Antiquariat Bücherkiste

Wuppertaler Buchhändler bittet auf Facebook um Hilfe

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Thomas Hardenburg muss derzeit mit zwei Einbrüchen in seinem Buchladen und einem Abmahnverfahren fertig werden.

WUPPERTAL Nach Einbrüchen und einer Abmahnung sorgt sich Thomas Hardenburg um seine Existenz.

Von Markus Wessels

Das Jahr 2019 begann für das Antiquariat am Rommelspütt mit einem Einbruch. Der zweite in nur einem Jahr. Für Inhaber Thomas Hardenburg eine schwere Hypothek. Auf Facebook bittet der Buchhändler nun um Unterstützung.

„Ich habe es im Moment nicht einfach und unter anderem die beiden Einbrüche haben meine letzten finanziellen Reserven verbraucht. Um hier weiter zu bestehen, benötige ich Eure Hilfe“, schreibt Hardenburg. Zur finanziell schwierigen Situation trugen zwei Einbrüche Anfang des Jahres und im Frühjahr 2018 genauso bei wie eine Abmahnung einer Anwaltsfirma, die eine Lücke in den AGB auf Hardenburgs Homepage ausgemacht haben will. Die Streitsumme: Bis zu 20 000 Euro plus Anwaltskosten. „Überall im normalen Leben kann man sich entschuldigen und Fehler ausbessern“, sagt Hardenburg, „bei Abmahnanwälten geht das nicht.“

Doch Jammern möchte er nicht. „Einzelhändler jammern gerne, das ist aber nicht meine Sache“, sagt Hardenburg mit einem Schmunzeln. Seit 15 Jahren führt er das Antiquariat, dessen Bestand über 10 000 Bücher umfasst, davon 3500 in dem 24 Quadratmeter großen Ladenlokal in der Passage am Rommelspütt. An eine Geschäftsaufgabe ist für ihn nicht zu denken, auch wenn die derzeitige Situation schon existenzgefährdend sei.

„Der Laden ist mein Baby“, sagt Hardenburg, der selbst im Internet sein Geschäftsleben gestartet hat. „Ich hatte damals meine Doktorarbeit in Chemie nach fünf Jahren abgebrochen“, sagt Hardenburg. „Wir waren eine verlorene Generation Chemiestudenten“, erklärt er die Situation Anfang der 2000er. Als sogenannte „Ich-AG“ startete er zunächst den Verkauf von Büchern auf Ebay. „Da sind schnell auch andere drauf gekommen“, so Hardenburg. Als der Inhaber der „Bücherkiste“ dann in Rente ging, übernahm er das Geschäft. „Damals waren hier im Umfeld noch vier Bücherläden“, erinnert sich Hardenburg. Heute ist das fast unvorstellbar.

Im reinen Online-Geschäft wäre zu wenig Kundenkontakt

Auch wenn der Umsatz im Internet für Hardenburg selbst immer wichtiger wird, ist auf einen Umstieg ins Online-Geschäft für ihn nicht zu denken. „Ich möchte mit den Leuten kommunizieren“, erklärt er und fügt hinzu, dass er selbst über die großen Plattformen Bücher vertreibt, die zu Amazon gehören. Aber Geschichten, wie die einer 80-jährigen Frau, die ihre alten Kinderbücher wieder sehen möchte und Hardenburg bittet, nach diesen zu suchen, würde er im Internet nicht erleben. „Die Frau ging am Ende weinend aus dem Laden. Es war auch eine Menge Arbeit, die sich nicht nur übers Internet erledigen lässt“, so Hardenburg.

Trotz der offensichtlichen Einbruchsschäden an der Ladentür bleibt die „Bücherkiste“ geöffnet. „Den Täter im Frühjahr haben sie auf frischer Tat geschnappt“, berichtet Hardenburg. Außer der Versicherungssumme erwartet er allerdings keinen Ersatz, da der Täter obdachlos ist. Dass der zweite Einbrecher gefasst wird, hält Hardenburg für unrealistisch. „Bisher gibt es keine Hinweise.“

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