Schnelles Internet

5G-Netz: Solingen zu 50 Prozent abgedeckt

Die Telekom startet 5G und baut in Solingen 20 Masten wie an der Friedenstraße mit der neuen Funktechnik bis Mitte Juli um. Foto: Christian Beier
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Die Telekom startet 5G und baut in Solingen 20 Masten wie an der Friedenstraße mit der neuen Funktechnik bis Mitte Juli um.

Telekom bietet dank vorhandener Technik ultraschnellen Funkstandard an.

  • Der neue 5G-Standard soll unter anderem für besseres mobiles Internet sorgen.
  • Telekom profitiert beim Ausbau von bisher eingesetzter Technik in Solingen.
  • Gewerbegebiet Stöcken bekommt leistungsfähiges Netz. 

Von Philipp Müller

Solingen. Mitte Juli sei der Umbau vorhandener 20 Funkantennen für den neuen 5G-Standard abgeschlossen, und die Telekom erreiche dann eine Netzabdeckung von etwa 50 Prozent im Stadtgebiet Solingen. Das erklärte das Bonner Unternehmen aktuell. „Unser Ziel ist es, bis Ende 2025 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche mit 5G zu versorgen“, erklärt dazu ein Telekomsprecher.

Alexander Osterhold von der Solinger Wirtschaftsförderung sieht in dem neuen Netz, das unter anderem für besseres mobiles Internet sorgen soll, gute Chancen für die Wirtschaft. Denn es seien neue Geschäftsmodelle für mit viel Datentransfer denkbar. Osterhold erklärt, dass die Telekom in Solingen beim schnellen 5G-Ausbau von der bisher in der Klingenstadt eingesetzten Technik profitiere.

„Solingen liegt vorne, in Frankfurt und München gibt es noch kaum 5G.“

Alexander Osterhold, Wirtschaftsförderung

Technisch passiere nicht viel, aber dies mit großer Wirkung. Die vorhandenen Solinger Antennen, in denen vermutlich Huawei-Module eingesetzt sind, müssten baulich nicht verändert werden. Dort wo die Telekom Ericsson-Antennen einsetze, sehe das anders aus. „Solingen liegt so vorne, in Frankfurt und München gibt es kaum 5G.“

Die Telekom erklärt dazu: „5G ist technisch kein eigenständiges Netz, sondern baut in das bestehende 4G-Netz neue Funktionen und technische Eigenschaften ein.“ Dabei setze das Unternehmen weiter auf die „Bestandslieferanten Ericsson und Huawei.“

Der chinesische Konzern ist dabei umstritten. Es bestehe der Verdacht, dass das Unternehmen den Datenverkehr ausspionieren könnte. Das habe auch die Telekom im Blick und sagt dazu: Man habe sich bereits 2019 dazu entschlossen, „chinesische Lieferanten aus dem sicherheitskritischen Kernnetz auszuphasen“. Eine Datenverarbeitung finde in diesem „Radio Access Network“ (RAN) nicht statt.

Der Breitbandbeauftragte der Wirtschaftsförderung Osterhold teilt die Bedenken auch nicht. Das Bundesamt für Sicherheit (BSI) habe mitgeteilt, dass keine Fälle bekannt seien, dass die Chinesen im 5G-Netz mithören würden.

Die Telekom setzt beim Netzausbau auf zwei Wege. Im 2,1-Gigahertz-Band soll vor allem in der Fläche das neue Angebot funken, weil die Signale weitere Wege gehen könnten. Frequenzen mit kürzeren Reichweiten – dort kommt das 3,6-Gigahertz-Band zum Einsatz – spielten ihre Stärken in Städten aus. Zugleich seien beide Netzwerke für mehr Geschwindigkeit kombinierbar.

Doch das führe am Ende für den Endverbraucher nicht zu einer wirklich spürbar höheren Geschwindigkeit, erläutert Osterhold. Aber die Netze könne die Telekom so konfigurieren, dass gerade in Ballungsräumen wie Solingen deutlich mehr Daten ohne Zeitverzug zu versenden sind. Das sei fürs autonome Fahren wichtig.

Das 5G-Netz mache eventuell auch beim Ausbau der Stadt zur Smart City Sinn. Auch die Messdaten von Sensoren seien beispielsweise über den Weg leicht in großer Menge einzusammeln.

Solingen: Ins Rasspe-Gewerbegebiet kommt das schnelle 5G-Netz

Im in Entwicklung befindlichen Gewerbegebiet Stöcken, früher Rasspe, werde die Telekom ein leistungsfähiges 5G-Netz anbieten. Das hätten Gespräche der Wirtschaftsförderung als Ergebnis erzielt. Darin sieht Osterhold einen Pluspunkt für die Gewerbeansiedlung. „Geschäftsmodellen, die auf viel Datentransfer setzen, können wir einen modernen Standort anbieten.“

Internet-Störung

Ende Mai klagten einige Leser des Solinger Tageblatts über gestörtes Internet in Ohligs. Das sei seit dem 9. Juni behoben, erklärt die Telekom. Ein Kabel sei bei Bohrarbeiten am Hermann-Löns-Weg zerstört worden. Die Schadstellen lagen in rund fünf Metern Tiefe, so dass aufwendige Tiefbauarbeiten notwendig gewesen seien, erklärt die Firma.

Ein weiterer Mobilfunkanbieter startete 5G-Technik in Solingen: Einer der ersten 40 Standorte bundesweit ist an der Raststätte Ohligser Heide.

Standpunkt: Solingen funkt schnell

Von Philipp Müller

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Sicher, die Telekom ist nur ein Anbieter für das schnelle 5G-Netz. Doch er ist bedeutend. Und so sind die Nachrichten, dass Solingen auf der Hälfte seiner Fläche ab Mitte Juli von dem schnellen Netz-Standard profitieren kann, gute Nachrichten. Denn alles, was mit Internet und mobilem Datenverkehr zu tun hat, ist heute ein wichtiger Standort-Faktor im Ringen um Neuansiedlungen von Firmen und Investitionen von vorhandenen Unternehmen. Allerdings schafft 5G nicht automatisch Arbeitsplätze oder sichert sie. 

Die Firmen müssen den Vorteil des schnelle Funkens und Versendens von großen Datenmengen auch für ihr Geschäftsmodell zu nutzen wissen. Da ist dann eben die bergische Kreativität in der Stadt der Tüftler gefragt. Software-Schmieden und Handwerker für das digitale Rüstwerkzeug modernster Wirtschaft von der Homepage bis zum Server gibt es in Solingen. Es könnten mehr sei. Und da liegt die Wirtschaftsförderung an dieser Stelle sicher richtig, für das Rasspe-Gelände den Funkstandard 5G gleich mit als Angebot in die Broschüren für die Vermarktung schreiben zu können.

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

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