Unterkunft

Ziehen wieder Flüchtlinge ins ehemalige Art-Hotel ein?

Das ehemalige Art-Hotel war von 2016 bis 2019 schon einmal eine Unterkunft für geflüchtete Menschen. Foto: Stefan Fries
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Das ehemalige Art-Hotel war von 2016 bis 2019 schon einmal eine Unterkunft für geflüchtete Menschen.

Wuppertal. Stadt Wuppertal prüft Nutzung als Unterkunft, bevor das Gebäude zur Gesamtschule werden soll.

Von Anne Palka

Das ehemalige Art-Hotel in Heckinghausen könnte wieder zur Unterkunft für geflüchtete Menschen werden. „Wir prüfen derzeit, ob das möglich ist“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn. Mehrere Jahre war das Gebäude ungenutzt, es wurde auch vom Hochwasser beschädigt.

Zuvor war es schon einmal eine Flüchtlingsunterkunft, allerdings vom Land und nicht der Stadt, betrieben von der Bezirksregierung Düsseldorf. Im Dezember 2015 wurde das Gebäude angemietet, im August 2016 zogen die ersten Menschen ein, im April 2019 wurde bekannt, dass die Bezirksregierung die Unterkunft aufgibt, sie werde nicht mehr benötigt.

Herrichtung der Unterkünfte kostet die Stadt Geld

Damit war der Weg für die Stadt frei, dort eine siebte Gesamtschule zu planen. „Dafür wird es keine zeitliche Verzögerung geben“, sagt Stefan Kühn. Flüchtlinge sollen dort nur übergangsweise eine Unterkunft finden und maximal bis zum Baubeginn für die Schule.

Gegenüber in der ehemaligen Krawattenfabrik, auch einfach „Krawatte“ genannt, stehen im Erdgeschoss schon 60 Betten für Geflüchtete, bis zu 100 haben dort Platz. Wenn offene Fragen geklärt sind, unter anderem zu Rettungswegen, könnte auch das Obergeschoss hinzukommen. Eigentlich sollte in der Fabrik Platz für verschiedene Gruppen entstehen, um dort ihr Programm zu gestalten. „Diese Folgenutzung muss ein bisschen warten“, sagt Stefan Kühn. Man sei aber im Gespräch, um alternative Orte anzubieten, zum Beispiel das Stadtteilzentrum. „Das sind Einschränkungen, die die Wuppertaler leider merken.“

Dazu gehört auch, dass drei Sporthallen zu Erstunterkünften umgebaut wurden. Die am Kothen ist noch nicht belegt, die an der Hilgershöhe und der Gathe werden bereits genutzt.

„Man merkt, dass das nicht ausreicht“, sagt Stefan Kühn. Auch weitere Gebäude werden geprüft, zum Beispiel eine ehemalige Kita, die Tafel baut bereits um und die Stadt spricht mit privaten Eigentümern von größeren Objekten und einzelnen Wohnungen. Die dezentrale Unterbringung ist das Ziel. Bisher haben sich in Wuppertal 3500 Menschen aus der Ukraine registriert, montags kommen meist 100 dazu, an anderen Tagen 40 bis 50. Es gibt mittlerweile auch ein paar Zuweisungen vom Land. Aus den zentralen Unterkünften werden hauptsächlich Menschen nach Wuppertal vermittelt, die Bezüge in die Stadt haben, zum Beispiel Familie oder Bekannte.

Die Herrichtung der Unterkünfte kostet die Stadt Geld. Konkrete Abrechnungen gebe es noch nicht, sagt Kämmerer Johannes Slawig, schätzt aber, dass die Übergangslösungen in den Sporthallen bisher weniger als eine Million Euro gekostet haben. Bei den weiteren angedachten Umbauten rechnet er mit weit über einer Million bis zwei Millionen Euro. Mitte Mai soll es eine Sondersitzung des Stadtrats geben, damit die Politik über Investitionen solcher Größenordnungen entscheidet, nicht allein die Verwaltung.

Einen städtischen Sonderfonds in Höhe von 15 Millionen Euro für die Folgen des Kriegs in der Ukraine hat der Rat bereits bewilligt. Davon wird auch zusätzliches Personal bei der Ausländerbehörde und eine neue zentrale Stelle zur Aufnahme finanziert, um das Haus der Integration zu entlasten. Das Land zahlt derzeit eine Pauschale pro Flüchtling an die Stadt und aus einer Zwei-Milliarden-Förderung des Bunds kommen acht Millionen Euro nach Wuppertal.

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