Energierkosten

Wuppertals Bäder wollen Gas sparen

Das Sportamt bittet die Badegäste in der Schwimmoper und allen anderen Bädern um Solidarität.
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Das Sportamt bittet die Badegäste in der Schwimmoper und allen anderen Bädern um Solidarität.

Wassertemperatur wird heruntergeregelt – Saunen bleiben tageweise geschlossen.

Von Günther Hiege

Wuppertal. Als erste Reaktion auf den Appell von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zum Gas- und Stromsparen reduziert die Stadt den Betrieb in den Saunen der städtischen Bäder und senkt die Wassertemperatur für die Schwimmer. „Wir haben darauf geachtet, dass der Ausbildungsbetrieb für Nichtschwimmer und Schwimmanfänger nicht leidet“, sagt Sportamtsleiterin Alexandra Szlagowski.

Die Temperatur in Nichtschwimmerbecken soll nicht unter 29 Grad fallen, in den Schwimmerbecken nicht unter 27. Nur im Stadtbad Uellendahl hatte sie bisher mit plus 1,5 Grad jeweils spürbar höher gelegen. Auch das private Bandwirkerbad in Ronsdorf schließt sich der städtischen Regelung an. Deutlicher werden ab Montag die Saunagäste die Einschränkungen merken, an mehreren Tagen bleiben die Saunen in den Bädern zu.

„Der Sport ist zum wiederholten Mal der erste, der in Krisen betroffen ist“, weist Szlagowski auf Hallenschließung während Corona oder die Belegungen von Hallen mit Flüchtlingen hin. Sie bittet die Badegäste um Solidarität. Klar ist auch, dass es in der Energiekrise auch in Wuppertal nicht bei den jetzigen Maßnahmen bleiben wird. „Viele Optionen zur Reduktion des Strom- und Gasverbrauches wurden durch energetische Sanierungen des Gebäudemanagements in der Vergangenheit realisiert“, so Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, Stadtdirektor Johannes Slawig und Sportdezernent Matthias Nocke.

„Der Sport ist zum wiederholten Mal der erste, der in Krisen betroffen ist.“

Alexandra Slagowski, Sportamtsleiterin

Kurzfristige Effekte mit höherem Einsparvolumen lägen kaum in den Händen der Kommunen. Für sie müssten übergeordnete Regelungen angepasst werden. So sei etwa durch die Arbeitsstättenverordnung für Büros eine Mindesttemperatur von 20 Grad vorgegeben. Ähnliche Regelungen gäbe es für Schulen oder Sporthallen. „Wir erwarten hier einheitliche Vorgaben von Bund und Land.“ Trotzdem gehe es darum, ein Signal der Solidarität zu setzen, ohne damit einzelne Nutzergruppen einseitig über Gebühr zu beeinträchtigen. Gemeinsam müsse alles getan werden, das in einer Gasmangel-Situation drohende Szenario eines massenhaften Arbeitsplatzverlustes wegen möglicher Einschnitte im Wirtschafts- und Dienstleistungssektor zu vermeiden.

Die Maßnahmen in den drei städtischen Bädern, die über einen Saunabereich verfügen, sehen so aus, dass an sechs Wochentagen nur noch zwei Saunen gleichzeitig geöffnet sind. Lediglich freitags bleiben alle drei offen. In der Schwimmoper schließt die Sauna künftig mittwochs und samstags ganz, ist an den übrigen Werktagen erst ab 14 Uhr geöffnet. Es findet nur noch eine gemischte Sauna statt. Vom 15. Juli bis 21. August schließt die Schwimmoper ohnehin wegen Wartungsarbeiten komplett. Im Gartenhallenbad Langerfeld fallen der Sauna-Dienstag und -Sonntag weg, im Schwesterbad in Cronenberg der Montag und Donnerstag. Die Höchsttemperaturen der einzelnen Saunen in allen Bädern werden um fünf Grad gesenkt, in Cronenberg wird darüber hinaus das Warmwassertauchbecken in der Sauna außer Betrieb genommen.

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