Radfahren in Wuppertal-Vohwinkel

Radwege sind mit Schrecksekunden verbunden

Die Strecke über den Park & Ride-Parkplatz am Bahnhof Vohwinkel ist für Radfahrer mitunter mit Schrecksekunden verbunden. Foto: Stefan Fries
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Die Strecke über den Park & Ride-Parkplatz am Bahnhof Vohwinkel ist für Radfahrer mitunter mit Schrecksekunden verbunden.

Wuppertal. Es ist Frühling in Wuppertal und die Sonne scheint. Für viele bedeutet das: Die Fahrrad-Saison beginnt.

Von Jerrit Schloßer

Auch in Vohwinkel nutzen viele das schöne Wetter, um sich auf das Rad zu schwingen. Doch das Radfahren im westlichsten Stadtteil Wuppertals birgt Gefahren. Nicht jeder Radfahrer ist zufrieden mit der allgemeinen Verkehrssituation und den Radwegen.

So geht es auch Michael Lach. Auf seinem Weg von der Nordbahntrasse hin zum Vohwinkler Bahnhof leitet ihn der der offizielle Radweg über den Park & Ride-Parkplatz. Dort wird zwar mit Bodenmarkierungen auf Radfahrer aufmerksam gemacht, ein Restrisiko scheint jedoch zu bleiben. Auf den letzten Metern vor dem Bahnhofseingang muss Lach einem ausparkenden Auto ausweichen, das ihn übersehen hat.

„Sowas ist mir schon öfter passiert“, erzählt er. Dass der Radweg von der Nordbahntrasse auf einem Parkplatz mündet, empfindet Lach als unsinnig. Doch es ist nicht nur der Parkplatz, der ihn stört. „Hinter dem Parkplatz geht der Weg auch doof weiter“, erzählt er. Es gebe dort kaum eingezeichnete Radwege, die vor Autos schützen. Ähnlich sieht es ein paar hundert Meter vor dem Trassenende aus. Auf dem Radweg, der von der Nordbahntrasse herunterführt, gibt es eine Unterbrechung, wo Radfahrer sich die Straße mit Autos teilen müssen. „Das ist auf jeden Fall auch eine Gefahrenstelle“, bemängelt Lach. „Die Autos fahren schnell und nehmen keine Rücksicht“, schildert er die Situation.

Passant Roland Böhm geht es ähnlich. Er fühlt sich als Radfahrer ebenfalls nicht wohl neben Autos. Die Straßen in Vohwinkel empfindet er als unsicher. Zu eng seien die Straßen. „Manche Radwege hören mitten auf der Straße auf“, kritisiert er. Die Konsequenz, die Böhm zieht, ist simpel: „Ich fahre nur noch auf der Nordbahntrasse“, erzählt er. Die Lösung, mehr Radwege aufzuzeichnen, hält Böhm jedoch für unrealistisch. „Die Straßen im Tal sind einfach zu eng. Da ist kein Platz.“

Auch eine andere Radfahrerin schränkt sich ein, da ihr die Straßen zu gefährlich sind. Am Lienhardtplatz, in der Nähe des Bahnhofs, fährt sie lieber über den Bürgersteig als auf der Straße. „Ich habe Angst vor den Autos. Die passen überhaupt nicht auf“, erklärt sie. Auf ihrem Nachhauseweg macht sie Umwege, um Straßen ohne Fahrradweg zu meiden. Für eine Verbesserung der Situation wünscht sie sich mehr Radwege. „Manchmal nehme ich das Auto auf dem Weg zur Arbeit, obwohl ich gerne Fahrrad fahren würde“, erzählt sie. Mehr Radwege wünscht sich auch Jana Prager. „Radwege sind hier kaum vorhanden“, kritisiert sie die Situation in Vohwinkel. Das Radfahren auf der Straße empfindet sie daher als „unsicher“.

Doch nicht alle Radfahrer empfinden das Radfahren in Vohwinkel als gefährlich. „Im Allgemeinen ist es in Ordnung“, findet Lasse Österreich. Die Straßen seien zwar nicht optimal für Radfahrer, doch man könne gut auf die Trasse ausweichen, um durchs Tal zu kommen.

Auch Sabine Neuner, die dort bis nach Vohwinkel fuhr, ist im Allgemeinen zufrieden. „Viel wichtiger finde ich, dass man auf der B7 Höhe Polizeipräsidium was unternimmt“, findet sie. Dass sich Rad- und Autofahrer dort die Spuren teilen, stört sie mehr als beispielsweise der Autoparkplatz am Ende der Nordbahntrasse, der parallel als Fahrradweg fungiert.

Hintergrund

Fahrradstadt 2025: Vor neun Jahren hat sich Wuppertal zum Ziel gesetzt, bis 2025 zur Fahrradstadt zu werden. Inzwischen bleiben drei Jahre und das Ziel liegt noch in weiter Ferne. Vielen Projekten fehlten bislang die finanziellen Mittel zur Umsetzung.

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