Vortrag

200 Zuhörer haben Spaß an Laurent Charnays Plaudereien

Laurent Charnay bot Unterhaltsames.
+
Laurent Charnay bot Unterhaltsames.

Von Deutschen, Franzosen und dem, was sie unterscheidet – unterhaltsamer Abend in der Cobra.

Von Andreas Römer

Solingen. Den ersten Jubel bekam Laurent Charnay am Donnerstagabend in der Cobra als er erzählte, dass er seit 30 Jahren in Solingen lebt und davon die letzten 20 Jahre in Merscheid – also als Nachbar der Cobra. Laurent Charnay ist Franzose, was man immer noch hört, geboren in Arcachon an der Atlantikküste in der Nähe von Bordeaux. Er erzählte zwei Stunden von seinen Landsleuten, wollte herausfinden, ob die Franzosen tatsächlich so lässig sind, wie man immer meint. Und er füllte den Abend mit wunderbaren kleinen Anekdoten über Begegnungen mit Franzosen.

Es war ein lustiger und lehrreicher Vortrag, den Charnay vor vollem Haus hielt. Mehr als 200 Besucher waren gekommen, darunter einige seiner Landsleute. Zunächst gab es ein paar harte Fakten zum Nachbarland. Rekorde hält man dort im Verzehr von Baguette – hier stimmt also das Klischee: Unfassbare sechs Milliarden Baguettes werden pro Jahr in Frankreich verkauft, was bedeutet, dass jeder Franzose, also auch jedes Baby, ein halbes Baguette pro Tag isst. 1200 Käsesorten gibt im Land und Frankreich ist mit 30 000 Kreisverkehren absoluter Weltmeister, wie Charnay berichte.

Als Kenner beider Länder erwies sich der Franzose bei der Herausarbeitung wesentlicher Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen. „Der Deutsche ist zuversichtlicher, selbstbewusst, eher positiv“, glaubt Charnay. „Hier sagt man immer erst einmal ‚Ja, das klappt‘, um dann ein ‚aber‘ folgen zu lassen.“ Der Franzose sei da skeptischer: „Er sagt immer erst einmal ‚Nein, das geht nicht‘ und am Ende klappt es doch.“

Herrlich schilderte der Conférencier deutsch-französische Arbeitsmeetings oder Videokonferenzen. Während die Deutschen in den Meetings Ergebnisse erreichen wollen, sei es für die Franzosen eher der Platz zum Gedankenaustausch. „Die Entscheidungen werden in Frankreich in der Pause an der Kaffeemaschine getroffen“, schilderte Laurent Charnay einen wesentlichen Unterschied.

Vergnüglich waren seine Schilderungen über Flieger der Air France mit schlecht Englisch sprechendem Personal, viersprachiges Personal im Thalys oder seine Erfahrungen mit dem Radiosender FM 107.7, der nur über die Lage auf französischen Autobahnen berichte und schon mal die Sichtung eines Rehs bei Kilometer 436 stundenlang wiederhole, als sei das Reh noch dort.

Nach zahlreichen witzigen Episoden wie „In Frankreich liegt der Kunde grundsätzlich falsch“, dankte das Publikum für einen gelungenen Abend mit langanhaltendem Applaus.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfall: Eine Person verletzt
Unfall: Eine Person verletzt
Unfall: Eine Person verletzt
Alter Markt: Kuben sind ungepflegt
Alter Markt: Kuben sind ungepflegt
Alter Markt: Kuben sind ungepflegt
Busse fahren in Solingen auf Straßenbahnlinien
Busse fahren in Solingen auf Straßenbahnlinien
Busse fahren in Solingen auf Straßenbahnlinien
Das Landhaus Kovelenberg wird indisch
Das Landhaus Kovelenberg wird indisch
Das Landhaus Kovelenberg wird indisch

Kommentare