Im Original-Fahrzeug

Zeitreise mit der Schwebebahn in neuem Museum erleben

Um zu testen, ob das Projekt funktioniert, wurde zunächst der Abschnitt zwischen Sonnborn und dem Stadion visualisiert.
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Um zu testen, ob das Projekt funktioniert, wurde zunächst der Abschnitt zwischen Sonnborn und dem Stadion visualisiert.

Wuppertal bekommt ein neues Museum, in dem die Besucher eine Schwebebahnfahrt des Jahres 1929 erleben können: Mit einer VR-Brille (virtuelle Realität) und in einem originalen Wagen der ersten Baureihe.

Von Anne Palka

Wuppertal bekommt ein neues Museum, in dem die Besucher eine Schwebebahnfahrt des Jahres 1929 erleben können: Mit einer VR-Brille (virtuelle Realität) und in einem originalen Wagen der ersten Baureihe. In der Ausstellung geht es außerdem um den Bau der Schwebebahn zur Jahrhundertwende und die Zeit der Frühindustrialisierung, die den nötigen Reichtum dafür verschaffte. Eröffnen soll das Museum noch in diesem Jahr in zwei zusammengelegten Ladenlokalen am Werth in Barmen.

Die „Zeitreise Schwebebahn“ soll drei Räume umfassen, erklärt Thomas Helbig, Geschäftsführer der ISG (Immobilien-Standort-Gemeinschaft) Barmen, die das Projekt zusammen mit Partnern realisiert. Im ersten Raum bekommen die Besucher Informationen zur Zeit der Frühindustrialisierung, die Barmen und Elberfeld reich machte. „Wie kommen die zwei selbstständigen Städte dazu, die Schwebebahn in kurzer Zeit zu planen und zu bauen?“ Im zweiten Raum stehen historische Exponate, zum Beispiel Stühle oder Teile des Gerüsts. Dazu trägt der Verein Historische Schwebebahn Wuppertal mit gesammelten Objekten bei. Den Besuchern soll die Erfindung und die Technik des einzigartigen Verkehrsmittels nähergebracht werden.

Der Transport der Schwebebahn zum Werth wird spektakulär

Die Hauptattraktion steht im dritten Raum. Neben dem Kaiserwagen, der nach einer Generalüberholung wieder durch die Stadt fahren soll, wurde ein weiteres historisches Fahrzeug erhalten: Wagen Nummer 11 aus der ersten Baureihe 1900. „Wir werden unseren Beitrag dazu leisten und ihn restaurieren, sodass er wieder ansehnlich ist“, sagt WSW-Geschäftsführer Martin Bickenbach. Es werde eine Herausforderung, das Fahrzeug in das Geschäftshaus am Werth 96 zu bringen, sagt Thomas Helbig: „Der Schwebebahnwagen ist nicht ganz leicht, er wiegt elf Tonnen. Und er ist zwölf Meter lang. Der Werth ist gut zwölf Meter breit, das wird ein spektakulärer Transport.“

In dem Original-Fahrzeug bekommen die Museumsbesucher eine VR-Brille. In ihr läuft ein Film, in dem sie sich selbst umschauen können. Wer sich in Richtung Fenster lehnt, kann auf das Kopfsteinpflaster mit Schienen blicken, auf denen parallel eine Straßenbahn fährt. Einige Gebäude wurden bis heute erhalten oder wiederaufgebaut. Auch im Jahr 1929 fuhr die Schwebebahn bereits vorbei an der Sonnborner Hauptkirche und dem Stadion. Über einen Kopfhörer ist das Rattern der Bahn zu hören. Beim Halt in einer Station gehen Menschen in historischer Kleidung über den Bahnsteig.

„Wir können jetzt einen ersten Einblick präsentieren“, sagt Nils Hensdieck von der Mediaprojekt GmbH in Bielefeld, die die Visualisierung erstellt. Die erste Idee zum Projekt hatte Martin Bang, Geschäftsführer von Wuppertal Marketing. Um zu testen, ob es sich umsetzen lässt, wurde zunächst der Abschnitt zwischen Sonnborn und Stadion bearbeitet. Die Fassaden sollen originalgetreu gestaltet werden. „Erfreulicherweise liegen beim Geodatenamt der Stadt Wuppertal aus der Zeit der Stadtgründung 1929 viele historische Luftbildaufnahmen vor, sodass eine originalgetreue Rekonstruktion des damaligen Stadtbildes möglich wird“, teilt die ISG mit.

Die Museumsbesucher sollen in ungefähr 20 Minuten die ganze Strecke mit allen Stationen abfahren können, die beiden anderen Räume werden rund 40 Minuten in Anspruch nehmen. Die virtuelle Fahrt können etwa 30 Personen gleichzeitig erleben, auch für Brillenträger soll es eine Lösung geben, insgesamt können etwa 100 Personen im Museum sein. Der Eintrittspreis wird später festgelegt, wenn klar ist, wie teuer das privat finanzierte Projekt wird. „Es soll attraktiv sein hinzugehen, aber es muss sich auch finanziell tragen“, sagt Thomas Helbig. Finanzpartner ist die Stadtsparkasse. Die ISG freue sich über Unterstützer und Sponsoren.

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind sagt, dass die „Zeitreise Schwebebahn“ als kultureller Höhepunkt und Freizeitangebot genau den Zielen der Stadtentwicklung und einer multifunktionalen Stadt entspricht. „Das ist eine inhaltliche Bereicherung, eine Erlebnisausrichtung der Innenstadt“, sagt Thomas Helbig. Er hofft, dass Tagestouristen aus anderen Städten in die Barmer Innenstadt kommen, dort nach dem Museumsbesuch noch essen gehen oder einkaufen. Die Ausstellung lasse sich gut mit anderen Sehenswürdigkeiten verbinden, die nahe der Schwebebahn liegen, zum Beispiel dem Heckinghauser Gaskessel, dem Von der Heydt-Museum und dem Zoo. „Nach der Fahrt im Jahr 1929 steigt man an der Werther Brücke an einem wunderschönen Jugendstilbahnhof in die Schwebebahn und erlebt, wie sich die Stadt bis heute verändert hat.“

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