Bund und Land fördern Ausbau

3300 Adressen in Solingen erhalten Glasfaseranschluss

Freuen sich auf den Projektstart (v. l.): Alexander Osterhold, Nils Waning, Projektleiterin Lisa Ottenhues und Tim Kurzbach. Foto: Christian Beier
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Freuen sich auf den Projektstart (v. l.): Alexander Osterhold, Nils Waning, Projektleiterin Lisa Ottenhues und Tim Kurzbach.

Die letzten „weißen Flecken“ sollen von der Solinger Landkarte verschwinden.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Bund und Land stellen 20,6 Millionen Euro zur Verfügung, um Gebiete mit schlechter Internetverbindung ans Glasfasernetz anzuschließen. Davon profitieren bis zu 3300 unterversorgte Privat- und Firmenadressen. Der Ausbau soll im letzten Quartal 2021 beginnen und rund zweieinhalb Jahre dauern.

Die Epcan GmbH (Eigenschreibweise: epcan) ist mit dem Projekt befasst. Das Unternehmen mit Sitz im münsterländischen Vreden hat sich beim zweiten Vergabeverfahren durchgesetzt. In der ersten Ausschreibungsrunde 2018 hatte die Stadt aufgrund „der knappen Ressourcen in der Telekommunikationsbranche“ keinen Anbieter gefunden.

„Das Thema ist in aller Munde. Der Markt reagiert aber nur auf die Nachfrage, wo Gewinne abzuschöpfen sind“, erklärte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) bei einem Pressegespräch. Das ist bei den sogenannten weißen Flecken offensichtlich nicht der Fall. So werden Orte bezeichnet, an denen eine geringere Datenübertragungsrate als 30 Megabit pro Sekunde verfügbar ist. In Solingen trifft das beispielsweise auf Randlagen wie Höhrath oder Wiescheid zu.

Doch auch an recht zentral gelegenen Orten kann es Probleme geben. „Als hätte man mit einer Schrotflinte auf die Landkarte geschossen“, beschrieb Breitbandkoordinator Alexander Osterhold die Verteilung der weißen Flecken in der Klingenstadt. Um dort, wo ein Marktversagen zu beobachten ist, schnelles Internet zu ermöglichen, haben Bund und Land ein Förderprogramm aufgelegt.

Solingen: Alle Schulen sind ans Breitbandnetz angeschlossen, Kitas sollen folgen

„Jeder in diesen Gebieten hat dadurch die Chance auf einen Glasfaseranschluss“, erklärte Epcan-Geschäftsführer Nils Waning. Ab Mitte August plant das Unternehmen, das auf Projekte wie in Solingen spezialisiert ist, eine sechs- bis achtwöchige „Nachfragebündelung“. Bei den betroffenen Solingern soll postalisch und mit Informationsveranstaltungen für das Angebot geworben werden. Wer sich für den Anschluss seiner Immobilie entscheidet, erhält diesen kostenlos. Waning hofft auf eine Quote von mehr als 95 Prozent. Bei vergleichbaren Projekten seien solche Werte nicht unüblich. „Der Bedarf ist groß“, bestätigte Osterhold.

Mit Epcan in der Folge einen Vertrag für Internet und Telefonie abzuschließen ist möglich, allerdings nicht verpflichtend. Auch andere Anbieter können die Infrastruktur nutzen. Wichtig ist: Wer sich erst nach der Nachfragebündelung und der Netzplanung für einen Glasfaseranschluss entscheidet, muss die Kosten für die Leitung von der Grundstücksgrenze bis ins Gebäude selbst tragen.

„Wir schaffen die Rahmenbedingungen, nun liegt es an den Unternehmen und Privatleuten, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen“, betonte Tim Kurzbach. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, verfügen laut Stadt knapp 20 Prozent der Solinger Haushalte über einen Glasfaseranschluss. Hinzu kommen 13 Gewerbegebiete, die die Technischen Betriebe vollständig mit Glasfaser ausgestattet haben, und 15 weitere, die „weitgehend ausgebaut“ seien. Inzwischen haben zudem alle Schulen der Stadt Zugang zum Breitbandnetz, die Kindergärten sollen folgen.

breitband.solingen.de

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