Denkmal

Weyerbuschturm: Pläne zur Sanierung geraten ins Stocken

Zu seinem 125. Geburtstag sollte der Weyerbuschturm wieder zugänglich sein. Daraus wird nichts. Foto: Stefan Fries
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Zu seinem 125. Geburtstag sollte der Weyerbuschturm wieder zugänglich sein. Daraus wird nichts.

Wuppertal. Der Förderverein plant eine Aktion für das Jubiläumsjahr.

Von Anke Strotmann

„Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter.“ Das Märchen von dem Mädchen, das in einen türlosen Turm gesperrt wurde, fällt einem fast sofort ein, wenn man den Weyerbuschturm hoch oben auf dem Nützenberg sieht. „Kinder bezeichnen ihn als Rapunzelturm“, sagt Gabriele Mahnert, Bezirksbürgermeisterin für Elberfeld-West (Bündnis 90/Die Grünen), die das markante Denkmal öfter mit Kindergruppen besucht.

Tatsächlich bräuchte es Rapunzels Zöpfe, um den Turm zu besteigen. Er ist seit 2008 für Besucher gesperrt. Deshalb plant der Förderverein für historische Parkanlagen die Sanierung und sammelt auf der Plattform betterplace.org Geld für dieses Vorhaben. Der Förderverein hatte den Turm vom Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) zur Renovierung 2013 gepachtet.

Zusammen mit den Denkmalbehörden wurden ein Sanierungsplan erstellt und immer wieder Fördermittel beantragt. „Wir wollen ihn in seine ursprüngliche Form bringen und die zugemauerten Balkone öffnen“, sagt Michael Felstau, der Vorsitzende des Fördervereins. Das habe einen „absolut ästhetischen Mehrwert“ und der Turm könne dann wieder als Aussichtsplattform genutzt werden. „Das war ursprünglich so gedacht“, sagt Felstau.

Um den Turm instand zu setzen, müssen unter anderem die Fugen der Mauerkrone und verrostete Stahlträger ausgetauscht werden. Diese fangen an zu rosten, weil die Fenster undicht sind und bei Sturm Regen ins Mauerwerk dringt. Die denkmalgerechte Restaurierung des Turms sieht vor, die jetzigen Fenster und Türen originalgetreu zu ersetzen. Bei der Eingangstür sollen etwa neue denkmalgerechte Beschläge eingesetzt werden. „Denn die alten kann man beim Ziehen fast in der Hand halten“, so Felstau. Für die Schreinerarbeiten fehlen noch mehr als 20 000 Euro.

Zum Jubiläum soll eine Buchreihe erscheinen

Bis zur Wiedereröffnung wollte der Verein Konzepte zur Nutzung über den reinen Betrieb als Aussichtsturm hinaus entwickeln. Potenzial sieht er in dem spielplatznahen Raum im Erdgeschoss, im wiederhergestellten Aussichtsgeschoss. „Ein Balkon könnte verglast werden, um einen Raum für eine weitergehende Nutzung zu erhalten“, sagt Felstau. Das Treppenhaus soll wie schon in der Vergangenheit für Kunst- und Kulturveranstaltungen genutzt werden. Bislang war das Ziel, den Weyerbuschturm 2023 zu seinem 125. Geburtstag für Besucher wieder zugänglich zu machen. Daraus wird aber nichts. „Das GMW hat alle Projekte wegen der Kostensteigerung im Bauwesen auf den Prüfstand gestellt“, sagt Felstau.

Unsicher sei auch, wie es nach dem Regierungswechsel in Berlin mit den Denkmaltöpfen weitergehe. Auch auf Landesebene gibt es Unwägbarkeiten. „Die Novelle des Denkmalschutzgesetzes für NRW ist sehr in der Diskussion“, sagt Felstau. Im Dezember hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Düsseldorfer Landtag eine Online-Petition mit 23 000 Unterschriften gegen den geplanten Entwurf überreicht. Trotz der geänderten Rahmenbedingungen läuft die Spendenaktion weiter.

„Das Geld wird gebraucht, wahrscheinlich sogar noch etwas mehr“, sagt Felstau, der das Projekt weiter vorantreibt. Zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 2023 soll eine Buchreihe zum Nützenberg und Weyerbuschturm erscheinen. Der Förderverein will als nächstes versuchen, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Partner zu gewinnen.

Die Bezirksvertretung Elberfeld-West hat ihre Unterstützung bereits zugesagt. „Der Weyerbuschturm ist ein Markenzeichen für Elberfeld-West“, sagt Bezirksbürgermeisterin Gabriele Mahnert über den Turm auf der Kaiserhöhe. Häufig würden der Zoo und die Bayer-Werke genannt, für sie stehe der Weyerbuschturm an erster Stelle. „Wenn es wirklich mal so weit ist, dann hat man eine Aussicht über die ganze Stadt“, sagt sie. „Das ist sehr erhaben.“

www.betterplace.org

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