Comedy

150 Zuschauer lachen über die Fußballmutter

Für Mirja Boes war es ein leichtes, das Cobra-Publikum in ihren Bann zu ziehen. Begleitet wurde sie von ihrer Band Honkey Donkeys.
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Für Mirja Boes war es ein leichtes, das Cobra-Publikum in ihren Bann zu ziehen. Begleitet wurde sie von ihrer Band Honkey Donkeys.

Mirja Boes und ihre Honkey Donkeys begeistern in der Cobra.

Von Andreas Römer

Solingen. Zwei Stunden Schwachsinn kündigte Mirja Boes zu Beginn des Abends an und spielte gleich mit dem Publikum. Die Zuschauer am Sonntagabend in der Cobra wurden zunächst mit Lob überschüttet: „Ich seid sehr attraktiv und habt auch einen guten Geschmack“, so Boes. Wie ernst Komplimente der Komikerin zu nehmen sind, wurde dann gleich im nächsten Lied deutlich. Für die gute Stimmung sollten die Handys leuchten, eine romantische Stimmung für ihr „Liebeslied“ erzeugen. Die groß angekündigte Liebe galt dann allerdings nur den Produkten des Wurstwarenfachverkäufers.

Unterhalten wollte Mirja Boes mit ihrer Band Honkey Donkeys die rund 150 Zuschauer im Saal. Und das schaffte sie mühelos. Mit zotigem Humor erzählte sie zwischen den Liedern aus ihrem Familienleben mit zwei Kindern. Vom Kinder-Tüv (U-Untersuchung) über Homeschooling bis zur Fußballmama schilderte sie Erfahrungen und brachte das Publikum mit skurrilen Sprüchen zum Lachen. Wie die Zeiten sich verändert hätten. Früher hätten die Omas auch mal auf die Kinder aufgepasst, „heute sind die Omas entweder beim Power-Yoga oder im Urlaub“, so Boes.

Zum Brüllen komisch sind die Kostüme, in denen die vier Bandmitglieder immer wieder auf die Bühne kommen. Im farbigen Ballett-Outfit mit Tutu, als Obst oder Gemüse, in schreiend buntem Anzug oder im Doppelripp-Unterhemd mit Jogginghose und dicker Goldkette: Die Jungs sind sich offensichtlich für nichts zu schade und werden entsprechend von ihrer „Chefin“ auch ordentlich aufgezogen. Musikalisch sind die vier aber ebenfalls gut und vielseitig, wie sie am Schlager „Du hast mich 1000 Mal belogen“ zeigen. Den geben sie als Techno, als Kirchenlied, als Jodler oder auf Finnisch und im Bollywood-Stil zum Besten. Da fließen die Tränen im Publikum – vor Lachen.

Besonders gut kommt immer wieder die Kontaktaufnahme mit dem Publikum an. Gekonnt geht Boes mit den Erwartungen um, um sie dann mit einem Spruch in eine völlig andere Richtung zu drehen. „Wart ihr während Corona auch alle zuhause? Die ganze Familie war zu Hause. Bis Corona dachte ich, ich hätte eine nette Familie. . . “ Das Homeschooling sei sehr anstrengend gewesen und sie habe schnell gemerkt, „da ist nichts mit hochbegabt sein“.

Trotzdem sei sie für ihre zwei Söhne da, sei sogar eine FuBaMu – eine Fußballmutter. Aber auch das sei hart, denn die Regeln an der Seite seien strenger als auf dem Rasen, man dürfe nicht einmal fluchen und auch die Trommel und ihre Vuvuzela habe sie abgeben müssen. „Ich bin auf ein anderes Instrument umgestiegen und beherrsche jetzt die Sektflöte“, erzählt Boes.

Ganz am Schluss ist Zeit für Nachdenkliches

Die Komikerin will unterhalten und hält das Publikum fest in ihrem Bann. Die Lieder sind zumeist nach ihrem Motto für den Abend eher sinnfrei. „Ich mache es wie die Sonnenuhr und zähle nur die heiteren Stunden.“ „Das Leben ist eine gemischte Tüte und ich bin spannend wie ein Überraschungsei“ oder die Aufforderung „Iss doch mal was Fettiges“. Richtig böse ist der Song „Die Maske hat dich schöngemacht“. Wobei Mirja Boes erläutert, dass die Zeiten ohne Maske doch viel fröhlicher seien. „Man kann sich wieder anlächeln und sich dadurch einfach besser fühlen.“

Ganz am Schluss ist dann auch Zeit für Nachdenkliches: Boes erinnert an die Lage in der Ukraine und bittet um Spenden für die Arbeit von Trauma-Pädagogen.

Programm

„Heute Hü und morgen auch!“ heißt das aktuelle Programm der gebürtigen Viersenerin Mirja Boes. Die mehrfach mit dem deutschen Comedypreis ausgezeichnete Künstlerin lebt heute in Köln. Boes hat nach dem Abitur Italienisch, Spanisch, Musik- und Medienwissenschaften sowie Musical studiert. Ihr erstes Bühnenprogramm startete 2007. Sie war zuletzt 2019 in Solingen auf der Bühne.

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