Digitalpakt Schule

3500 iPads für bedürftige Schüler

Jennifer Cyganek, Strategieexpertin Schulverwaltung, OB Tim Kurzbach und Dirk Wagner, Digitalisierungsbeauftragter der Stadt, mit den neuen Tablets, die noch in dieser Woche in den Schulen verteilt werden.
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Jennifer Cyganek, Strategieexpertin Schulverwaltung, OB Tim Kurzbach und Dirk Wagner, Digitalisierungsbeauftragter der Stadt, mit den neuen Tablets, die noch in dieser Woche in den Schulen verteilt werden.

Stadt Solingen investiert 2,4 Millionen Euro in Verleihgeräte.

Von Katharina Birkenbeul

Solingen. Von Mitte März bis zu den Sommerferien war für die Solinger Schüler Homeschooling angesagt. Und auch jetzt hat das digitale Lernen nicht an Bedeutung verloren. Aber: Nicht alle Schüler verfügen zuhause über die notwendigen technischen Gegebenheiten. Deshalb hat die Stadt nun 3500 iPads für bedürftige Schüler angeschafft, die seit Montag als Leihgabe ausgegeben werden.

„Digitales Lernen endet nicht hier. Mein Ziel ist es, im Laufe der Jahre alle Grundschüler mit iPads auszustatten.“ 

Oberbürgermeister Tim Kurzbach

„Wir waren digital bereits gut aufgestellt, hatten beispielsweise Cloudsysteme für die Schulen. Aber uns war klar, dass wir die Digitalisierung der Schulen an dem Punkt noch nicht stoppen wollen“, erklärt Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Bereits im Mai, also während des Lockdowns, startete die Stadt deshalb eine Umfrage bei den Schulen, welche Kinder Bedarf an einem Leihtablet haben. Kurz darauf wurden die 3500 Tablets inklusive Stift, Tastatur und Schutzhülle bestellt. 1700 davon mit Mobilverträgen, die an die Kinder ausgegeben werden, die keinen Wlan-Anschluss zuhause besitzen. Die neuen Geräte ergänzen die bisher vorhandenen 1000 Tablets, die jedoch nur innerhalb der jeweiligen Schule genutzt werden dürfen.

2,4 Millionen Euro kostete die Anschaffung der neuen mobilen Geräte. 1,3 Millionen Euro kommen dabei aus den coronabedingt von Bund und Land bereitgestellten Töpfen für bedürftige Kinder. Da diese Summe nicht ausreichte, kommen die restlichen 1,1 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt.

Die Tablets stehen nun zuerst den Schülern zur Verfügung, die Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben. Die mobilen Geräte werden personalisiert und verliehen „wie ein Schulbuch“. Dafür muss ein Leihvertrag mit den Schülern eingegangen werden, in dem auch vorgegeben ist, dass die Tablets zwar sowohl in der Schule als auch zuhause genutzt werden dürfen, allerdings nur für schulische Zwecke, beschreibt Jennifer Cyganek, Strategieexpertin Schulverwaltung.

Zunächst gebe es keinen allzu großen Spielraum, viel mehr als die Schüler, die auch im Bildungs- und Teilhabepaket sind, ebenfalls mit Tablets auszustatten. Dafür würden die finanziellen Mittel fehlen.

„Wir möchten, dass wenn wir Geräte anschaffen, diese auch genutzt werden“, so Dirk Wagner, Digitalisierungsbeauftragter der Stadt. Das bedeute jedoch nicht, dass jeder Schüler nun ein iPad inklusive Ausstattung brauche. Auch mit dem bereits vorhandenen Gerät, unabhängig vom Hersteller, könne gearbeitet werden.

Oberbürgermeister lobt Team für Zusammenarbeit

Der Digitalisierungsbeauftragte hofft bei der Lebensdauer der Geräte auf vier Jahre. „Wir rechnen aber damit, dass bei der Nutzung in den Schulen durchaus mal technische Probleme entstehen. Dafür haben wir demnächst einen leistungsfähigen IT Dienstleister, der sich mit einigen Mitarbeitern nur auf den Bereich Schule fokussiert“, erklärt Wagner.

Bei der Organisation, die die Umfrage, die Bestellung und auch die Verteilung der Geräte mit einschließt, betonen sowohl Tim Kurzbach als auch Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne), die gute Zusammenarbeit zwischen Schulen, IT und Stadt. „Die Bereitstellung und Einrichtung der iPads stellen eine Herausforderung für Verwaltung und Schulen dar, die wir aber mit vereinten Kräften bewältigen werden“, sagt Becker. Oberbürgermeister Tim Kurzbach plant zudem in Sachen Tablets einen nächsten Schritt: „ Mit Beginn des nächsten Schuljahres im Sommer 2021 wollen wir sukzessive alle Solinger Grundschüler mit iPads ausstatten.“

Digitalpakt Schule

Digitalpakt Schule: Vor einer Woche übergab NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer einen Förderbescheid über 3,15 Millionen Euro aus dem „Digitalpakt Schule“. Diese Mittel sollen in die gesamte IT-Infrastruktur der Solinger Schulen investiert werden.

Ziele: Mit dem Geld sollen neben mobilen Endgeräten auch der weitere Ausbau der Inhouse-Verkabelung und die digitale Präsentationstechnik finanziert werden. Außerdem sollen alle 40 Schulen an 55 Standorten mit Wlan ausgestattet werden.

Die Stadt Solingen hat als Teil des Digitalpakts bislang einen Antrag für eine Netzwerkverkabelung einer Schule gestellt.

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