Zukunftspläne

Mettmanner Lagune: Zukunftspläne für Kalksteinbruch

+
Der Blick in die Mettmanner Lagune begeisterte die Teilnehmer. Bei der Tour erfuhren sie etwas über die Zukunftspläne.

Das Interesse an der „Mettmanner Lagune“ ist groß – wie es 2022 weitergeht, ist unklar.

Von Sandra Grünwald

Mettmann. Die Resonanz war riesig, 300 Interessierte hatten sich zur Tour um Mettmanns Lagune angemeldet, 30 Teilnehmer fanden sich am Kalksteinbruch im Neandertal ein. Denn wegen der durch die Corona-Pandemie bedingten Abstands- und Hygieneregeln war die Zahl der Teilnehmer begrenzt. „Die Tour war innerhalb von 24 Stunden ausgebucht“, berichtete Mitorganisatorin Sandra Pietschmann, die mit dem Mitbesitzer des Kalksteinbruchs Willi Schaefer zu der Führung rund um den idyllischen See eingeladen hatte.

Mit dabei war Ilona Bungert-Dellit. „Ich bin erstmal neugierig“, verriet die Mettmannerin und gestand, sie habe den „Steinbruch noch nie gesehen“. Auch das Nutzungskonzept interessiere sie. Die Eigentümer planen nach der Stilllegung des Steinbruchs im Jahr 2021/22 rund 9,5 Hektar der Gesamtfläche von 92 Hektar touristisch zu nutzen. „Wenn das mit dem Naturschutz vereinbar ist, ist das super.“ Besonders die geplanten Wohnmobilstellplätze findet sie gut, denn bislang „gibt es nur einen einzigen Stellplatz mitten in Mettmann“.

Bernd Wychlacz von der Touristeninfo war begeistert von der „Mettmanner Lagune“, „was für ein Anblick“, schwärmte er. Ihn interessiere alles rund ums Neandertal, Neuerungen wie den Spielplatz am Museum lobt er. Nun fehle nur noch die Umsetzung des Nutzungskonzepts des Steinbruchs, dann würde sich alles zusammenfügen.

Willi Schaefer von den Kalkwerken im Neandertal machte zum Tourauftakt exakte Angaben zum Objekt. „Es handelt sich um ein 92 Hektar großes Gelände. Hier befand sich ein warmes Flachmeer mit Korallen. Was Sie hier sehen, ist nichts anderes als ein verfestigtes Korallenriff.“ Der See des Steinbruchs fasst derzeit 80 Millionen Kubikmeter Wasser in Trinkwasserqualität. 1916 ist der Steinbruch in Betrieb gegangen. Die Abbaugenehmigung geht bis Ende 2021. „Bis Ende 2022 haben wir die Rückbauverpflichtung zu erfüllen.“ Bereits vor zehn Jahren wurde ein Nutzungskonzept entwickelt, diese Oase im Neandertal ökologisch-touristisch zu nutzen.

1000 Bäume sollen gepflanzt werden

Diese Entwürfe wurden überarbeitet und weiter entwickelt, wie Wolfgang Robrahn, einer der Unterstützer des Nachnutzungsprojekts, berichtet. Bisher sind zehn Prozent der Fläche befestigt. Davon werden 20 Prozent bebaut, „die verbleibenden 80 Prozent werden wieder grün.“

Und Willi Schaefer betont: „Alles, was Sie an Grün sehen können, bleibt grün. Die Wege gibt es schon. Es wird kein einziger Baum gefällt, aber es werden weitere 1000 Bäume gepflanzt.“ Bei der Mettmanner Stadtverwaltung allerdings stoße das Nutzungskonzept auf taube Ohren. „Wir sind inzwischen soweit, dass sogar Verbote ausgesprochen wurden, sich mit unserer Sache zu beschäftigen“, sagte Schaefer.

Der Landtagsabgeordnete Christian Untrieser (CDU) fasste seine Sicht der Dinge wie folgt zusammen: „Wir könnten das Gelände als Naherholungsgebiet und ökologische Bildungsstätte nutzen – oder es kommt 2022 ein Zaun drum und kann nicht mehr besichtigt werden.“

Zukunftspläne

Vogelschutzgebiet mit Beobachtungstürmen, Wanderwge sowie Dino-Rutsche gehören zum Nutzungskonzept. Weitere Parkplätze für PKW sowie Stellplätze für Wohnmobile und -wagen könnten ebenso wie Jugendherberge,, „Haus der Sinne“ und „Ökologische Bildungsstätte“ entstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Das Bergische Land ist eine Hochburg der Clans
Das Bergische Land ist eine Hochburg der Clans
Das Bergische Land ist eine Hochburg der Clans
Parkschlösschen: Diskussionen um Sanierung
Parkschlösschen: Diskussionen um Sanierung
Parkschlösschen: Diskussionen um Sanierung
Düsseldorfs autofreies Ökodorf
Düsseldorfs autofreies Ökodorf
Düsseldorfs autofreies Ökodorf
Bürgerinitiative will Quellgebiet schützen
Bürgerinitiative will Quellgebiet schützen
Bürgerinitiative will Quellgebiet schützen

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare