Ehrenamt

50 Ehrenamtler erfüllt der Dienst bei der Telefonseelsorge

Bei einem kleinen Festakt betonte Superintendentin Dr. Ilka Werner die Bedeutung des ehrenamtlichen Angebots der Telefonseelsorge Solingen.
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Bei einem kleinen Festakt betonte Superintendentin Dr. Ilka Werner die Bedeutung des ehrenamtlichen Angebots der Telefonseelsorge Solingen.

Verein besteht seit 45 Jahren – neue Ausbildung ab November.

Von Holger Hoeck

Solingen. 1977 wurde die Telefonseelsorge Solingen in der Freien evangelischen Gemeinde Oststraße gegründet. Bei einem Festakt konnte das Team nun das 45-jährige Bestehen in der Kirche auf dem Gelände der LVR-Jugendhilfe-Einrichtung Halfeshof feiern. Der Verein ist aufgrund seiner Unabhängigkeit gegenüber der sonst oft konfessionell getragenen Telefonseelsorge bundesweit eher eine Seltenheit.

Neben Vorstandsmitgliedern und aktiven Ehrenamtlern, von denen einige für ihre langjährige Tätigkeit mit einer Urkunde gewürdigt wurden, konnte Ben Repp, Leiter der Jugendeinrichtung, unter anderem auch Schirmherrin und Superintendentin Dr. Ilka Werner begrüßen. In seiner Ansprache betonte Repp die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements. „Ihre Arbeit ist bewundernswert, zumal der Erfolg ihres Dienstes in der Telefonseelsorge nur sehr schwer, wenn überhaupt, messbar ist. Sie bekommen wahrscheinlich kaum eine Rückmeldung, dass Ihre Arbeit jemandem geholfen hat. Daher habe ich großen Respekt vor dieser Tätigkeit.“

Aktuell wirken rund 50 Mitglieder ehrenamtlich, die dreimal im Monat für jeweils vier Stunden einen Einsatz übernehmen. Ihre Aufgabe ist es, Anrufern in persönlichen Krisensituationen beizustehen. „Das Allerwichtigste ist hierbei, dass man den Menschen zuhört, ihnen Trost spendet und sie zur Selbsthilfe ermutigt. Ich versuche immer, die anrufenden Personen zu motivieren, selber über mögliche Lösungen nachzudenken“, sagt eine 80-jährige Ehrenamtlerin, die von Oberbürgermeister Tim Kurzbach für 27 Jahre Seelsorgetätigkeit ausgezeichnet wurde. „Auch ich profitiere von der Tätigkeit, denn die Menschen geben mir etwas zurück. Ich finde es großartig, dass sie sich mir anvertrauen und bereit sind, vieles, auch wirklich sehr Persönliches, mit mir zu teilen.“

Für die Mitarbeit bei der Telefonseelsorge ist eine einjährige Ausbildung notwendig, da eine individuelle Hilfsbereitschaft alleine nicht ausreicht, um Menschen in Krisensituationen bestmöglich zu beraten und zu verstehen. „Kommunikationstraining ist dabei von ganz elementarer Bedeutung. Doch jeder sollte auch seine eigenen Grenzen und seine Belastbarkeit kennen. Und natürlich wird themenspezifisches Wissen im Kurs vermittelt“, erklärt Ausbildungsleiterin Karin Hakenberg. Der nächste Ausbildungskurs, für den noch Plätze frei sind, beginnt im November.

Auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach fand lobende Worte für die engagierten Bürgerinnen und Bürger. „So manche Träne können Sie trocknen, und Sie machen den Menschen Mut. Das ist heutzutage sehr viel wert.“

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