Mit Wuppertalern auf den Spuren von Engels

Ulla Sparrer und Anja Maschinski (v.l.) bieten Führungen durch Wuppertal an. Foto: Andreas Fischer
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Ulla Sparrer und Anja Maschinski (v.l.) bieten Führungen durch Wuppertal an. Foto: Andreas Fischer

Stadtführungen laufen so gut, dass sie im kommenden Jahr noch ausgebaut werden sollen

Von Manuel Praest

Wuppertal An praktisch jedem Wochenende können Interessierte in Wuppertal auf den Spuren von Friedrich Engels wandeln. Die Stadtführungen im Jubiläumsjahr – nach der Corona-Zwangspause im Juni wieder fortgesetzt – sind ein Erfolg. Die Resonanz ist so gut, dass sie wohl auch im kommenden Jahr weitergehen und ausgebaut werden, kündigt Reiner Rhefus vom Historischen Zentrum an. Dass die Veranstaltungen so gut laufen, ist auch ein Verdienst der Schar von Führern, die Rhefus um sich geschart hat. „Eine ganz tolle und engagierte Truppe“, lobt er.

Ulla Sparrer und Anja Maschinsky gehören zu dem 15-köpfigen Team – und geben das Lob direkt an Rhefus zurück. „Er hat uns auch richtig gut vorbereitet.“ Denn bevor das Team – vom Schüler bis zum Rentner – auf die Teilnehmer losgelassen wurde, stand eine Art Ausbildungsprogramm an: Probeführungen inklusive. Eine „gegenseitige Supervision“ nennt es Rhefus. Untereinander wurden Fragen gestellt und Tipps gegeben. „Das ging insgesamt schon über ein paar Monate“, erzählen Sparrer und Maschinsky.

Die Riege der Stadtführer reicht vom Schüler bis zum Studenten

Fast alle aus der Stadtführeriege kannte Rhefus schon vorher, etwa über Kongresse oder seine tägliche Arbeit für das Historische Zentrum. „Und dann habe ich sie eben angesprochen, ob sie Lust haben, mitzumachen.“ Für manche war es Neuland, wie Rhefus erzählt. „Deshalb das Übungsprogramm.“ Eine richtige Prüfung „habe ich natürlich nicht machen können.“ Aber die Resonanz zeige, „dass die das richtig gut machen“.

Tim Schramm ist mit 17 Jahren der jüngste unter den Stadtführern. Sein Lehrer habe im Geschichtskurs Werbung für die Führungen gemacht, erzählt der Elftklässler des St.-Anna-Gymnasiums. Als es hieß, es gebe eine Aufwandsentschädigung, hätten sich sofort einige Interessenten gemeldet, erinnert er sich. Von denen die meisten aber wieder absprangen, als sie merkten, welche Arbeit und Vorbereitung dazu gehören. Schramm, der später einmal Geschichte mit Schwerpunkt Militärhistorie studieren will, blieb dabei.

Und was reizt die Neu-Führerinnen und -führer an der Aufgabe? Interesse an Friedrich Engels sei schon vorher dagewesen, sagt Anja Maschinsky. Die 61-Jährige arbeitete früher bei einer großen Krankenkasse. Im Studium –Schwerpunkt Denkmalschutz und Sozialgeschichte – war auch der Reformer aus Barmen ein großes Thema. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Leo Braunleder hatte sich später für den Namen Friedrich-Engels-Gesamthochschule eingesetzt. Vergeblich, aber vielleicht könne man ja jetzt, angesichts des Jubiläums einen neuen Anlauf starten. Ulla Sparrer (65) hatte früher mal eine Führung mitgemacht. Um selbst eine zu leiten, habe sie vor allem „gelesen, gelesen und gelesen“. Wichtig, ist die ehemalige Verwaltungsleiterin im Hochschulsozialwerk überzeugt, seien „vor allem gute Zitate“. Auch Anekdoten lockern die Führungen auf.

Die Teilnehmer sollen lernen, aber auch unterhalten werden

„Aber“, betonen sie und Maschinsky schnell, „es geht nicht darum, nur Dönekes zu erzählen“. Die Teilnehmer sollen zwar unterhalten werden, aber auch etwas lernen. „Und sie lernen so auch die Stadt neu kennen.“ Viele kämen aber von weiter weg. Eine Gruppe aus Leipzig etwa verbrachte ein Wochenende zu Engels in Wuppertal. Da gehörte eine Führung natürlich zum Pflichtprogramm.

Das Feedback sei durchweg positiv, freuen sich die Hobby-Stadtführer. Regelmäßig gebe es Applaus und auch mal ein Trinkgeld. Und auch, wenn sie jetzt schon viel über Engels gelernt hätten. „Alles wissen wir nicht.“ Gebe es mal eine Frage, die sie nicht beantworten können, „sind wir ehrlich“, sagt Sparrer. Dann wird zu Hause nachgelesen und nach einer Antwort gesucht.

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