Schwebebahn ist weltweit bekannt

Warum Australier vom Heiraten im Kaiserwagen träumen

Der Kaiserwagen auf der Strecke: Ein Bild, das es zurzeit nur aus dem Fotoarchiv gibt. 
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Der Kaiserwagen auf der Strecke: Ein Bild, das es zurzeit nur aus dem Fotoarchiv gibt. 

Wuppertal ist Lesern in Melbourne und chinesischen TV-Zuschauern bekannt.

Von Daniel Neukirchen

Wuppertal. In diesen Tagen taucht Wuppertal häufig in der überregionalen Presse als Spitzenreiter auf. Leider in einer Negativstatistik: Berichtet wird über den hohen Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen. Wuppertal ist mal auf Platz 1, mal auf Platz 2 der höchsten Infektionszahlen in Relation zur Bevölkerung. Da reizt es, den Blick etwas weiter in die Ferne zu richten.

Was wird etwa in Australien über Wuppertal geschrieben? In der Zeitung „Sunday Age“, die in Melbourne erscheint, ist eine Liste von „ten great puclic transport experiences“ (zehn großartige ÖPNV-Erfahrungen) erschienen. Erster Tipp: natürlich die Schwebebahn. Die Autoren beschreiben sie als ein „futuristisches Transportmittel, ausgedacht in der nahen Zukunft“.

Es wird empfohlen, an der „art nouveau“-Station der Werther Brücke oder an der Glas-Station Kluse auszusteigen. Hoffentlich werden australische Touristen nicht enttäuscht, wenn die Schwebebahn letztere Station in diesen Tagen wegen Sanierungsarbeiten ohne Halt durchfährt.

Handelsblatt beschreibt Wuppertal als extrem beliebtes Reiseziel

Und auch der letzte Tipp dürfte aktuell schwer umzusetzen sein: eine Hochzeit im Kaiserwagen. Die Schwebebahn steht übrigens bei den Melbournern auf einer Liste mit der NYC-Fähre in New York, der Londoner U-Bahn und den Busch-Taxis auf Madagaskar.

Dass der US-Sender CNN 2020 Wuppertal auf die Liste der 20 besten Reiseziele weltweit gesetzt hat, hat den Weg ins kollektive Gedächtnis der Stadt gefunden. Etwas unter dem Radar geblieben ist, dass bereits 2017 das Handelsblatt in seiner „Global Edition“ (einer inzwischen eingestellten englischsprachigen Digitalausgabe der Zeitung) Wuppertal zusammen mit Trier als extrem beliebte Reiseziele ausgemacht hat – für Chinesen.

Wuppertal sei für die Asiaten nicht nur ein Zungenbrecher, sondern auch bekanntlich wegen der Verbindung zu Friedrich Engels von hohem Interesse. Kommunistische Geschichte ist dabei der treibende Faktor für die reisenden Chinesen. Und so folgten sie der 2014 von China nach Wuppertal verschenkten Engels-Statue in Scharen.

Nebenbei dürfte auch die Historische Stadthalle – zumindest vor Corona – den ein oder anderen Touristen aus Fernost angezogen haben. 300 Millionen Fernsehzuschauer haben sie nämlich in einer chinesischen Reality Show gesehen.

TV-Show wurde in der Stadthalle gedreht

Zwei Folgen Chinas größter Stellenmarkt-TV-Show „Only You“ wurden bereits 2013 im Bergischen gedreht. In der Show, durch die der Star-Moderator Zhang Shaogang führt, sitzen in jeder Folge Vertreter zehn chinesischer Unternehmen fünf Bewerbern gegenüber. In der Wuppertaler Show waren es chinesische Firmen mit Sitz in Deutschland und Studenten und Absolventen aus Deutschland, die um einen Job vor Ort oder im fernen China buhlten. Sie stellten sich den Fragen der Unternehmer und mussten sogar ihr Gehalt aushandeln. Ein 30-köpfiges Drehteam und 400 Zuschauer zeigten sich von der Stadthalle begeistern.

Neun Stunden lang wurde gefilmt. Die Kurzfilme zur Vorstellung der Bewerber entstanden im Park hinter der Schwimmoper neben der Stadthalle.

Kabelbrand am Sonntag: Wuppertaler Schwebebahn fährt nach fünf Stunden Stillstand wieder

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