Versorgung

60 Helfer für Strom, Gas und Wasser

Die Stadtwerketochter SWS Netze war im Dauereinsatz.

Von Björn Boch

Am Mittwochabend, als das Jahrtausend-Hochwasser noch keines war, machte sich Christoph Vierkötter selbst ein Bild der Lage – am Wupperhof. „Es war klar, dass ein Hochwasser kommt, aber dramatisch war es noch nicht“, berichtet der Abteilungsleiter Netzführung und Leittechnik der SWS Netze. Kurz darauf überschlugen sich die Ereignisse: Unterburg musste komplett stromlos geschaltet werden, um Schaden an Leib und Leben zu verhindern. Nicht wenige Todesfälle während des Hochwassers andernorts in Deutschland sind auf Stromschläge zurückzuführen, nicht auf Ertrinken.

Teilweise ging das Abschalten aus der Leitstelle heraus, doch auch Eingreifen vor Ort war notwendig – Mitarbeiter in Rufbereitschaft machten sich auf den Weg. Glüder, Balkhausen, Rüden und andere Siedlungen an der Wupper folgten.

Schon am Donnerstag begannen die Mitarbeiter der SWS Netze, Häuser nach und nach wieder mit Strom zu versorgen – alles, was von der Feuerwehr freigegeben wurde. Strom ins Haus, das ging nur, wenn jede Gefahr ausgeschlossen werden konnte, und sei es durch eine einzelne Steckdose, die noch unter Wasser stand. „Da mussten dann nach und nach konzessionierte Elektriker kommen“, berichtet Bastian Beier.

Er koordinierte den Einsatz vor Ort bis einschließlich Samstag, als er und seine Kollegen sich dann ganz gezielt um Burg kümmern konnten. Allein an dem Tag mussten dort mehr als 100 Hausanschlüsse kontrolliert werden. Es gab lange Einsätze, teilweise wurde Nächte durchgearbeitet – auf hohem und professionellem Niveau. „Da können wir uns als Netze schon auf die Schulter klopfen. Aber: Hut ab vor allen Diensten und Helfern, die im Einsatz waren“, sagt Beier. Normalerweise sei die Bereitschaft der SWS Netze „schlank“ aufgestellt, berichtet Vierkötter. „Statt zwölf  Mann, die sonst in Bereitschaft sind, waren wir auf einmal mindestens 60, die einsatzbereit waren und geholfen haben.“

Gasleitung hält dank eines Rammschutzes

Mark-Peter Ebert, diensthabender Meister in Rufbereitschaft am Mittwoch des Hochwassers für den Bereich Gas und Wasser, berichtet von einer Gasleitung unter einer Brücke, die komplett überflutet war. „Wir hätten im Zweifel ganz Burg das Gas abdrehen müssen. Diese Leitung ist schwerer wieder in Betrieb zu nehmen.“ Sie habe dann aber „hervorragend“ gehalten – auch wegen eines Rammschutzes. Weniger gut erging es einer Leitung am Kellershammer, die auf 120 Meter freigespült wurde. „Es gibt große Folgeschäden, die uns noch ein paar Wochen beschäftigen werden“, so Ebert.

Das sei aber nichts im Vergleich zum Ausmaß der Zerstörung an und in den Häusern. Die Verzweiflung, berichtet Ebert, habe er erst so richtig wahrgenommen, als die Sachen aus den Kellern geschleppt wurden. „Da stand teils schon Sperrmüll an der Straße, während andere Menschen noch Dinge retten wollten, die einfach nicht mehr zu retten waren. Ich hätte sie am liebsten in den Arm genommen und getröstet.“

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