Zauber-Weltmeister gewährt Blick hinter die Kulissen

Der Wuppertaler Zauberer Marc Weide berichtet in seinem Buch „Weltmeister – Kann man davon leben?“ über sein bisheriges Leben als Magier. Foto: Alexander Straub
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Der Wuppertaler Zauberer Marc Weide berichtet in seinem Buch „Weltmeister – Kann man davon leben?“ über sein bisheriges Leben als Magier. Foto: Alexander Straub

Der Wuppertaler ist weltweit gefragt – in seinem Buch spricht er über das Leben als Magier

Von Carolin Scholz

WUPPERTAL „Keine Panik, es ist keine Biografie“, sagt der Wuppertaler Marc Weide über sein neues Buch. Immerhin sei er ja erst 29 Jahre alt. Über „Weltmeister – Kann man davon leben?“ habe er aber schon seit zwei Jahren nachgedacht – und es im Juni endlich veröffentlicht. Darin geht es um seine Arbeit als Zauberer. Mit lustigen oder peinlichen Geschichten, Ratschlägen für die, die ihm nachfolgen wollen und Tricks zum Nachzaubern.

Angefangen hat bei Marc Weide alles mit einer Show von David Copperfield, die er mit seiner Mutter besuchte, als er elf Jahre alt war. Dort holte der bekannte Magier ihn auf die Bühne – nicht ganz zufällig, wie er im Buch beschreibt. Weil er wegen der großen Vordermänner auf seinem Platz wenig sehen konnte, habe seine Mutter beim Einlassdienst nach einem Kissen gefragt und sei ziemlich abgebügelt worden. „Meine Mutter ist alleinerziehend – und eine echte Löwin“, sagt Weide. Als Entschädigung gab es Plätze weiter vorn und ein rotes Fernglas um den Hals, das ihn als den markieren sollte, der auf die Bühne durfte.

Aus dem Probe-Jahr nach dem Abi wurde mehr als ein Jahrzehnt

Mit 13 Jahren hat er dann selbst angefangen zu zaubern. Aus einem „Probejahr als Zauberer“ nach dem Abi wurde dann sein Beruf, dem er bis heute nachgeht. Als Zauberer bei Veranstaltungen, im Fernsehen und bei Wettkämpfen. 2018 gewann er die Weltmeisterschaft im Zaubern in der Kategorie „Salon Magie“. „Das war schon so ein Meilenstein, den ich irgendwann mal schaffen wollte“, sagt Marc Weide. Dass ihm das schon mit 27 Jahren gelingen würde, hatte er aber nicht erwartet.

Seitdem habe sich seine Arbeit verändert. Er sei bekannter geworden. Habe nun auch Anfragen für Auftritte in Russland, Spanien oder Frankreich. Was er bei seinen Auftritten macht, habe sich aber nicht verändert. Davon erzählt er auch in seinem neuen Buch. „Es geht um lustige, manchmal auch peinliche Geschichten aus der Welt eines Zauberers“, sagt er. Wie er etwa mal in einem Wuppertaler Erotik-Laden 20 Gummipuppen kaufen musste – für einen Zaubertrick, mit Quittung für die Steuer. Auch wenn ihm die Verkäuferin das nicht so ganz glauben wollte. Oder von Sonderwünschen einiger Auftraggeber, bei Weihnachtsfeiern nur mit Christbaumkugeln zu zaubern zum Beispiel.

Außerdem habe er einmal den Vorhang öffnen wollen, um einen Blick hinter die Kulissen seiner Arbeit zu ermöglichen. Wie etwa entsteht eine Fernsehsendung? Und wie war das mit der Weltmeisterschaft? „Ich habe vorher lange überlegt, ob ich hinfahren soll“, erinnert sich der Zauberer. Über Vorentscheidungen in Deutschland hatte er sich qualifiziert.

Standing Ovations in Korea

Aber würde seine Art zu zaubern in Busan, Korea, ankommen? „Ich zaubere viel mit Sprache. Nicht alle meiner Nummern lassen sich übersetzen – man muss sie auch kulturell anpassen“, sagt er. Er habe sich dort wie der Underdog gefühlt – und für seinen Auftritt dann Standing Ovations bekommen. Drei Tage später dann das Ergebnis: Weltmeister. „Das war ein unfassbares Gefühl.“

Zu eigenen Geschichten und Einblicken in die Zauberer-Welt finden sich im Buch auch allgemeinere Texte. Mit Themen „von Bahnfahren bis Bundesjugendspiele“, wie er sagt. Auch Nervosität und Ratschläge, wie man der Angst vor der Bühne begegnet seien Thema. „Vieles davon ist Teil meiner Geschichte. Auch ich musste mich durch bestimmte Thematiken kämpfen.“ Auch bei den allgemeineren Texten versuche er die Brücke zu seinem Werdegang zu schlagen. Das Buch soll auch Ratgeber sein für die, die davon träumen, selbst einmal auf der Bühne zu stehen.

Nervös sei er mittlerweile nicht mehr so sehr – vor allem im Vergleich zum ersten Auftritt neben David Copperfield in der Oberhausen Arena mit elf Jahren. „Wenn ich aber einen neuen Trick zum ersten Mal vorführe, bin ich vorher schon ein bisschen angespannt“, sagt Marc Weide. Oder bei Situationen wie der Weltmeisterschaft. Wo es um etwas geht und es keinen zweiten Versuch gibt – und alles auf Anhieb klappen muss.

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