Ehrgeizige Ziele

Zangenhersteller Knipex setzt auf Energieeffizienz

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Deniz Oenler ist Werkstechniker bei Knipex und für die Gebäudeleittechnik verantwortlich. 

WUPPERTAL Cronenberger Firma optimiert seit Jahren die Energiebilanz – und setzt sich bis 2020 ehrgeizige Ziele.

Von Michael Bosse

Wer Energie sparen will, muss nicht immer gleich die komplette Heizungsanlage austauschen – mitunter tut es auch der alte Kessel mit einem neuen Brenner. „So eine Qualität kriegt man heute überhaupt nicht mehr“, sagt Deniz Oenler. Der Werkstechniker und verantwortliche Mitarbeiter für die Gebäudeleittechnik bei Knipex weist anerkennend auf die beiden Heizkessel aus dem Jahre 1971, die im Kesselhaus stehen und die Firma mit Wärme versorgen.

Im Jahr 2013 waren die alten Ölbrenner an den Kesseln durch sogenannte modulierende Gasbrenner ausgetauscht worden. „Wir können nun gleichmäßig die Temperatur in unseren Hallen steuern“, erklärt Oenler. Gemeinsam mit weiteren Maßnahmen, zu denen auch eine neue Steuerungstechnik gehört, konnte der Verbrauch der Heizenergie so um etwa 40 Prozent gesenkt werden, der gesamte Gasverbrauch wurde von einem Drittel auf ein Viertel minimiert.

Gerade für ein energieintensives Unternehmen wie Knipex steht das Thema Energieeinsparen seit Jahren im Fokus. 2009 gründete der weltweit operierende Zangenhersteller einen Energiekreis, in dem zehn Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen sich mit Themen wie Energiereduzierung oder Nutzung von Prozessabwärme befassen. „Die Frage der Energienutzung hat für uns einen hohen Stellenwert“, sagt Andreas Schwinning, Leiter Werksplanung und Technik bei Knipex sowie Leiter des Energiekreises. Bei rund 45 000 Zangen, die in Cronenberg pro Tag hergestellt werden, wird klar, dass da einiges an Energie eingespart und Kosten gesenkt werden kann.

Um eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs zu erreichen, hat sich das 1882 gegründete Familienunternehmen ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2020 soll der Energieverbrauch pro produzierte Zange um ein Fünftel gesenkt werden (Vergleichsjahr 2014), beim Abfall, Schwinning spricht in diesem Zusammenhang lieber von „Wertstoffen“, sollen 15 Prozent weniger anfallen.

Für sein Energiemanagement-System ist Knipex bereits nach den internationalen Normen ISO 14001 und 50001 zertifiziert worden. Die Erneuerungen an der Heizungsanlage waren für das Unternehmen dabei lediglich der erste Schritt. Der zweite setzt bei der Wärmerückgewinnung etwa an den Großanlagen in der Glüherei und Härterei an. „Punktuell haben wir da schon erste Maßnahmen ergriffen“, sagt Barbara Meimeth, Assistentin der Geschäftsführung.

Weitere Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung sollen in 2017 umgesetzt werden – zunächst in der Glüherei und in der derzeit entstehenden Halle 21. Dort soll die Beleuchtung aus modernen LED-Leuchten bestehen. „Die neue LED-Technik ist um etwa 30 Prozent besser, wenn diese intelligent betrieben wird“, betont Schwinning. Nach und nach soll deshalb jede Halle mit der neuen Lichttechnik ausgestattet werden. Auch eine Lichtsteuerung wird installiert, damit in Bereichen, in denen sich keine Mitarbeiter aufhalten, nicht dauernd das Licht brennt.

Richtgröße ist die Reduzierung des Energieverbrauchs pro Zange

Wie hoch die Investitionen für die Maßnahmen zur Energiereduzierung ausfallen, möchte das Familienunternehmen nicht verraten. Richtgröße sei die Reduzierung des Energieverbrauchs pro Zange, sagt Technikleiter Schwinning. Fest stehe allerdings auch, dass das Erreichen der Energieziele vor allem im letzten Viertel des Weges immer schwerer wird. „Die letzten Schritte sind deutlich aufwendiger als die ersten“, gesteht er.

DAS UNTERNEHMEN

KNIPEX Die Firma ist Marktführer bei Zangen für professionelle Anbieter. Derzeit hat das Familienunternehmen etwa 1000 unterschiedliche Zangen im Angebot. Die Firma beschäftigt am Hauptsitz in der Oberkamper Straße 13 knapp 1100 Mitarbeiter, weltweit kommen noch etwa 400 weitere Beschäftigte hinzu. Der Exportanteil liegt bei 60 Prozent.

Als Aufmunterung können da vielleicht die vielen Auszeichnungen dienen, die Knipex bereits einheimsen konnte. So erhielt das Unternehmen beispielsweise im Jahr 2015 den „Best Practice Award“ der Deutschen Energie-Agentur für die Modernisierung der Heizungsanlage.

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