22. Dezember

1000 Kilo Plätzchen bis Heiligabend

ST-Volontär Manuel Böhnke schaute Konditormeister Frank Schneider in der Stöcker-Backstube über die Schulter. Foto: Christian Beier
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ST-Volontär Manuel Böhnke schaute Konditormeister Frank Schneider in der Stöcker-Backstube über die Schulter.

Für Konditormeister Frank Schneider ist die Vorweihnachtszeit die stressigste des Jahres.

Von Manuel Böhnke

Es gibt ja ein paar Gerüche, die untrennbar mit Weihnachten verbunden sind. Für mich gehört etwa der Duft von Spekulatius dazu. Umso mehr freue ich mich, als ich den Hinterhof an der Löhdorfer Straße erreiche. Es riecht wunderbar nach Kardamom und Zimt. Während es noch dunkel ist, geht es in der Backstube der Bäckerei Stöcker hoch her. Und das seit Stunden. Um Mitternacht beginnen die Mitarbeiter, Brot, Semmel oder Kuchen zu backen. Wenn sich viele Menschen auf den Weg zur Arbeit machen, bewegen sie sich auf den Feierabend zu.

Mitten im Getümmel steht Frank Schneider. Der Geschäftsführer und Konditormeister ist für den Geruch verantwortlich, der mich in seine Backstube gezogen hat. Auf mehreren Blechen bereitet er gerade mit dem Spritzbeutel die nächsten Plätzchen-Ladungen vor: Kokos- und Haselnussmakronen sowie Spritzgebäck. Er sieht müde aus, als er jeden Keks einzeln auf dem Blech formt. Die größten Umsätze macht die Bäckerei zu dieser Jahreszeit. Das bedeutet Stress. Seit Mitte September läuft die Keks-Produktion. Gekauft werden sie Schneider zufolge, sobald die Tüten im Regel stehen.

Wenn die Weihnachtszeit vorüber ist, werden der Konditormeister und seine Kollegen schätzungsweise knapp 1000 Kilogramm Plätzchen gebacken haben. Alle zwei bis drei Tage wird Nachschub produziert. Vom Teig bis zur Verpackung: Alle Schritte erfolgen an der Löhdorfer Straße per Hand. „Das ist echtes Handwerk“, sagt Frank Schneider.

Der 56-Jährige schiebt die Kekse in den 190 Grad heißen Ofen. Zehn Minuten dauert es ungefähr, bis sie fertig sind. Wird der Plätzchen-Boden langsam dunkel, während der obere Teil noch leicht weich ist, ist er zufrieden. Die Plätzchen müssen abkühlen, Frank Schneider macht weiter. Bis zum Feierabend warten noch viele Aufgaben. Mein Arbeitstag beginnt da gerade erst. Als ich wieder im Auto sitze, bemerke ich, dass meine Kleidung nach Keksen duftet.

Hier finden Sie alle Teile unserer Serie "15 Minuten im Advent".

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