Interview

„Wir sind noch nicht fertig mit unseren Trassen“

Trassen-Fan: Carsten Gerhardt. Archivfoto: Anna Schwartz
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Trassen-Fan: Carsten Gerhardt.

Wuppertal. Carsten Gerhadt von der Wuppertalbewegung über Radwege und die moderne Kreislaufwirtschaft des Circular Valley.

Von Manuel Praest

Herr Gerhardt, in letzter Zeit hört man von Ihnen vor allem im Zusammenhang mit dem „Circular Valley“. Sind Sie „fertig“ mit der Nordbahntrasse?

Carsten Gerhardt: Der Weg als solcher, insofern er benutzbar ist, ist natürlich fertig. Aber viele Bauwerke noch nicht, und da werden wir weiter ein Auge drauf haben.

Das liegt aber im Aufgabenbereich der Stadt, oder?

Gerhardt: Ja, aber wir wollen da unterstützen, insbesondere mit unseren Erfahrungen aus den Arbeiten an der Schwarzbachtrasse. Nehmen wir zum Beispiel die Brücke der Nordbahntrasse an der Sedanstraße. Das ist eine alte Stahlbrücke, die bisher überhaupt nicht saniert wurde. Da wollen wir sicherstellen, dass sie nicht weiter verfällt, dann irgendwann komplett baufällig ist und abgerissen werden muss. Wir wollen nicht, dass da eine moderne Betonbrücke hinkommt.

Sie konzentrieren sich aber nicht nur auf die Entwicklung der Trasse direkt?

Gerhardt: Nein, es geht uns auch um die Flächen drum herum. Wir möchten, dass da etwas Schönes entsteht, das der Allgemeinheit nutzt. Das ist das Primat für uns. Etwas, das für jeden zugänglich ist.

In der Vergangenheit haben Sie auch gerne von der Nordbahntrasse als möglichem „längsten Campus der Welt“ gesprochen. Wie weit sind diese Pläne?

Gerhardt: Die Idee steht sehr hoch oben auf unserer Agenda und ist aktueller denn je – natürlich zusammen mit unserem Projekt „Circular Valley“. Viele Menschen interessieren sich sehr für Themen wie Umweltschutz und Ressourcenschonung, und dazu würden natürlich Lernplätze und Reallabore auf und an der Trasse von West nach Ost gut passen. Die wären dann nämlich da, wo die Menschen leicht hinkommen.

Mit der Trasse ist es damals einfach gewesen: Sie konnten den Wuppertalern erklären, aus der alten Bahnstrecke wird ein Rad- und Wanderweg, das war leicht nachvollziehbar. Ist das bei Circular Valley schwieriger?

Gerhardt: Definitiv. Aber das Interesse ist riesig. Die wichtigste Komponente bei der Kreislaufwirtschaft ist aber, dass jeder mitmacht. Ich nehme mal drastische Beispiele: Wenn jemand seinen Ölwechsel irgendwo im Wald macht oder seine alte Autobatterie im Hausmüll entsorgt, dann kommt die Industrie da nie mehr dran. Deshalb muss man für dieses Thema Verständnis schaffen.

Hatzfeldtrasse, Langerfeldtrasse, Verlängerung Sambatrasse: Es gibt noch eine Reihe anderer Trassenprojekte in Wuppertal. Wird sich ihr Verein dort einbringen?

Gerhardt: Wir sind schon gut ausgelastet. Der Erhalt und die Ausgestaltung der Nordbahn- und Schwarzbachtrasse sind schon eine riesige Aufgabe für uns. Wir sind noch lange nicht fertig. Wir haben viele Ideen, wie zum Beispiel der Verkehrskindergarten, für den wir aktuell eine Fläche suchen. Das Thema Sicherheit beim Fahrradfahren ist für uns ein ganz wichtiges.

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