Jeck

Wuppertaler versorgt NRW mit Karnevalsorden

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Michael Donner stellt Orden für die jecke Welt her - unter anderem für Karnevalisten in Wuppertal, Düsseldorf und Mainz. 

WUPPERTAL Der Kunstpräger Adam Donner stellt Schmuck für die Narren her. Nur der kölsche Klüngel ist für ihn ein unüberwindliches Hindernis.

Von Friedemann Bräuer

Sie glänzen, glitzern und klimpern vor weißen Hemdenbrüsten und werden zurzeit inflationär verteilt, die Karnevalsorden. Und die haben (fast) alle eins gemeinsam: sie kommen aus Elberfeld, aus der Wolkenburg und aus der Kunstprägeanstalt Adam Donner. Die arbeitet bundesweit und hat im Laufe ihrer 115-jährigen Firmengeschichte schon Tausende dieser närrischen Ehrenabzeichen hergestellt.

Einen kleinen Querschnitt präsentiert Michael Donner (59), der die Geschäftsführung an seinen Sohn Dominic(25) übertragen hat, im Empfangsraum an zwölf Stellwänden und einer Litfaßsäule.

„Die Orden sind durchweg aus Messing, aber je nach Wunsch werden sie von uns versilbert oder vergoldet“, so Donner, der erklärt: „Die Farben werden noch immer von Hand eingelegt. Das ist keine maschinelle Arbeit.“

Wie aufwendig die Herstellung bei anspruchsvollen Kundenwünschen ist, demonstriert Michael Donner an einem Düsseldorfer Prinzenorden. „Sehen Sie, da sind allein 18 Steine als Verzierung angebracht. Dieser Orden wurde in einer Auflage von 3000 Stück produziert, das sind dann 54000 Steine, die eingelegt wurden.“

Natürlich hat das seinen Preis, wobei der Graveurmeister verrät, dass die in der Wolkenburg produzierten Prachtstücke zwischen sechs und 15 Euro pro Exemplar kosten.

„In Düsseldorf hat Karneval einen ganz anderen Stellenwert als hier. Da stehen die Brauereien und großen Firmen hinter den Prinzenpaaren. Das sind ganz andere Voraussetzungen als hier in Wuppertal, wo die Gesellschaften und die Prinzenpaare ohne sonderliche Unterstützung schon sehen müssen, dass sie mit ihren Budgets auskommen.“

So richtig blüht das Geschäft mit den Orden ab September. „Da wird dann das Motto für die jeweilige Session festgelegt, dann sind die Prinzenkürungen, und die Wünsche werden an uns herangetragen.“

„Mal werden nur zehn bis zwanzig verlangt, von manchen werden auch bis zu 3000 bestellt.“ Wobei die Wünsche zum Teil schon recht ausgefallen sind. „Es gibt Orden aus einem, aber auch aus bis zu fünf Teilen. Da müssen wir natürlich sehen, dass die Kundenwünsche realisierbar sind. Aber, da wissen unsere Grafiker und Spezialisten schon, was machbar und bezahlbar ist.“ Die Orden aus dem Hause Donner werden übrigens auch in die Karnevalshochburgen Düsseldorf und Mainz geliefert. Und auch in den Benelux-Ländern ist man ganz jeck nach den glitzernden Dingen aus Elberfeld.

Nach der Karnevals-Session beginnt die Sportsaison

WOLKENBURG

STEMPELFABRIK 1904 wurde die „Stempelfabrik, Gravier- und Prägeanstalt“ von Adam Donner, „Graveur und Ciseleur“ gegründet, und jetzt in der vierten Generation geführt. Dem Standort in der Wolkenburg ist man 115 Jahre treu geblieben. Nicht ohne „Bauchschmerzen“ übrigens. Michael Donner: „Die Parksituation hier vor dem Haus und in der näheren Umgebung ist eine Katastrophe.“

„Aber, nach Köln liefern wir nicht. Der kölsche Klüngel ist da ein unüberwindliches Hindernis“, meint Michael Donner schmunzelnd und weist auch darauf hin, dass sich die Produktion aus dem Hause Donner nicht nur auf Karnevalsorden beschränkt. „Wir haben auch schon militärische Auszeichnungen für die Bundeswehr hergestellt und auch zivile Orden und Ehrenzeichen für Städte und Gemeinden geprägt. Bis Februar, und in diesem Jahr bis Anfang März dauert die Karnevals-Session, und bis dahin wird auch Nachschub aus der Wolkenburg geordert. „Dann geht aber die Sportsaison los. Und auch da sind wir mit Pokalen, mit Medaillen und Plaketten dabei“, erklärt Michael Donner und führt in einen weiteren Raum, wo unterschiedliche Pokale, Plaketten und sportliche Ehrenzeichen an den Präsentationswänden angebracht sind. „Wir arbeiten für den Deutschen Schwimmverband mit seinen rund 1600 Vereinen, für den Deutschen Handballbund und stellen Medaillen für viele Volksläufe, das 24-Stundenschwimmen, Straßenrennen und ähnliche Veranstaltungen her“, beschreibt Donner die Bandbreite.

Ein krisenfestes Geschäft? „Da stimmt schon, vor allem, was den Karneval angeht. Aber, man muss immer am Ball bleiben und die Kontakte pflegen“, berichtet Michael Donner, der im Moment nahezu jeden Tag unterwegs ist zu närrischen Sitzungen, Kürungen und Prinzengalas.

Als Mann, der sich mit seiner Firma um das närrische Treiben verdient gemacht hat, wird ihm natürlich auch gern die eine oder andere Ehrensenatorwürde verliehen. Und meist geht die Ehrung einher mit der Überreichung eines Ordens. Fast immer aus dem Hause Donner.

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