Mirker Bach

Rückhaltebecken soll vor Hochwasser schützen

An der Uellendahler Straße entsteht ein Regenrückhaltebecken. Foto: Andreas Fischer
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An der Uellendahler Straße entsteht ein Regenrückhaltebecken.

Das Bauprojekt am Bornberg kostet rund vier Millionen Euro.

Von Friedemann Bräuer

Wuppertal. Der Mirker Bach dürfte in erster Linie den Anwohnern rund um das seit langer Zeit ersehnte Naturfreibad Mirke bekannt sein. Doch das Bächlein kann innerhalb kürzester Zeit eine zerstörerische Kraft entwickeln und für erhebliche Hochwasserschäden sorgen. So im Sommer 2018 und noch gravierender in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli dieses Jahres, wo Wuppertal vom Hochwasser schwer getroffen wurde. In der Kohlfurth und in Alt-Beyenburg war es besonders schlimm.

Zum Schutz plant und baut der Wupperverband auf der einstigen Gewerbe-Immobilie an der Uellendahler Straße 190 des nach Leverkusen gezogenen Unternehmens Probst am Bornberg ein kombiniertes Hochwasserrückhaltebecken/Regenrückhaltebecken. Es soll ein Volumen von etwa 10 000 Kubikmetern haben.

Der Eigenbetrieb der Wuppertaler Stadtwerke WAW (Wasser und Abwasser) hat das Grundstück im Jahre 2017 erworben, und die WSW Energie und Wasser AG begleitet das Projekt. Sie wird das Becken nach Fertigstellung betreiben und betreuen. Die Vorbereitungen des Baugeländes in Form von Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Firmen-Areal sowie Baumfällungen werden voraussichtlich innerhalb der kommenden Woche abgeschlossen sein, wie Ursula Koukulitschek, Projektleiterin beim Wupperverband, mitteilt.

Das Betonbecken, für dessen Errichtung die Ausschreibung innerhalb der nächsten Wochen erfolgen soll, wird vier Meter tief sein und eine Grundfläche von ungefähr 60 mal 70 Quadratmetern haben.

Geplant ist ein begrüntes offenes Erdbecken, das nach „natürlicher Befüllung“ durch den Wuppertaler Regen regelmäßig geleert wird. Im Auftrag des Wupperverbands wurden im Vorfeld eine Artenschutzprüfung durchgeführt und ein Gestaltungsplan aufgestellt.

Um Platz für das Becken zu schaffen, sind umfangreiche Erdarbeiten erforderlich, bei denen das derzeit zum Teil noch belastete Erdreich abtransportiert und fachgerecht entsorgt werden muss. „Das wird natürlich einen zeitweisen verstärkten LKW-Verkehr erfordern“, warnt Ursula Koukulitschek vorsorglich.

Geplante Bauzeit bis Dezember 2022

Auch Carl Bernd Düsterloh, Projektleiter bei der WSW Energie und Wasser AG, sagt: „Beeinträchtigungen der direkten Anlieger durch die Bautätigkeit und den Baustellenverkehr sind nicht zu vermeiden. Es wird aber angestrebt, diese auf ein unvermeidbares Maß zu reduzieren.“

Bereits seit einigen Jahren verlegt die AG in der Uellendahler Straße abschnittsweise neue Gasleitungen und neue Regenwasserkanäle, die in Kombination zum Becken Bornberg ebenfalls dem Hochwasserschutz dienen. Die Bauzeit für das Regenrückhaltebecken wird gemäß aktueller Information durch Wupperverband und WSW voraussichtlich von März bis Dezember 2022 dauern.

Die Kosten für das Unterfangen sind mit circa vier Millionen Euro angesetzt. Doch da der Mirker Bach gemäß „Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie“ vom Land NRW als Risikogewässer eingestuft ist, wird das Projekt anteilig zu 45 Prozent mit Mitteln des Landes gefördert. Die verbleibenden 55 Prozent werden über den Eigenbetrieb WAW und die Stadt Wuppertal finanziert. „Durch das neue Becken wird das Überschwemmungsrisiko an diesem Standort und für gefährdete Objekte im Unterlauf des Mirker Bachs deutlich gemindert“, heißt es vom Wupperverband.

Wupperverband

„Der Wupperverband ist verantwortlich für die gesamte Wasserwirtschaft des Flussgebietes der Wupper. 14 Talsperren, elf Kläranlagen und etwa 2000 Kilometer Gewässer bilden im Verbandsgebiet für etwa 950 000 Menschen einen wesentlichen Teil ihrer Lebensgrundlage“, beschreibt der Verband seine Tätigkeit.

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