Gericht

Prozess nach Angriff mit Auto, Axt und Eisenstangen gestartet

Tatort Röttgen: Hier geschahen die Angriffe. Foto: Stefan Fries
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Tatort Röttgen: Hier geschahen die Angriffe.

Angeklagte stehen nach Vorfall in Uellendahl nun vor Gericht

Von Anne Palka

Wuppertal. „Die haben sich fast umgebracht“, berichtete eine Anwohnerin dem Richter. Durch die enorme Lautstärke aufmerksam geworden, habe sie von ihrem Balkon am Röttgen gesehen, wie sich zwei Gruppen gegenüberstanden. Zunächst hätten sich zwei Männer mit den Fäusten geprügelt. „Dann ist das total eskaliert.“ Es sei eine Axt geflogen, Eisenstangen und ein Auto seien als Waffen eingesetzt worden.

Vor dem Amtsgericht mussten sich nun drei Männer für das verantworten, was am 20. Juni 2018 am Uellendahl passiert sein soll. Laut Anklage soll ein Mann auf einen anderen zugefahren sein, der sich durch einen Sprung auf die Motorhaube gerettet habe. Die Anwohnerin sagte, sie habe vom Balkon aus beobachtet, dass das Auto losgefahren und kurz stehengeblieben sei – doch der Mann sei nicht zur Seite gegangen: „Die haben dann auch wirklich Gas gegeben, um die Person zu treffen.“

Die Staatsanwaltschaft wirft einem Angeklagten deshalb gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor, allen drei vorsätzliche Körperverletzung. Sie sollen sich mit Eisenstangen und einer Axt bewaffnet haben, um auf den angefahrenen Mann und dessen Vater einzuschlagen. Beide sollen Verletzungen erlitten haben, unter anderem eine klaffende blutende Schnittwunde am Kopf oberhalb der Schläfe.

Das Verfahren gegen zwei der Angeklagten wurde vom Gericht mit Einverständnis der Staatsanwaltschaft eingestellt; gegen den Mann, der am Steuer des Autos gesessen haben soll, wird die Verhandlung am 19. August fortgesetzt.

Schon am Vortag soll es Streit gegeben haben

Der Streit zwischen zwei Familien hat eine längere Vorgeschichte, auch am Tag zuvor soll es eine Auseinandersetzung gegeben haben. Bereits dort seien blutende Kopfplatzwunden fotografisch durch die Polizei dokumentiert worden, führte ein Verteidiger aus, ein Prozess am Gericht in Mettmann habe dazu stattgefunden. Er argumentierte, dass man somit nicht zweifelsfrei feststellen könne, welche Verletzungen am 20. Juni entstanden und somit Gegenstand der jetzigen Verhandlung seien.

Zum Einsatz berichtete ein Polizist: „Wir wurden hingerufen wegen Streitigkeiten, über Funk klang das recht ernst.“ Große Menschenmengen hätten im Eingangsbereich vor den Wohnhäusern gestanden und seien aufgeregt gewesen.

Die Anwohnerin ordnete die Eisenstange nicht den Angeklagten, sondern der anderen Gruppe zu und sagte, diese hätte sich ebenfalls nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Männer aus dieser Gruppe seien auch auf das Auto gesprungen, hätten gegen die Windschutzscheibe getreten und auf dem Dach gestanden.

Konkrete Personen könnte sie aber nicht mehr zuordnen: „Wer da was genau gemacht hat, kann ich nicht genau benennen. Das war ein Durcheinander, eine Ausnahmesituation.“ Außerdem kenne man nicht alle Nachbarn der großen Mehrfamilienhäuser am Röttgen so gut, und die Tat sei drei Jahre her.

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