Familienzeit

Abiturienten müssen Reisepläne begraben

Emilia Vogel wollte eigentlich nach Argentinien.
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Emilia Vogel wollte eigentlich nach Argentinien.

Drei junge Solinger erzählen, welche Auswirkungen die Corona-Krise für sie hat.

Von Celia Matthaei

Solingen. Die Abiturprüfungen sind absolviert und eingeschränkter Unterricht findet an den Solinger Schulen wieder statt. Und doch greift die Pandemie für die Solinger Abiturienten noch viel weiter über das reine Schulleben hinaus, so dass viele ihre Pläne direkt nach dem Abitur ändern oder zumindest neu strukturieren müssen.

So auch Emilia Vogel. Sie hat dieses Jahr an der August-Dicke-Schule (ADS) ihr Abitur abgelegt und wollte eigentlich Anfang September ein zweimonatiges Pflegepraktikum auf einer Krankenhausstation in Argentinien für ihr Medizinstudium antreten. Außerdem wollte Emilia anschließend an einem einmonatigen Freiwilligenprojekt mit Tieren in Costa Rica mitwirken. Aufgrund der aktuellen Situation hat sie sich aber dazu entschieden, den Auslandsaufenthalt abzusagen: „Die Krankenhaus-Situation im Ausland ist ungewiss. Stattdessen absolviere ich mein Pflegepraktikum in Solingen an einer Klinik.“

Emily Adler wollte eigentlich nach Australien reisen.

Da eine Buchung des Pflegepraktikums im Ausland erst drei Monate vor dessen Beginn nötig ist, konnte Emilia sich ganz auf ihr Abitur konzentrieren. Sie hatte also noch nichts gebucht: „Deswegen habe ich mich emotional noch nicht vollständig darauf eingestellt.“ Auch wenn Emilia die Situation belastet, zeigt sie sich optimistisch: „Ich bin mir sicher, dass ich diese Erfahrung zu einem anderen Zeitpunkt nachholen werde, zum Beispiel mit einem Auslandssemester.“

Leander Pott hat sein geplantes Auslandsjahr in Japan abgesagt.

Leander Pott hat sein Abitur am Gymnasium Schwertstraße abgelegt. Ursprünglich wollte er danach ein „Gap Year“ in Japan antreten. Er hat seinen Auslandsaufenthalt aufgrund der Pandemie und der unsicheren Situation jedoch abgesagt: „Ich konnte vor allem wegen der Unsicherheit die Buchung und Planung meines Auslandsjahres nicht mehr abschließen und musste sofort mit meiner weiteren Lebensplanung beginnen.“

Statt des geplanten Auslandsjahres strebt Leander nach einer kurzen Pause nach seinem Abitur ein Medizinstudium an. Zu der entgangenen Chance, die er nicht nachholen kann, sagt er: „Ich finde es nicht gut, dass mir die Gelegenheit fehlt, eine andere Kultur zu entdecken.“

Hoffnung, die Auslandserfahrung nachholen zu können

Auch Emily Adler hatte nach ihrem Abitur an der ADS einen Auslandsaufenthalt geplant: „Ursprünglich wollte ich im August nach Australien fliegen und war auch schon in Kontakt mit verschiedenen Gastfamilien.“ Doch auch sie hat ihre Reise aufgrund der Pandemie storniert. „Mir war eigentlich schon seit Jahren bewusst, dass ich nach dem Abitur ins Ausland gehen wollte. Ich dachte, ich hätte dann Zeit, mich selbst besser kennenzulernen und könnte eine Bestätigung erhalten, welchen Berufsweg ich einschlagen möchte.“ Vor ihrer Abreise nach Australien wollte Emily eigentlich noch diverse Praktika machen, um ihre Berufsinteressen auszutesten. „Durch Corona wurden die Prüfungen teilweise auf diese Zeiträume geschoben, so dass ich die Praktika nicht antreten konnte. Ich befinde mich also momentan in einer etwas unsicheren Situation, strebe allerdings ein Studium an und hoffe, bis dahin noch die Praktika machen zu können.“ Doch auch Emily zeigt sich zuversichtlich: „Ich bin nicht allzu enttäuscht, dass ich das Auslandsjahr nicht antreten kann. Ich habe noch genug Zeit, um diese Erfahrungen zu machen.“ Sicherheit in der Berufswahl und die Gesundheit ihrer Familie und Freunde stehen für sie an erster Stelle.

Veröffentlichung: Das ST möchte wieder alle Abiturienten mit Fotos vorstellen. Schulen werden gebeten, die Bilder und Namenslisten zu schicken. Kontakt: Tel. 299-130

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