Weihnachtszeit

Wuppertaler erfüllen gegenseitig Wünsche

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Dorothea Schwabe mit einem Espressokocher, der auf ihrer Wunschliste stand.

WUPPERTAL Dorothea Schwabe hat eine Netz-Gruppe gegründet, die Nachhaltigkeit und Kontakte fördert.

Von Janina Zogass

Wer in der Vorweihnachtszeit loszieht, um die passenden Geschenke für seine Liebsten zu kaufen, muss dabei vor allem drei Dinge mitbringen: Zeit, Geduld und dazu einen Batzen Geld. Nicht selten geht man trotz allem mit leeren Taschen nach Hause. Ist das noch zeitgemäß?

Um die Suche nach Weihnachtsgeschenken nachhaltiger, effizienter, aber dennoch lokal zu gestalten, hat die Wuppertalerin Dorothea Schwabe „eine kleine Weihnachtsidee“ in die Tat umgesetzt: Seit November können Menschen aus Wuppertal und Umgebung in der von ihr gegründeten Facebook-Gruppe „Weihnachtswunschliste“ ihre persönlichen Geschenkwünsche mit anderen teilen. Dabei sei es völlig egal, ob es um materielle oder immaterielle Dinge gehe.

Aus der digitalen ist längst eine analoge Gemeinschaft geworden

Dementsprechend vielseitig ist die Bandbreite der geteilten Wünsche. Sie reicht von Haushaltsgegenständen wie einer Muskatnussreibe in Ölbergnähe, einem „Salzstreuer für den Herzmann“ und allem, was mit Kaffeezubereitung zu tun hat bis zu Unterhemden aus Merinowolle, DVDs und Büchern. Auch Autos und Wohnungen stehen auf der Wunschliste. Im Gegenzug dürfen sich die Schenkenden meist über kleine Aufmerksamkeiten wie eine Einladung zu Kaffee oder Tee, gebrannte Mandeln und Plätzchen freuen. Es dauere, wie Schwabe berichtet, meist nicht lange, bis andere User auf den Wunsch reagieren und der jeweiligen Person zur Seite springen, um den Wunsch zu erfüllen.

GUT ZU WISSEN

KONSUMVERHALTEN Zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken der Deutschen zählen Gutscheine oder Geldgeschenke. Im Jahr 2019 planten rund 56 Prozent der Personen, die im Rahmen einer Umfrage zu den Geschenkekäufen zu Weihnachten befragt wurden, Gutscheine oder Geld zu verschenken. Bücher, Süßigkeiten und Spielzeug sind ebenfalls beliebt. Im Jahr 2019 gab man in Deutschland durchschnittlich 475 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, das sind über 40 Prozent mehr als im Jahr 2011.

Unter all den Alltagsgegenständen finden sich auch ein paar Herzenswünsche, die man sich im Kaufhaus nicht erfüllen kann: Eine Nutzerin vom Arrenberg möchte Weihnachten nicht allein feiern. Wie es aussieht, wird sich ihr Wunsch erfüllen, denn ein anderes Mitglied lädt in der Nähe zu einem „offenen“ Heiligabend bei sich Hause ein. Mehrere weitere Mitglieder wollen sich anschließen. Eine andere Nutzerin möchte Stricken lernen. Aus ihrer Anfrage ist die „Strickliesel-Gruppe“ entstanden. Aus der digitalen ist eine analoge Gemeinschaft mit Leuten geworden, die nicht nur gemeinsame Facebookfreunde, sondern auch gleiche Interessen haben.

Die Inspiration für die Gruppe ist Dorothea Schwabe nach eigener Aussage gekommen, als sie vor ein paar Monaten durch ihre Facebook-Startseite scrollte und dort jemand in einem „einsamen Post“ die Idee einer virtuellen Weihnachtswunschliste beschrieben hat. Da laut Dorothea Schwabe niemand auf die Idee reagierte und sie es „zu schade gefunden“ hat, „diese tolle Idee sterben zu lassen“, gründete sie die Gruppe kurzerhand selbst. Seitdem hat sich dort einiges getan. Innerhalb eines knappen Monats ist eine kleine, soziale Online-Gemeinschaft entstanden, in der Wünschende und Wunscherfüller, die sogenannten Weihnachtswichtel, in Kontakt kommen.

Wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit

Den Erfolg und das positive Miteinander der Gruppe sieht die Kommunikationsdesignerin in einem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit begründet. Jemand anderem etwas Gutes zu tun und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Güter im Wertstoffkreislauf bleiben, sei „absolut zeitgemäß“ und beliebt.

Dennoch werde die Gruppe nach Angaben von Dorothea Schwabe nach Weihnachten geschlossen und im nächsten Jahr neu eröffnet. Sie befürchte, dass die Gruppe sich in die falsche Richtung entwickeln könnte, würde sie ganzjährig betrieben.

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