Vollblut-Karnevalist starb vor einer Woche

Abschied von Joachim Junker: Freunde sagen schunkelnd Lebewohl

Die Mitglieder der Prinzengarde bereiteten ihrem verstorbenen Vorsitzenden in der Festhalle einen stimmungsvollen Abschied. Foto: Christian Beier
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Die Mitglieder der Prinzengarde bereiteten ihrem verstorbenen Vorsitzenden in der Festhalle einen stimmungsvollen Abschied.

Mit einer emotionalen Trauerfeier in der Ohligser Festhalle wurde der verstorbene Joachim Junker geehrt.

Von Kristin Dowe

Solingen. Es war ein Abschied, der Joachim Junker gerecht wurde – und wie ihn sich der verstorbene Vorsitzende der Prinzengarde Blau-Gelb Solingen Ohligs wohl gewünscht hätte: Bis auf den letzten Platz besetzt war am Dienstagmittag die Ohligser Festhalle, wo sich Familienmitglieder, Freunde und Wegbegleiter aus Politik und dem Solinger Vereinsleben versammelt hatten, um dem „Ohligser Jong“ die letzte Ehre zu erweisen. Klaus Hammes, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Ohligs, führte mit einer Ansprache und Gebeten durch die Trauerfeier. Anschließend zogen die Trauergäste in einer Prozession auf den evangelischen Friedhof Bonner Straße, wo schließlich die Beerdigung stattfand.

Trauerfeier fand zu Junkers Ehren am Schnapszahldatum statt

„Heute steht hier wieder ein Elferrat mit ihm in der Mitte“, sagte Hammes treffend – so war der üppig mit Blumen geschmückte Sarg des Verstorbenen vorne auf der Bühne in den Mittelpunkt gerückt. Ringsum versammelten sich die Mitglieder der Prinzengarde, die sich der Reihe nach vor ihrem langjährigen Kameraden verneigten. Das Datum der Zeremonie, den 22.02.2022, habe man sich bewusst „für unseren Zahlenmenschen“ ausgesucht, merkte Hammes an. Denn zu Zahlen hatte Joachim Junker eine ausgeprägte Beziehung. Nur zu gerne ließ er seine Rechenspielchen bei Auftritten auf der Bühne einfließen, und auch in wirtschaftlicher Hinsicht behielt Joachim Junker immer den Überblick über das Zahlenwerk, wenn es um seinen Verein, die Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs, ging.

Mit emotionalen Worten verabschiedeten sich der Reihe nach Oberbürgermeister Tim Kurzbach, der FSK-Vorsitzende Axel Hawranke, der Geschäftsführer der Prinzengarde, Bernd Hawich, sowie Dr. Jörg Wacker, Präsident der Ohligser Jongens, von dem eingefleischten Karnevalisten Joachim Junker. So schien es nur konsequent, dass die Trauergäste sich beim Anspielen des kölschen Klassikers „Unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss zum Schunkeln erhoben, und auch die Klänge von „Yesterday“ erfüllten für den großen Beatles-Fan Junker die Festhalle.

Dass diese heute wieder ein lebendiger Ort für die Solinger ist, wo rauschende Feste gefeiert werden, war für Bernd Hawich ein wichtiger Punkt. Er ist überzeugt: „Joachim geht, aber ganz viel von ihm bleibt.“ OB Kurzbach kämpfte mit den Tränen, als er daran erinnerte, wie Junker Gast auf seiner Hochzeit gewesen sei und ihn vor Jahren als „Hoppeditz“ aus der Tonne befreit habe.

Axel Hawranke würdigte die großen Verdienste Junkers für den Solinger Karneval, dem es in einer schwierigen Phase 2007 gelungen sei, „alle Vereine an einen Tisch zu bekommen“. Mit dem Versprechen an seinen Freund, den Festausschuss in dessen Sinne weiterzuführen, blieb ihm nur noch zu sagen: „Mach et jot, leever Jong!“

Hintergrund

Die Prinzengarde Blau-Gelb Solingen-Ohligs wird bei ihrer Mitgliederversammlung am 29. April entscheiden, wer den Vorsitz und die Präsidentschaft des Vereins übernehmen wird. Joachim Junker hatte die Absicht, sich mittelfristig von seinen offiziellen Aufgaben zurückzuziehen.

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