Mit Freunden schafft man alles

Abiturienten haben schon eine eigene Firma

Yannick Buchbender (l.) und Leon Reder haben ihr erstes Projekt für einen Kunden bereits 2017 umgesetzt.
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Yannick Buchbender (l.) und Leon Reder haben ihr erstes Projekt für einen Kunden bereits 2017 umgesetzt.

Yannick Buchbender und Leon Reder produzieren unter anderem Imagefilme.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Dass sich Jugendliche fürs Filmen und Fotografieren interessieren, ist in Zeiten von Smartphones und Sozialen Medien nichts Ungewöhnliches. Dass sie sich aber, ganz ohne formelle Ausbildung, immer weiter professionalisieren und schließlich sogar als Schüler eine Firma gründen, ist außergewöhnlich. Leon Reder und Yannick Buchbender sind diesen Weg gegangen: Die beiden Abiturienten erstellen mit ihrer Firma Redbu Productions (Eigenschreibweise: redbu productions) für zahlreiche Kunden Imagefilme, Werbe-, Event- und Musikvideos sowie Fotografien.

Dabei fing alles ganz klein an. Schon seit der ersten Klasse sind beide befreundet. „Wir haben eigentlich immer alles zusammen gemacht“, berichtet Yannick Buchbender. Früh hätten sie angefangen, sich für Kameras und Technik zu interessieren. Zu Beginn experimentierten sie mit dem Camcorder von Reders Vater. Mit dem Automatikmodus der Kamera hätten sie „einfach mal drauflosgelegt“. Doch schnell seien sie mit ihrer Kreativität an die Grenzen dessen, was die automatischen Einstellungen ihnen geboten hätten, gestoßen. Also fingen sie an, sich genauer mit der Materie zu beschäftigen. Vieles hätten sie durch Ausprobieren gelernt und sich selbst beigebracht.

2017, als beide gemeinsam mit ihrer Klasse im Lochbachtal waren, hätten sie ihr erstes Projekt umgesetzt und gleich gemerkt: „Filmen ist ganz cool.“

„In den Anfängen wurden wir durchaus belächelt von unseren Mitschülern“, erinnert sich Leon Reder. „Doch irgendwann haben die Leute gemerkt, das ist gar nicht so amateurhaft.“ Das stellte man auch außerhalb ihres Schulkosmos schnell fest. Und so erhielten sie – noch während sie die siebte Jahrgangsstufe des Humboldtgymnasiums besuchten, ihren ersten größeren externen Auftrag. Das Gymnasium Vogelsang fragte sie für einen Videodreh an. Ein großer Erfolg für die Jugendlichen, denn der Auftraggeber gehörte nicht zu ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis, sondern sei durch ihre Arbeit auf sie aufmerksam geworden.

Freie Zeit nach dem Abi nutzen sie für weitere Projekte

Mit der Zeit kam immer mehr Technik dazu und alles wurde professioneller – die anfängliche Begeisterung blieb jedoch bestehen. Ein so zeitaufwendiges Hobby neben der Schule zu pflegen, sei anspruchsvoll gewesen. „Ganz viele Nachtschichten“, hätten sie einlegen müssen, doch es habe ihnen Spaß gemacht und die Schule habe immer Vorrang gehabt.

Um legal zu bleiben und alles korrekt abrechnen zu können, beschlossen sie, eine Firma zu gründen. Doch schnell stieß die jugendliche Euphorie auf deutsche Bürokratie. Da beide zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig waren, stellte sich das Unterfangen als schwierig heraus. Knapp ein Jahr lang hätten sie nach dem Ausfüllen aller Formulare auf die Antwort der Behörden gewartet. Dann die Enttäuschung: Antrag abgelehnt. Doch Aufgeben kam nicht infrage. Sie legten Berufung gegen die Entscheidung ein, und die Sache kam vor Gericht. Dank ihrer Hartnäckigkeit und mit der Unterstützung ihrer Eltern lag nach knapp eineinhalb Jahren endlich der Gewerbeschein im Briefkasten. So kam es zur Gründung von redbu productions. Von da an sei es ihnen möglich gewesen, noch größere Aufträge anzunehmen. In den letzten zwei Jahren hätten sie über 30 Projekte gemeinsam realisiert.

Nachdem beide gerade frisch das Abitur bestanden haben, stehen sie nun vor der zukunftsweisenden Frage, wie es weitergehen soll. „Wir wollen beide nichts fest mit Medien machen“, erzählt Leon Reder. Er selbst wolle Medizin studieren, Yannick Buchbender plant, in die Wirtschaft zu gehen. Ihre Firma soll aber trotzdem bestehen bleiben. Schließlich sei es ihr großes Hobby – sie würden es eben aus Überzeugung und nicht aus finanziellen Gründen machen.

„Wir schauen, was kommt“, fasst Buchbender zusammen. Aktuell genieße man die schulfreie Zeit und sei „Feuer und Flamme für neue Projekte“.

Yannick Buchbender ist 17 Jahre alt, Leon Reder 18 Jahre. Die jungen Solinger Firmengründer haben am Humboldtgymnasium gerade ihr Abitur erfolgreich bestanden. Das Unternehmen soll bestehen bleiben: redbu-productions.de

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