Ausstellung

Abi Sheks Bilder erzählen Fabeln der Kulturgeschichte

Abi Shek stellt unter dem Titel „Standorte“ im Art-Eck in Gräfrath aus. Der israelische Künstler mit Wohnsitz Stuttgart entlockt seinen Bildern eine Bildsprache, die er als universell und kulturübergreifend bezeichnet. Fotos: Michael Schütz
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Abi Shek stellt unter dem Titel „Standorte“ im Art-Eck in Gräfrath aus. Der israelische Künstler mit Wohnsitz Stuttgart entlockt seinen Bildern eine Bildsprache, die er als universell und kulturübergreifend bezeichnet.

Dirk Balke betreibt seine Galerie Art-Eck auch in Pandemiezeiten unermüdlich weiter.

Solingen. In Fußballerkreisen gibt es eine Weisheit: Ein Trainer, der an der Seitenlinie brüllt, hat vorab in der Kabine zu wenig gesagt. Auf die Kunst übertragen, würde das bedeuten: Wer sein Bild lange erklären muss, hat zu wenig auf die Leinwand gebracht. Das ist bei Abi Shek ganz anders.

Der 1965 im israelischen Rehovot geborene Künstler präsentiert in der Galerie Art-Eck von Dirk Balke Holzschnitte. Diese sprechen ganz allein für sich. Tiere stehen im Mittelpunkt. Sie wirken auf den ersten Blick fast simpel und faszinieren doch sofort.

„Meine Bilder sollen zu den Menschen sprechen.“

Abi Shek, Künstler

„Meine Bilder sollen zu den Menschen sprechen“, sagt der in Stuttgart lebende und arbeitende Abi Shek. Und dann erklärt auch er etwas – ganz leise, aber bestimmt. Dieser erste simple Eindruck sei von ihm bewusst gewollt. Dahinter stecke ein langer Schaffensprozess. Schon früh habe er sich mit Kulturen und deren Geschichte befasst. Dabei hätte die Kunst über Jahrtausende weltumspannend immer dann eine gleiche Bildsprache entwickelt, wenn die Kulturen auf ihrem Höhepunkt oder kurz vor dem Untergang gestanden hätten. „Die Bilder und Motive sehen fast gleich aus.“

Galerist Dirk Balke hofft, dass sich Gräfrath bald wieder ganz vielfältig von seiner künstlerischen Seite zeigen kann.

Genau das setze er um. Die Tiere seien keine Kopien aus der Natur, vielmehr sollen sich die Betrachtenden damit befassen und im geistigen Dialog mit dem Bildern selbst auf Entdeckungsreise gehen können. So bekomme der sehr deutsche Begriff „holzschnittartig“ auch eine neue Ebene. Es gehe eben darum, zwar vereinfacht etwas darzustellen, zugleich aber die Bedeutung der universellen Bildsprache herauszuarbeiten.

Abi Shek hatte sich schon vor zwei Jahren an Dirk Balke gewandt. Jetzt endlich klappte es mit der Ausstellung. Das passiert in einer Zeit, in der Balke im Schatten der großen Gräfrather Einrichtungen Klingenmuseum, Zentrum für verfolgte Künste und Kunstmuseum längst zu einem Akteur geworden ist, dessen Galerie über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde. Mit Einführungsvideos eröffnet Balke, auf Terminabsprache bittet er zum Einzelbesuch.

Sein Einsatz für die Kunst gilt aber auch für den gesamten Stadtteil. Lichterfest, Kulturmorgen, Nacht der offenen Höfe, Workshops, Sommerakademien, Außeninstallationen – all das ist mit vielen Künstlern, die in Gräfrath arbeiten, verbunden – aber eben auch mit Balke. Man sei weiter im Austausch, sagt er. „Wir werden wieder durchstarten, wenn wir dürfen“, verspricht er. Schon im Juni werde es wieder zusammen mit dem Stadtmarketing die stadtweite Aktion „PlakArt“ stadtweit geben.

Abi Shek pendelt zwischen zwei Heimatwelten

Diese Energie Balkes für die Kunst macht ihn für Künstler wie Abi Shek interessant. Balkes Einsatz für Gräfrath lobt er, das habe etwas mit Heimatgefühl zu tun. Genau bei diesem Thema sei er aber zwiespältig. Auch wenn er 1990 zum Studium nach Stuttgart gekommen sei, so bedeute in Deutschland eher sein Atelier Heimat. Er vermisse Israel, wohin er wegen der Pandemie jetzt nicht reisen dürfe. „Da tanke ich meine Batterien auf“, dort sei auch seine Heimat. Er pendele also zwischen zwei Heimatwelten und zwischen den Kulturen.

Und dann erklärt er doch noch etwas – ganz ohne Arroganz, eher mit einem Schuss Humor – zu seinen Bildern: „Es gibt nichts Schwierigeres, als es einfach zu machen.“

Abi Shek

Eröffnung: Ab Freitag, 16. April, veröffentlicht Galerist Dirk Balke ein Einführungsvideo zur Ausstellung mit Abi Shek. Sie trägt den von Balke ausgesuchten Titel „Standorte“, weil er dessen Zugang zur universellen Sprache der Kunst damit herausheben will.

https://galerie.dirkbalke.com

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