Wuppertal verbietet alle Veranstaltungen

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Das Rathaus geschlossen, 2000 Mitarbeiter gehen ins Homeoffice: Wuppertal verschärft die Corona-Regeln. Archivfoto: Andreas Fischer

Universität setzt Prüfungen aus, Hochzeiten müssen im kleinen Kreis stattfinden.

Wuppertal „Konsequenz ist jetzt das Einzige, was hilft, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Mucke auf der Homepage der Stadt. Der dortige Krisenstab hat beschlossen, die landesweiten Einschränkungen zusätzlich zu verschärfen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. „Die Entscheidungen führen zu massiven Einschnitten für alle Wuppertalerinnen und Wuppertaler. Sie dienen aber dem Schutz der Bevölkerung, insbesondere der älteren und vorerkrankten Menschen, die jetzt unsere Solidarität brauchen. Daher bitte ich alle, hier mitzuziehen und besonnen zu handeln.“

In Wuppertal gibt es nun - Stand Sonntag, 13 Uhr - 16 bestätigte Infektionsfälle und insgesamt 147 Personen in Quarantäne. Damit stehe Wuppertal noch am Anfang einer Ausbreitung, sagte Mucke. „Wir wollen alles tun, dass das so bleibt und wir mit den Behandlungskapazitäten für schwerer verlaufende Fälle auskommen. Da inzwischen täglich mindestens dreißig weitere Verdachtsfälle getestet werden, können sich die Zahlen kurzfristig sprunghaft erhöhen.“ Die Maßnahmen im Überblick:

Alle Veranstaltungen sind untersagt: Der Erlass des Gesundheitsministeriums zu Veranstaltungen wurde verschärft: Alle nicht unabweisbaren öffentlichen Veranstaltungen müssen abgesagt oder verschoben werden. Dies setzt die Stadt mit einer weiteren Allgemeinverfügung um, die am Dienstag um null Uhr in Kraft tritt und alle Arten von Veranstaltungen umfasst, auch Gottesdienste, Gremiensitzungen, Clubs und Diskos. Das allgemeine Veranstaltungsverbot gilt auch für Hochzeiten und Geburtstage. Auch wenn sich eine geschlossene Gesellschaft zu einer Feier in öffentlichen Veranstaltungsräumen treffen will, darf diese ab sofort nicht mehr stattfinden. Möglich sind nur noch private Partys in den eigenen vier Wänden. Trauungen werden nur noch in einer Größe von bis zu zehn Personen durchgeführt, teilte die Stadt mit.

Restaurants, Kantinen, Fitness-Center nicht betroffen: Für Restaurants und Gaststätten gelten noch keine ordnungsbehördlichen Maßnahmen. Allerdings sollen die Betreiber auf Basis der Kriterien des Robert-Koch-Instituts alle Schritte unternehmen, um in ihren Betrieben das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Hierzu gehören umfassende Hygienemaßnahmen, eine aufgelockerte Sitzordnung, die jedem Gast den notwendigen Abstand ermöglicht, gründliches Lüften und gegebenenfalls eine Begrenzung der Gästezahl.

Schließung von Einrichtungen im Bereich Kultur, Bildung und Sport: Alle Einrichtungen der Stadt im Bereich Kultur, Bildung und Sport bleiben bis auf Weiteres ab sofort geschlossen. Dazu gehören der Zoo und die Bäder, die Bergische Musikschule, die Volkshochschule, das Bergische Studieninstitut, die Museen, Offenen Türen der Kinder- und Jugendarbeit. Dies gilt auch für die städtischen Sporthallen und –anlagen: Damit findet in diesen Bereichen auch der Vereinssport vorerst nicht statt. Auch das Bandwirker-Bad ist ab sofort für alle Aktivitäten geschlossen.

Einschränkungen in den städtischen Ämtern: Alle Publikumsbereiche der städtischen Ämter werden zurückgefahren und nicht notwendige oder nicht zeitkritische Termine abgesagt. Für die städtischen Gebäude gelten Zugangsbeschränkungen. Das Barmer Rathaus beispielsweise kann nur noch über das Hauptportal betreten werden. Die Gäste müssen mit dem Pförtner ihr Anliegen besprechen, bevor sie eintreten können. Alle Bürger sind aufgefordert, nicht notwendige Termine abzusagen. Ebenso wie viele Betriebe schickt auch die Stadt Wuppertal ihre Mitarbeiter dort, wo es möglich ist, ins Homeoffice. 2000 Beschäftigte arbeiten ab dem heutigen Montag von zuhause aus.

Universität setzt Prüfungen aus: Die Bergische Universität in Wuppertal verschiebt bis auf Weiteres alle Prüfungen. Für den heutigen Montag angesetzte Klausuren mit weniger als 100 Teilnehmern dürften zwar theoretisch stattfinden – den Prüflingen werde aber freigestellt, ob sie teilnehmen. red

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