Verkehr

Abfahrt Solingen: A 3 wird vierspurig

Noch gibt es drei, zudem verengte Fahrspuren auf der A 3 zwischen dem Dreieck Langenfeld und der Abfahrt Solingen. Ab September soll auch die Standspur nutzbar sein. Foto: Uli Preuss
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Noch gibt es drei, zudem verengte Fahrspuren auf der A 3 zwischen dem Dreieck Langenfeld und der Abfahrt Solingen. Ab September soll auch die Standspur nutzbar sein.

Wegen Dauerstaus: Provisorium auf der bisherigen Standspur soll ab Ende September Unfallgefahren minimieren.

Von Hans-Peter Meurer

Mehr als ein Dutzend Unfälle, die glücklicherweise fast allesamt mit Blechschäden abliefen, hat es in den vergangenen Monaten schon gegeben. Von den vielen täglichen Beinahe-Unfällen einmal ganz abgesehen: Die Autobahn 3 hat sich in Fahrtrichtung Oberhausen in den vergangenen Monaten kurz vor der Ausfahrt Solingen/Langenfeld zunehmend zum Unfallschwerpunkt entwickelt. Der Landesbetrieb Straßen will der großen Unfallgefahr nun begegnen: Voraussichtlich ab Ende September wird die Standspur zwischen dem Langenfelder Kreuz und der Ausfahrt Solingen provisorisch als vierte Fahrspur eingerichtet.

Standpunkt von Hans-Peter Meurer

Dies ist nicht erst seit der im Herbst 2017 begonnenen Großsanierung der A 3 zwischen Opladen und dem Langenfelder Kreuz der Fall: Täglich kommt es hier zu Beinahe-Unfällen, oft rumst es sogar. Berufspendler aus dem Raum Köln/Leverkusen, die in Solingen arbeiten und regelmäßig morgens die A 3-Auffahrt Solingen/Langenfeld nutzen, können ebenso ein Lied davon singen wie Solinger Pendler, die in der Rheinschiene arbeiten und abends die A 3-Ausfahrt Solingen befahren.

Regelmäßig sorgt das starke Fahrzeugaufkommen vor allem im Berufsverkehr vor der Ampelanlage der B 229 in Immigrath dafür, dass sich Fahrzeuge bis weit auf die A 3 zurückstauen. Mit eben oft fatalen Folgen: Denn die A 3 ist dann meist auf der rechten Spur blockiert.

„Vor allem jetzt während der Baustellenphase ist es der Fall, dass tonnenschwere Lkw immer wieder Vollbremsungen machen müssen, um nicht in das plötzlich auf der rechten Fahrspur auftauchende Stauende vor der Solinger Ausfahrt zu fahren“, schildert eine Pendlerin die Gefahrenlage, die „an der Tagesordnung“ sei.

„Wir werden zunächst die Restarbeiten auf dem Sanierungsstück zwischen Opladen und dem Langenfelder Dreieck abwarten, dann aber umgehend die Standspur als vierte Fahrspur einrichten“, bestätigt jetzt Sabrina Kieback. Sie ist Pressesprecherin des zuständigen Landesbetriebs Straßen NRW. „Wir haben schon die Statik und den Unterbau der Standspur durch einen Gutachter prüfen lassen. Sie hält das zusätzliche Verkehrsaufkommen aus“, sagt Kieback.

Anschlussstelle Solingen wird erst 2021 generalsaniert

Erst im Juni dieses Jahres ist die Auffahrt auf die A 3 an der Anschlussstelle Solingen nach Regenschäden und einem Erdrutsch repariert worden. Die Arbeiten ersetzten jedoch nicht die umfassende Sanierung der Anschlussstelle, die nunmehr erst nach der Kompletterneuerung der Fahrbahnen in beiden Richtungen auf der A 3 saniert werden soll. Diese Arbeiten werden jedoch erst in drei Jahren stattfinden, erläutert die Pressesprecherin. „Das wird also nicht vor Herbst 2021 geschehen.“

SANIERUNG DER A 3

BELASTUNG Mit rund 120 000 Fahrzeugen pro Tag gehört die A 3 zwischen den Autobahnkreuzen Hilden und Leverkusen zu den am meisten genutzten Verbindungen zwischen den Ballungsräumen Rhein und Ruhr. Diese bedeutende Nord-Süd-Achse ist auch eine wichtige Transitstrecke im transeuropäischen Netz. Der Anteil des Schwerlastverkehrs liegt bei über 10 Prozent – Tendenz seit Jahren steigend. Der zuletzt im Jahr 1999 erneuerte Fahrbahnbelag muss daher grundhaft für die wachsenden Verkehrsströme instandgesetzt werden. Dies erfolgt in zwei Bauabschnitten.

AUSBAU Zurzeit laufen noch die Planungen für den achtstreifigen Ausbau dieses Autobahnabschnittes. Die Realisierung des Ausbaus kann aber erst nach Abschluss des Autobahnumbaus rund um das Autobahnkreuz Leverkusen erfolgen.Das wird nicht vor 2025 sein. Bis dahin muss die nun grundhaft erneuerte sechsspurige A 3 den Verkehr aufnehmen.

Die Anschlussstelle Solingen sei ein neuralgischer Punkt, sagt Kieback: „Sperrzeiten sollen deshalb so kurz wie möglich gehalten werden.“ Wegen der beengten Platzverhältnisse seien die Arbeiten in diesem Bereich eine besondere Herausforderung. „Derzeit wird noch überlegt, wie wir das organisatorisch am besten hinkriegen.“ Denkbar sei zum Beispiel, die Lärmschutzwände für kurze Zeit zu versetzen.

Dennoch kommen auf Solingens motorisierte Berufspendler in den kommenden drei Jahren in diesem Bereich zwangsläufig lange Staus zu. Immerhin betroffen sind etwa 20 000 Auspendler aus Solingen, die mit dem Auto in die Rheinschiene müssen.

Das gilt auch für rund 10 000 Pendler aus dem Großraum Köln/Leverkusen, die in Solingen arbeiten und motorisiert sind. Immerhin rund 100 000 Autos und Lkw sind auf der A 3 allein an einem verkehrsreichen Freitag unterwegs.

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