixer Zeitplan, erklärt die Verkehrsplanerin.

Hier erfahren Sie alles über unsere Stadtteilserie "ST vor Ort".

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