Kippa-Tag

100 Solinger stellen sich an die Seite der Juden

Als Zeichen der Solidarität trugen die männlichen Teilnehmer der Kundgebung auf dem Walter-Scheel-Platz Kippot.
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Als Zeichen der Solidarität trugen die männlichen Teilnehmer der Kundgebung auf dem Walter-Scheel-Platz Kippot.

Beim fünften Solinger Kippa-Tag riefen Redner vor dem Rathaus zu Toleranz und Zivilcourage auf.

Von Andreas Tews

Am Mittag empfing OB Tim Kurzbach Shmuel Boxer (r.), Bürgermeister von Ness Ziona, im Rathaus.

Solingen. Gegen den alltäglichen Antisemitismus müsse sich die gesamte Gesellschaft stellen, erklärte Leonid Goldberg. In Solingen sieht der Vorsitzende der für das Städtedreieck zuständigen Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal viele positive Zeichen. Das bezeichnete er beim fünften Solinger Kippa-Tag vor dem Rathaus als „sehr stark“. Dem Aufruf der Organisatoren waren etwa 100 Solinger gefolgt.

Der Kippa-Tag geht auf eine Idee aus Berlin zurück. Dort hatte 2018 eine solche Veranstaltung stattgefunden, nachdem zuvor ein Mann gewalttätig angegriffen worden war, weil er eine Kippa getragen hatte. Die Teilnehmer setzten sich als Zeichen der Solidarität Kippot auf. Dies fand in vielen Städten Nachahmer.

„Ich kenne keine zweite Stadt, die seit fünf Jahren jedes Jahr einen Kippa-Tag veranstaltet.“

Leonid Goldberg, Jüdische Kultusgemeinde

In den meisten Fällen seien es einmalige Veranstaltungen gewesen, schilderte Goldberg. In Solingen nicht, und dafür sei er dankbar. „Ich kenne keine zweite Stadt, die seit fünf Jahren jedes Jahr einen Kippa-Tag veranstaltet“, sagte er. Die Reden verfolgte auch der aus der israelischen Partnerstadt Ness Ziona angereiste Bürgermeister Shmuel Boxer. Er hatte sich zuvor in das Gästebuch der Stadt Solingen eingetragen.

Zeichen gegen Antisemitismus: Jüdisches Leben gehört zu Solingen

OB Kurzbach mahnte in Anlehnung an den Talmud, dass aus Gedanken schnell Worte, dann Taten und Gewohnheiten werden können. Dies präge den Charakter und am Ende das eigene Schicksal. Die Stadtgesellschaft dürfe es nicht zulassen, dass israelische oder Regenbogenfahnen angezündet werden. Kurzbach: „Wir machen uns schuldig, wenn wir nicht rechtzeitig intervenieren.“

Er, wie auch Goldberg und Bernd Krebs, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Freundeskreis Solingen-Ness Ziona betonten, dass Worte wie die des Palästinenserpräsidenten Abbas, der das Handeln des israelischen Staates mit dem Holocaust gleichsetzte, vor allem in Deutschland nicht unwidersprochen bleiben dürften. „Antisemitische Äußerungen machen Angst und schaffen Leid“, erklärte auch die evangelische Superintendentin Dr. Ilka Werner. Goldberg betonte aber: „Wir sind hier, und kein Mensch wird uns vertreiben.“

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