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Nach Entlassung: Studenten starten Petition für Dozenten

Bergische Universität hatte auf Unbeherrschtheit reagiert.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Nachdem bekannt wurde, dass die Universität einen Dozenten von seinen Aufgaben entbunden hat, hat der Wissenschaftler gegenüber der Redaktion inzwischen berichtet, was zu seinem Rauswurf geführt hat. Er selbst könne die harte Reaktion nicht verstehen und ist nach eigenen Angaben „perplex“. In einem Kommentar zu einer Online-Petition, die Studierende gegen seine Entlassung initiiert haben, schreibt er, ihm tue seine Wortwahl leid. Und hätte er solche Konsequenzen erwartet, hätte er sich wohl gezügelt.

Nun erklärt er, er habe nach einem langen Tag in einer Nacht von Samstag auf Sonntag seinem Ärger über die Bürokratie des Landesbesoldungsamts in einer E-Mail Luft gemacht: „Ich war aufgrund jahrelangen Ärgers über die Lage der Universitäten und die übermäßige Bürokratie in unserem Land derart dünnhäutig, dass eine simple Aufforderung, ein paar Formulare nachzureichen, die ich meines Erachtens bereits geschickt hatte, mich zu einer derartigen Überreaktion brachte.“ In seiner E-Mail habe er die Beamten der Behörde mit beleidigenden Worten bezeichnet und dann die nicht ernst gemeinte Drohung formuliert: „Wenn mir nicht bald eine vernünftige Antwort kommt, schmeiß’ ich eine Bombe.“ Er sagt, das „war natürlich nicht ernst gemeint“. Am nächsten Morgen habe er umgehend eine Entschuldigungsmail geschickt.

Unbeherrschte Reaktionen begründen Entlassung

„Ich muss einräumen, dass ich mich nur für meine Wortwahl entschuldigte, nicht für die Kritik an der Bürokratie.“ Er habe niemanden beleidigen oder bedrohen wollen. In Bezug auf seine Drohung habe er geschrieben: „Das ist doch eine bekannte Redeweise, auf deren Ernstnahme ich ehrlich gesagt bislang gar nicht gekommen bin.“ Nach seiner Darstellung hat er zunächst einige Tage später eine schriftliche Rüge erhalten. Als seine Erklärungsmail dazu nicht zustellbar war, habe er in einer weiteren Mail die Beamten des Landesbesoldungsamts als „ekelhafte Petzen“ bezeichnet. Das habe wohl zu seiner Entlassung geführt. Sie sei mit seinen unbeherrschten Reaktionen begründet worden, die zeigten, dass er nicht in der Lage sei, seine pädagogischen Aufgaben zu erfüllen.

Uni-Rektor Lambert T. Koch hatte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern wollen. Mit einer Online-Petition wollen Studierende die Entlassung des „kompetenten, hilfsbereiten und vorbildlichen Dozierenden“ verhindern.

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