Entwicklung

3-D-Druck kommt rasant voran

Der Drucker der Solinger Firma Sidl, beeindruckte die Teilnehmer. Damit lässt sich ein Laufrad ausdrucken. V. l.: Florian Meise, Frank Balkenhol, Janine und Michael Schulte, Lea Pistorius und Sven Wagner. Foto: Uli Preuss
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Der Drucker der Solinger Firma Sidl, beeindruckte die Teilnehmer. Damit lässt sich ein Laufrad ausdrucken. V. l.: Florian Meise, Frank Balkenhol, Janine und Michael Schulte, Lea Pistorius und Sven Wagner.

Beim Netzwerk-Treffen besticht ein Modell aus Solingen, das selbst Laufräder ausspuckt. Eine andere Maschine druckt gar frei im Raum.

Von Thomas Kraft

Wer im 3D-Druckverfahren etwas Neues entwickelt, muss aufpassen, dass er währenddessen nicht abgehängt wird. So rasant verändern sich die Voraussetzungen auf diesem Technologiefeld. Am Mittwoch zündete die städtische Wirtschaftsförderung bei einem Treffen des 3D-Netzwerks im Gründer- und Technologiezentrum an der Grünewalder Straße „die nächste Stufe der Revolution“, wie es Geschäftsführer Frank Balkenhol formulierte.

Verschiedene Referenten aus Industrie, Wissenschaft und Forschung informierten über den Stand der Entwicklung. Vor allem aber waren vor Ort neueste Druckermodelle zu bestaunen. „Mit reiner Theorie kann man nicht so überzeugen wie mit der Praxis“, weiß Werner Koch. Er ist Koordinator des 3D-Netzwerks, mit dem Solingen in NRW ganz vorne rangiert.

In der alten Maschinenhalle konnten die Teilnehmer einen neuen Drucker des Solinger IT-Entwicklers Sidl bestaunen. Dieser arbeitet zwar noch im üblichen Verfahren, indem er Schicht für Schicht aufträgt. Die Maschine besticht aber durch ihre Flexibilität.

Der Drucker kann sich an die Größe des Produkts anpassen

Montiert auf ein Rahmenprofil des Solinger Unternehmens Item ist sie im Grunde beliebig verstellbar. „Der Drucker kann sich an die Größe des Produkts anpassen, das gewünscht ist“, erklärte Sidl-Chef Michael Schulte. Zur Vorführung ließ er einen Pumpendeckel drucken. Er hat auf diese Weise aber auch schon ein Kinder-Laufrad gefertigt. „Das lässt sich dann ganz individuell gestalten“, sagt Schulte.

Etwa drei Wochen habe er benötigt, um das Druckermodell mit seinen sieben Motoren zu konstruieren, erklärte der Solinger. Für das Laufrad musste er knapp 100 Stunden drucken. Genehmige er sich dafür die doppelte Zeit, werde es auch so stabil, dass es gefahren werden könne.

Bei Kosten von mehreren hundert Euro rentiere sich die Herstellungsmethode allerdings derzeit noch nicht für Mengenproduktionen, sondern nur für individuelle Wünsche. „Im Moment geht es vor allem darum, schnell erste Prototypen zu schaffen.“ Werden diese für gut befunden, können sie später konventionell in Fertigung gehen. Auch hier gilt: „Viele brauchen etwas zum Anfassen, um sich darunter wirklich etwas vorstellen zu können“, weiß Schulte. Das gilt gerade in der Entwicklung eines künftigen Produkts.

E

NETZWERK

ZIEL Viele Firmen der Region fertigen in den Bereichen Metall, Maschinenbau, Oberflächen- und Kunststofftechnik. Für sie bietet 3-D-Druck viele Chancen für neue Verfahren und Produkte. Das Netz mit etwa 200 Mitgliedern soll dabei helfen.

in Drucker wie der von Sidl ist mit anderen kombinierbar, um dann Teile zusammenzuführen. „Wie im Baukasten“, meint Frank Balkenhol. Er verwies auf ein spektakuläres Modell im ersten Stock des Gründerzentrums. Dort zeigte die niederländische Firma Opiliones, die ebenfalls zum Netzwerk gehört, einen Drucker, der nicht mehr Schichten aufeinander trägt, sondern frei im Raum druckt. So schnell und stabil härtet das Material. „Das ist der nächste Level“, sagt Balkenhol. „Irgendwann“, glaubt dessen Mitarbeiterin Lea Pistgorius, „wird alles gedruckt.“

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