3,3 Millionen Euro werden investiert

Naturfreibad Mirke soll im Juni 2024 eröffnen

Das Freibad Mirke ist eines der ältesten in Deutschland – es soll ein Naturfreibad werden. Entwurf: Pro Mirke
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Das Freibad Mirke ist eines der ältesten in Deutschland – es soll ein Naturfreibad werden. Entwurf: Pro Mirke

Wuppertaler Stadtrat entscheidet Anfang September

Von Manuel Praest

Wuppertal. Es gibt natürlich noch einige Unwägbarkeiten im Planungsprozess. Doch ein erster Zeitplan steht: Im Juni 2024 soll, wenn alles klappt, das Naturfreibad in der Mirke eröffnet werden. Dann sollen die Besucher Attraktionen wie eine Seilbahn über das Gelände genießen können.

Bis dahin muss also der Umbau des Freibades, das seit Jahren auf dem Trockenen liegt, dank des Engagements des Fördervereins Pro Mirke aber am Leben gehalten wurde, abgeschlossen sein. Das 3,3 Millionen Euro teure Projekt wird vom Bund gefördert, zehn Prozent Eigenanteil steuert die Stadt bei. Der Wuppertaler Stadtrat muss am 7. September über den Grundsatzbeschluss für das Projekt abstimmen.

Alexandra Szlagowski, Leiterin des Sport- und Bäderamtes, freut sich schon. „Ich finde, dass wir das in einem wirklich rasanten Tempo durchziehen und versuchen, alles möglich zu machen.“ Es gebe viel Unterstützung von allen Seiten, auch vom Fördergeber. „Im Portfolio der Wuppertaler Bäderlandschaft wäre das eine schöne Ergänzung“, ist Szlagowski überzeugt. Sie lobt die Zusammenarbeit mit Heiner Mokroß von Pro Mirke. „Der brennt wirklich dafür.“

Naturfreibad Mirke: Grundsatzbeschluss steht „endlich“ an

Gemeinsam mit Csilla Letay und anderen Mitstreitern kämpft Mokroß seit Jahren für die Zukunft des Areals in der Mirke als Naturfreibad. Auf eigene Kosten hatte der Verein eine erste Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben – die schließlich Grundlage für die Förderung wurde. Vor ein paar Monaten hatte es allerdings noch einmal Diskussionen gegeben. Die Stadtverwaltung haderte mit den noch offenen Haftungsfragen, auch schien fraglich, ob die Stadt den Eigenanteil stemmen könne und wolle. Nicht zuletzt der Druck aus der Öffentlichkeit und schließlich der Konsens in der Politik brachten das Projekt aber wieder auf Kurs.

Dass nun der Grundsatzbeschluss endlich zur Entscheidung ansteht, freut Yannick Bartsch, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg. Der „hohe öffentliche Druck“ habe sicher dazu beigetragen, dass auch die skeptischen Stimmen in der Stadtverwaltung eingelenkt hätten. „Umbau und Revitalisierung des Freibads Mirke zu einem Naturfreibad mit biologischer Wasseraufbereitung mit erweiterten kulturellen und Bildungsangeboten“ – so ist das Projekt überschrieben.

Ein Konzept, das weit über einen normalen Badbetrieb hinaus geht. Vielmehr soll auch der Parkcharakter des Areals hervorgehoben werden. So sind zum Beispiel „Natur-Labore“ vorgesehen, die optisch an skandinavische Gästehäuser erinnern und Platz für Material für das wissenschaftliche Experimentieren, kleine Naturversuche und das Werken mit Naturmaterialien bieten.

Die Eckdaten rund um das Konzept listet die Vorlage der Stadt auf, die jetzt die Runde durch die Gremien zieht. „Die ist eine gemeinsame Ausarbeitung von der Stadt und uns“, sagt Mokroß, der von einem „guten Ergebnis“ spricht. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, erinnert er an arbeitsreiche letzte Wochen. Gegenüber der ursprünglichen Konzeption habe es leichte Überarbeitungen gegeben. Aber unter anderem die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen habe bescheinigt, „dass das Ganze Hand und Fuß hat“, ist Mokroß stolz.

Naturfreibad Mirke: Ein Gutachten zu den Themen Lärm und Verkehr steht noch aus

Viele Tipps habe der Verein bekommen. Anpassungen bedurfte es trotzdem. So wurde der Start etwas nach hinten verschoben, eben auf 2024. Vorher werde es höchstens einen Testbetrieb geben, kündigt Mokroß an. Bauherr und Betreiber wird der Betreiberverein Pro Mirke sein. Ein Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt, der über 30 Jahre laufen soll, wird jetzt ausgearbeitet. In ihm sollen dann auch noch mal die Bedingungen zu Haftungs- und Gewährleistungsfragen und zur Betriebsverantwortung festgelegt werden, „nicht zuletzt vor dem Hintergrund der vom Fördergeber vorgegebenen Zweckbindung“, wie es in der Vorlage heißt. Für Oktober dieses Jahres ist der Projektstart geplant, die ersten Planungsaufträge sollen bis Ende des Jahres vergeben werden. Die eigentliche Sanierung des Bades soll im Oktober 2022 starten.

Das wäre keine Konkurrenz.

Heiner Mokroß über ein weiteres, geplantes Naturbad in Velbert

Laut Vorlage müssten nun aber auf jeden Fall noch Gutachten zu den Themen Lärm und Verkehr erstellt werden. Der Betrieb des Naturfreibades werde auf jeden Fall nur bis 21.30 Uhr laufen, damit die Abfahrt der Besucher bis 22 Uhr garantiert sei.

Dass nun auch in Velbert-Langenberg am Nizzabad in Zukunft ein Naturfreibad entstehen könnte, sieht Mokroß indes locker. „Das wäre keine Konkurrenz.“ Vielmehr begrüße er es, je mehr Bäder es gebe. Und das Einzugsgebiet für das Mirker Bad sei auch so groß genug, ist er überzeugt. Im nahen Umkreis lebten schon 50 000 Menschen. „So viel Zulauf von außerhalb brauchen wir dann gar nicht“, hofft er. In Mettmann gibt es bereits seit längerem ein Naturfreibad.

Hintergrund

1851 eröffnet, zählt das Bad zu den ältesten Freibädern in Deutschland. Der Verein Pro Mirke hat seit der Schließung 2012 den Betrieb auch ohne Becken sichergestellt.

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