Jahreswechsel

Kein Böllerverbot an Silvester in Wuppertal

Der Preis fürs Feuerwerk wird dieses Jahr noch stabil bleiben, schätzt der Experte. Archivfoto: Christian Beier
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Wer noch Feuerwerkskörper im Keller hat, darf sie Silvester im privaten Rahmen zünden.

Kein Feuerwerk, keine Silvester-Bälle. Nach der Entscheidung des NRW-Gesundheitsministeriums am Donnerstag (16. Dezember) wird der Jahreswechsel auch in Wuppertal 2021 deutlich ruhiger - theoretisch.

Von Jonas Meister

Wuppertal. Ein Böllerverbot per se ist in Wuppertal nicht geplant. So ist es im Tal zwar nicht gewünscht, dass Raketen und andere Pyrotechnik gezündet werden, ausdrücklich verboten ist es aber auch nicht.

„Das Böllerverbot wird meistens mit den Böllerverbotszonen gleichgesetzt und die wird es in Wuppertal nicht geben“, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann. „Anders als etwa in Düsseldorf auf dem Burgplatz oder in Köln auf dem Bahnhofsvorplatz, die die jeweiligen Städte als Böllerverbotszonen deklariert haben, gibt es in Wuppertal keine Plätze, wo man sich an Silvester gesammelt zum Abbrennen von Pyrotechnik trifft.“

Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass es auf dem Platz am Döppersberg, vor den Rathäusern oder auf dem Laurentiusplatz keine Menschenansammlungen gegeben habe, die laut der Stadt in ihrer Größe eine solche Maßnahme rechtfertigen würde.

Das Verkaufsverbot für Feuerwerk, das der Bund gemeinsam mit den Ländern Anfang Dezember beschlossen hat und das jetzt auch in der neuen Coronaschutzverordnung festgeschrieben wird, gilt dagegen auch in Wuppertal. Das trifft vor allem die Hersteller wie die Nico Europe GmbH mit ihrem Firmenstandort in Ronsdorf hart.

„Wir machen 90 Prozent unseres Jahresumsatzes mit dem Verkauf von Silvesterfeuerwerk. Die restlichen 10 Prozent sind Großveranstaltungen, die nun im zweiten Jahr in Folge nur bedingt stattfinden konnten“, sagte Nico-Prokurist Nicolas Kandler.

Hauptziel des Verkaufsverbot ist, Verletzungen durch Feuerwerk zu verhindern, die in Kliniken behandelt werden müssten. So sollen die durch Corona schwer belasteten Krankenhäuser entlastet werden. Feuerwerkskörper, die vor dem Verkaufsverbot legal erworben wurden, dürfen im privaten Rahmen, etwa im Garten oder vor dem eigenen Haus, gezündet werden. Offizielle Feuerwerksveranstaltungen, die es in Wuppertal ohnehin nicht gibt, sind durch die neuen Regeln auch nicht erlaubt. Gleiches gilt für Tanzveranstaltungen und Bälle, wobei Clubs und Diskotheken aufgrund der weiterhin hohen Inzidenz in Wuppertal ohnehin geschlossen sind.

Aufseiten der Polizei laufen die üblichen Vorbereitungen. Wie jedes Jahr zu Silvester werden zwei Wochen lang wieder verstärkt Beamte im Einsatz sein, auch um die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen im Blick zu behalten. Dass passiert auch in Absprache mit dem Ordnungsamt, dessen Mitarbeiter in der Nacht ebenfalls im Einsatz sein werden.

Martina Eckermann erklärt: „Es wird in diesem Jahr wieder einen Sonderdienst des Ordnungsamtes geben.“ Normalerweise seien die Kollegen bis 22 Uhr im Dienst. „In der Neujahrsnacht wird der bis 3 Uhr ausgeweitet.“ So lange sei auch die Leitstelle des Ordnungsdienstes besetzt, um auf Anrufe von Bürgern zeitnah reagieren zu können.

Der Fokus der Kontrollen liege dabei auf Partys und Menschenansammlungen: „Wir bitten alle Wuppertaler, sich bei den Neujahrsfeiern auch in diesem Jahr rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst zu verhalten. Was traditionell bei uns in der Stadt an Silvester aber glücklicherweise ohnehin der Fall ist.“

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