Anwohner kritisieren Ablauf an Hauptverkehrsachse

Vohwinkel: Baustellen erregen die Gemüter

An der Häufung von Baustellen am Westring erhitzen sich derzeit in Vohwinkel die Gemüter.
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An der Häufung von Baustellen am Westring erhitzen sich derzeit in Vohwinkel die Gemüter.

Umleitungen zum Teil über Solinger Stadtgebiet.

Von Eike Birkmeier

Wuppertal. Sie haben Auswirkungen auf einen Großteil des Vohwinkeler Autoverkehrs und nicht zuletzt den Pendlerverkehr aus Solingen oder Haan. Die beiden Großbaustellen von Stadt und Wuppertaler Stadtwerke (WSW) sorgen für lange Umwege sowie Rückstaus im Wuppertaler Westen und darüber hinaus. Seit dem 9. August erhält der Westring einen neuen Fahrbahnüberzug zwischen Gräfrather Straße und Haaner Straße. Außerdem sind umfangreiche Maßnahmen für Radfahrer geplant.

Im ersten Bauabschnitt ist der Westring dadurch zwischen Corneliusstraße und Haaner Straße zu einer Einbahnstraße in westlicher Richtung geworden. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende November komplett abgeschlossen werden.

Der Gegenverkehr kann während dieser Zeit nicht über die Höhe und die Ehrenhainstraße ausweichen, da Letztere bergaufwärts ebenfalls eine Einbahnstraße geworden ist. Die WSW verlegen hier zeitgleich neue Kabel. Die Arbeiten sollen drei Monate dauern. Durch diese Kombination muss der östliche Verkehr bis nach Solingen umgeleitet werden. Ortskundige Autofahrer nehmen verstärkt den Weg über den ohnehin schon chronisch überlasteten Kaiserplatz.

Durch die zeitliche Überschneidung der Baustellen gibt es zwar mehr Verkehrsbehinderungen, aber dafür für kürzere Zeit

Die CDU im Stadtteil hatte diese Situation bereits scharf kritisiert.„Wenn zwei unterschiedliche Baustellen über ein und dieselbe Umleitung geleitet werden, kommt es zwangsläufig zu einem Verkehrschaos in Vohwinkel. Hier wird ein Verkehrs- und Baustellenmanagement auf Kosten der Anwohner und Verkehrsteilnehmer betrieben“, heißt es in einer Stellungnahme der Fraktion. Die Christdemokraten bemängeln eine fehlende Absprache von Stadt und WSW.

Gegen diesen Vorwurf wehren sich Verwaltung und Stadtwerke mit Nachdruck. In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Vohwinkel am Mittwoch äußersten sie sich ausführlich zum Thema. „Es gab sehr wohl eine Absprache, bei der auch die Polizei und die betroffene Grundschule einbezogen wurden“, betont die städtische Baustellenkoordinatorin Heike Bornscheuer. Bezüglich des Westrings habe es dringenden Handlungsbedarf gegeben, da hier erhebliche Fördergelder des Landes in die Baumaßnahme einflössen.

„Schön ist das nicht, aber wenn die Baustellen nacheinander abgearbeitet worden wären, würden die Verkehrsbehinderungen über ein halbes Jahr andauern“, erklärt Heike Bornscheuer. „Das ist so das kleinere Übel“, ergänzt Bernd Zarges (WSW). Der Sinn der Baustelle am Westring ist aber ebenfalls umstritten. Im Zentrum steht hier die Abtrennung eines Schutzstreifens für den Radverkehr auf der nördlichen Fahrbahnseite. Das soll die Sicherheit der Fahrradfahrer und Fußgänger in diesem Bereich verbessern. Die Baukosten belaufen sich insgesamt auf rund 590 000 Euro.

BV fordert ein eigenes Verkehrskonzept für den Stadtteil

Die Kosten für die erforderliche Erneuerung der Fahrbahndecke, die etwa 300 000 Euro betragen, werden zu 90 Prozent durch Zuwendungen des Landes zur Verfügung gestellt. „Das ist verbranntes Geld“, findet Anwohner Torsten Langewische. Er verweist auf den vorherigen Radweg, der auf dem Bürgersteig verlief und nach seiner Ansicht gut funktioniert hat. Ähnlich sieht es Henrik Gurke von der Vohwinkeler CDU-Fraktion. „Hier wird ein funktionierendes System mit riesigem Aufwand verschlechtert“, sagt er.

Die Bereiche Verkehr und Baustellenplanung sind in Vohwinkel sensible Themen. Schon lange fordert die BV ein eigenes Verkehrskonzept für den Stadtteil. Dadurch soll für alle Bewohner eine erträgliche Verkehrsbelastung hinsichtlich des CO2-Ausstoßes, der Emission von Schadstoffen und der Lärmentwicklung erreicht werden.

Umleitungen

Der von Wuppertal kommende Verkehr wird in Einbahnstraßenführung am Baufeld vorbeigeführt. Richtung Wuppertal wird der Hauptverkehr frühzeitig umgeleitet. Dabei wurde eine Umleitung über die Straße Roggenkamp und die Wuppertaler Straße in Solingen eingerichtet. Die Ehrenhainstraße ist vom Dasnöckel bis zur Autobahnbrücke als Sackgasse befahrbar. Eine Umleitung über den Westring, die Gräfrather Straße und die Roßkamper Straße ist ausgeschildert.

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