Vortrag

Wirtschaftsverbrechen in Solingen: 1600 Zwangsarbeiter in der Klingenstadt

Ein Vortrag hat sich mit der Zeit zwischen 1933 udn 1945 beschäftigt.

Von Wolfgang Günther

Solingen. In einer Veranstaltung des Solinger Kreisverbandes der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und des Max-Leven-Zentrums wurde am Donnerstagabend im Zentrum für Verfolgte Künste über Verbrechen der deutschen Wirtschaft in der Zeit von 1933 bis 1945 diskutiert. Als Referenten waren der Wuppertaler Historiker Stephan Stracke, und der Journalist Ulrich Sander eingeladen. Anlass war das Erscheinen des Buches „Braunes Erbe – Die dunkle Geschichte der reichsten deutschen Unternehmerdynastien“ des niederländischen Journalisten David de Jong.

„Die fatale Verbindung zwischen der deutschen Wirtschaft und den Nationalsozialisten löst heutzutage immer neue Debatten aus, und ist noch lange nicht vollständig aufgearbeitet; zudem ruht auch wohl ein Tabu auf dem Thema“, sagte Ulrich Sander, der auch in Ausstellungen zum Thema Deutschland ab 1933 bis zum Ende des Weltkriegs 1945 diesen Aspekt oft vermisst.

Dazu würden manche Firmen auch diesen Teil ihrer Geschichte ausblenden. Schon ab 1925 hätten führende Vertreter der deutschen Wirtschaft Kontakt zu den Nationalsozialisten gehabt, und die NSDAP ab Anfang 1933 auch gefördert, und bereitwillig mit großzügigen Geldmitteln im Wahlkampf unterstützt. Dazu wären deutsche Unternehmer in großer Zahl nach der Machtübernahme in die Partei eingetreten.

Stephan Stracke hat im Bergischen Städtedreieck intensiv über das Thema der Verstrickung der regionalen deutschen Wirtschaft in die Verbrechen der Nationalsozialisten geforscht, und sich besonders dem Schicksal der Zwangsarbeiter im Städtedreieck gewidmet. „Etwa 15 Millionen Menschen wurden aus ihrer Heimat entführt, und in Deutschland unter schrecklichen Bedingungen zur schweren Arbeit gezwungen“, sagte der Historiker.

Reger Bedarf, Fragen zu stellen und zu diskutieren

In Wuppertal wurden Zwangsarbeiter im Textilbereich eingesetzt, in Solingen arbeiteten etwa 16 000 Menschen in verschiedenen Betrieben, darunter auch Werke der Rüstungsindustrie. Diese Frauen und Männer kamen hauptsächlich aus Russland, und wurden kurz vor Ende des Weltkriegs noch wieder in Marsch gesetzt, oder sogar getötet.

Die Ausführungen des Referenten lösten viele Fragen aus, die ausführlich beantwortet und diskutiert wurden.

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