Bierfasskneipe

Kultlokal Zweistein: Vom Stammgast zum neuen Inhaber

Er wechselte die Thekenseite: Joscha Mohs am Zapfhahn in seinem Zweistein – dort soll es nun mehr Musik geben. Foto: Anna Schwartz
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Er wechselte die Thekenseite: Joscha Mohs am Zapfhahn in seinem Zweistein – dort soll es nun mehr Musik geben.

Nachdem das Wuppertaler Kultlokal Zweistein im August schloss, hat jetzt Joscha Mohs den Laden übernommen.

Von Miriam Karout

Wuppertal. Im August schloss das „Zweistein“ in Wuppertal nach 36 Jahren. Das teilten die ehemaligen Inhaber auf Facebook und der eigenen Homepage mit. Die Pandemie spielte aber wohl keine Rolle, hieß es in dem Post. Nun übernimmt der 28-jährige Joscha Mohs den Laden. Der junge Musiker will die Tradition der Bierfasskneipe wahren: Er war jahrelang Stammgast der Traditionskneipe in der Aue.

„Das Zweistein war eine der ersten Kneipen, in die ich mit 16 Jahren, als ich Bier trinken durfte, gegangen bin“, erinnert sich der nun 28-Jährige. Über ein Jahrzehnt später hat sich sein Traum verwirklicht, selbst einmal Inhaber einer Kneipe zu sein. Als Gast und auch mit beruflichen Erfahrungen kennt er sich gut in der Gastronomie aus. Jetzt möchte er seine Leidenschaften kombinieren. „Ich will Gastgeber sein. Ich will Musik in den Laden holen“, sagt Mohs, der selbst Musiker ist und im Zweistein schon an Unplugged-Konzerten teilgenommen hat.

Die vorherigen Inhaber kennt er gut. Nicht nur als Stammgast, sondern auch als Mieter. Denn Mohs hat lange in einer Wohnung über dem Zweistein gewohnt. Als er den Facebook-Post von seinen ehemaligen „Vermietern“ gesehen hat, die eine Nachfolge suchten, habe er sich direkt gemeldet. Der Weg dorthin war schicksalhaft, wie er beschreibt. Denn seine Mutter ist in diesem Jahr verstorben.

Ihm sei schon immer klar gewesen, dass er irgendwann eine Kneipe öffnen wollte. So schnell hatte er aber noch nicht damit gerechnet. Jetzt erinnert ein Akkordeon, das bislang im Fenster des Lokals steht, an seine Mutter. Vielleicht bleibt es auch da. Der junge Musiker wünscht sich nämlich auch, dass es hier mal wird, wie man es aus Berghütten kennt: Jemand kommt rein, nimmt sich das Akkordeon seiner Mutter und spielt einfach. Die Musik soll hier eine wichtige Rolle spielen.

Musik, Leidenschaft, offene Bühne – und Fassbier

Das sei im Zweistein ohnehin schon so gewesen. „Es ist kein Ort für laute Rockkonzerte“, meint Mohs. Ein Nachtclub ist es auch nicht. Aber ein Ort, an dem Musik gespielt und ausgetauscht wird. Einige Instrumente sollen hier Platz finden. Ein Klavier und eine offene Bühne sollen dazugehören.

Aber nicht nur die Musik, auch andere Veranstaltungen sind hier willkommen. Was auf jeden Fall bleiben wird, ist das Bier. Denn das Zweistein ist und bleibt eine Fassbierkneipe.

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