Reaktivierung

Wuppertal will noch mehr Trasse

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In den 90er Jahren wurde die Bahnstrecke über das Schwarzbach-Viadukt stillgelegt, jetzt soll sie als Fuß- und Radweg reaktiviert werden.

WUPPERTAL Ex-Bahnstrecke über Schwarzbach-Viadukt soll als Rad- und Fußweg reaktiviert werden.

Von Manuel Praest

Völlig zugewucherte Schienen, Viadukte, die im Dornröschenschlaf liegen, und finstere Tunnel: Wer auf dem stillgelegten Gleisbogen zwischen Wichlinghausen und Oberbarmen, auch als Schwarzbachtrasse bekannt, unterwegs ist, dürfte sich an die Nordbahntrasse erinnert fühlen – jedenfalls an deren Zustand vor zehn Jahren.

Jetzt tummeln sich auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Vohwinkel und Schee an sonnigen Tagen tausende Menschen. Und die Stimmen mehren sich, auch die Schwarzbachtrasse zu reaktivieren – als Erweiterung der Nordbahntrasse bis Langerfeld.

Knapp 1,8 Kilometer sind es von der Langobardenstraße bis zur Grundstraße – mit insgesamt sieben Brücken. Darunter sind das 186 Meter lange Viadukt, das über den den Schwarzbach führt und der Tunnel an der Dahler Straße.

Wuppertal-Bewegung rechnet mit 2,5 bis drei Millionen Euro Kosten

Die Wuppertal-Bewegung zeigt sich optimistisch, was das Projekt angeht. „Das Schöne ist, dass die Strecke im Innenstadtbereich liegt und damit in den Bereich Städtebauförderung fallen könnte“, erklärt der Vorsitzende Carsten Gerhardt. Der Zustand der Trasse sei – anders als bei Großteilen der Nordbahntrasse – in vielen Bereichen „tiptop“, so Gerhardt.

Auch das Schwarzbach-Viadukt zum Beispiel sei aus Sicht der Wuppertal-Bewegung sanierbar, „ohne, dass viel mehr als nötig gemacht werden müsste“. Gerhardt rechnet mit gut 2,5 bis drei Millionen Euro Gesamtkosten. „Jetzt muss nur noch jemand den Förderantrag stellen“, sagt der Vorsitzende und spielt den Ball in Richtung Stadt Wuppertal.

In der Verwaltung steht man einer Erweiterung positiv gegenüber. „Die Nordbahntrasse ist nicht der status quo“, sagt Sprecherin Martina Eckermann. Schließlich sei das Thema Wuppertal als Fahrradstadt auch Bestandteil des Strategieprogramms „Wuppertal 2025“. Als ersten Schritt habe die Verwaltung – wie von der Politik gefordert – die Trasse „gesichert“. Sprich: Mit dem Eigentümer, einer Bahntochter, wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen, der einen Verkauf vorab ausschließt.

„Jetzt wird ein Wertgutachten erstellt“, kündigt Eckermann an. Zu möglichen Kosten wollte sie sich nicht äußern. Es war allerdings schon zu hören, dass die Stadt von einem höheren Investitionsvolumen als die Wuppertal-Bewegung ausgeht. Doch es liege nicht nur am Geld. „Es ist auch eine Frage der Personalressourcen“, sagt Eckermann. Ende dieses Jahres soll es aber einen Aktionsplan geben, in dem auch Fördermöglichkeiten ein Thema sind.

RESONANZ

FÜRSPRECHER In Langerfeld und beim Bürgerforum Oberbarmen würde man eine Reaktivierung der Schwarzbachtrasse nur allzu gerne sehen. Bislang hat Langerfeld lediglich am äußersten Zipfel in Jesinghausen einen Zugang zur Nordbahntrasse. Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever hat das Thema seit Jahren auf der Agenda. In der Sicherung der Trasse durch die Stadt sieht er schon einmal einen wichtigen Schritt. Jetzt müsse man die Planungen vorantreiben, sagt er.

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