Verkehr

Zwischen Varresbeck und Elberfeld kracht es oft

Am starb ein Lastwagen-Fahrer bei einem Unfall auf der A 46. Das Fahrzeug stieß gegen einen Betonpfeiler.
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Am starb ein Lastwagen-Fahrer bei einem Unfall auf der A 46. Das Fahrzeug stieß gegen einen Betonpfeiler.

Wuppertal. Die Abschnitte der Autobahn 46 im Wuppertaler Stadtgebiet sind unterschiedlich gefährlich.

Von Anne Palka und Christian Töller

Auf den knapp acht Kilometern der Autobahn 46 zwischen Haan-Ost und Varresbeck geschehen jährlich rund 20 Unfälle, bei denen es Verletzte gibt: Das geht aus dem Unfallatlas der statistischen Ämter hervor. Über diesen Abschnitt wurde wegen der Dauer-Baustelle immer wieder diskutiert. Auf dem Abschnitt östlich davon, von Varresbeck bis Elberfeld, geschehen laut Atlas allerdings noch mehr Unfälle, die meisten auf der A 46 im Wuppertaler Stadtgebiet. Im Bereich Barmen gibt es die wenigsten Unfälle. Von Haan-Ost bis zum Kreuz Nord ist die Autobahn rund 21 Kilometer lang.

Entschärft wurde vor wenigen Monaten eine Stelle der
A 46-Baustelle in Vohwinkel. Dort baut die Autobahn GmbH Rheinland den Abschnitt zwischen Haan-Ost und dem Sonnborner Kreuz auf sechs Fahrstreifen aus. In der Baustelle mussten die Autofahrer die Fahrspur wechseln, dafür wurde eine Rampe gebaut. Danach stieg die Zahl der Unfälle. „Es ist schon auffällig, dass es dort mehr Auffahrunfälle gegeben hat“, sagte Andre Hartwich vom Polizeipräsidium Düsseldorf, das für die
A 46 zuständig ist. „Aufgrund der Rampe reduzieren die Autofahrer die Geschwindigkeit, so dass es zu den Unfällen kommt.“

Er betonte jedoch: „Nicht die Baustellen sind verantwortlich für die Unfälle, sondern am Ende die Autofahrer.“ Sie sollten in Baustellen besonders umsichtig fahren. Elmar Kok von der Autobahn GmbH erklärte, dass die Baufirma die Vorgaben für die Rampe an dieser Stelle nicht eingehalten habe. „Die Rampe wurde verlängert und der Übergang flacher gestaltet.“

Weitere Unfälle auchnach der Veränderung

Auch nachdem die Situation in der Baustelle verändert wurde, geschahen in diesem westlichen Teil der Wuppertaler
A 46 weitere Unfälle: Montag, 10. Oktober: Zwischen Haan-Ost und Sonnborner Kreuz fährt ein Autofahrer in die Leitplanke. Dienstag, 18. Oktober: Das Auto einer Fahrerin gerät ins Schleudern, in die Leitplanke und dann in Brand. Mittwoch, 2. November: Ein Lastwagenfahrer kommt zwischen Haan-Ost und Sonnborner Kreuz von der Fahrbahn ab, verliert die Kontrolle über den Sattelzug und fährt gegen den Pfeiler der Brücke Ehrenhainstraße. Der 51-jährige Mann aus Gevelsberg stirbt am Unfallort.

Donnerstag, 1. Dezember: Im Bereich Haan-Ost stoßen zwei Lastwagen zusammen, beide Fahrer werden leicht verletzt. Mittwoch, 7. Dezember: Zwischen den Anschlussstellen Cronenberg und Haan-Ost stoßen ein Auto und ein Lastwagen zusammen. Dienstag, 13. Dezember: Kurz vor dem Sonnborner Kreuz stoßen ein Lastwagen und ein Transporter zusammen, ein weiterer Unfall geschieht wenige Minuten später vor der Ausfahrt Cronenberg. Die Fälle, bei denen niemand verletzt wird, kommen nicht in den Unfallatlas der statistischen Ämter.

Um Maßnahmen für Stellen treffen zu können, an denen besonders viele Unfälle passieren, gibt es eine Kommission. Das Unfallgeschehen auf Autobahnen werde jährlich von Polizei, Straßenbau- und Straßenverkehrsbehörde analysiert, so die Bundesregierung, und hinsichtlich geeigneter verkehrlicher und baulicher Maßnahmen ausgewertet. Für den Wuppertaler Bereich der A 46 ist die Niederlassung Rheinland der Autobahn GmbH federführend. Eine Sprecherin teilt mit, dass die Autobahn GmbH für Gefahrenstellen auf Autobahnen und bei Auf- und Abfahrten zuständig sei. Die Auswertung erfolgt auf Grundlage von Unfallzahlen und -hergängen der Autobahnpolizei. Um Unfälle in Baustellen zu vermeiden, sollten Autofahrer dort generell sehr aufmerksam sein und mehr Abstand lassen, sagt Thomas Müther, Sprecher des ADAC Nordrhein.

Die Breite des eigenen Fahrzeugs erkennen

Besonders gefährlich seien Beginn und Ende von Baustellen sowie Baustellen im Bereich von Auf- und Abfahrten. „Besondere Aufmerksamkeit erfordern auch die oftmals sehr schmalen Fahrspuren in Baustellen. Hier sollten Autofahrer verstärkt versetzt fahren und auf das Überholen verzichten.“ Außerdem sei es wichtig, die Breite des eigenen Fahrzeugs zu kennen, weil die zulässige Breite für die linke und mittlere Spur in vielen Baustellen beschränkt sei. „Nervenschonender ist es im Baustellenbereich meist, auf der rechten Spur zu fahren.“ Damit Baustellen möglichst risikoarm sind, empfiehlt der ADAC den Planern, die Zahl der Fahrspuren nicht zu reduzieren, um Reißverschlussverfahren zu vermeiden. „Die Dauer von Baustellen sollte möglichst kurz gehalten und bei Planung, Ausschreibung und Vergabe sollten alle verkehrlichen Belange stärker berücksichtigt werden. Das alles trägt dazu bei, Verkehrsbeeinträchtigungen zu verringern. Dadurch können schwere Auffahrunfälle am Stauende und in der Folge Staus vermieden werden.“

unfallatlas.statistikportal.de

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