Elite-Platz für erfahrene Sprayer

Graffitikünstler gestalten ihre „Hall of fame“ neu

Mark A. und sein Neffe konzentriert bei der Arbeit. Foto: Mark A.
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Mark A. und sein Neffe konzentriert bei der Arbeit.

An der Wuppertaler Nordbahntrasse kamen Menschen aus ganz Deutschland zusammen.

Von Rainer Widmann

Wuppertal. Der Wuppertaler Graffiti-Künstler Mark A. hat Künstler aus ganz Deutschland eingeladen, die bekannte Graffitiwand an der Nordbahntrasse neu zu gestalten.

Seine Motivation hier tätig zu werden war, dass viele Graffiti-Wände keine künstlerische Gestaltung aufweisen und nicht dem eigentlichen Anspruch einer „Hall of fame“ gerecht werden. Der Begriff „Hall of fame“ hat in der Graffiti-Szene eine spezielle Bedeutung. Es ist eine Art Elite-Platz für erfahrene Sprayer, die qualitativ besonders gut arbeiten.

„Ich sehe in vielen Städten, dass bestehende Werke an den Wänden der eigentlichen Inspiration in der Gestaltung hinterherhängen. Dem will ich gerne entgegenwirken.“ Er findet es schade, wenn vorhandene große Wände wie die „Hall of fame“ in Wuppertal, die eine Vorreiterrolle in der Stadt gespielt hat, nicht adäquat genutzt werden.

Werke zeigen Herkunftsort der Graffiti-Künstler

Gesagt, getan. Für eine große Erneuerungsaktion konnte Mark A. rund 40 Graffiti-Künstler aus zehn deutschen Städten gewinnen, um die 400 Meter lange Betonwand unterhalb der Brücke Briller Straße professionell und völlig neu gestalten zu lassen. So waren neben Künstlern aus Wuppertal und Solingen auch Menschen aus Bochum, Bremen, Dortmund, Essen, Koblenz und Köln oder auch Aschaffenburg, Bremen und Hamburg an der gelungenen Neukonzeption beteiligt. Jedes Team hatte 50 Quadratmeter zur Verfügung und es musste etwas Stadttypisches auftauchen.

So sieht die mit Graffiti-Kunst gestaltete „Hall of fame“ an der Nordbahntrasse aus.

Was nun an der Trasse entstanden ist, kann sich sehen lassen. Die Bezüge zu den jeweiligen Herkunftsorten der Künstler sind oft gut erkennbar, wenn zum Beispiel die Müngstener Brücke als Tattoo eine Männerbrust ziert. Es sind vielfach exzessive, oft dunkle und dystopische Werke entstanden. Meist figürlich, oder überdimensionale typographische Schriftdarstellungen mit Tiefenwirkung.

Die Entstehung der „Hall of fame“ hat Mark A. von Anfang an mitverfolgt. Damals, als diese 2013 nach einer Idee des inzwischen ebenfalls in ganz Deutschland aktiven Wuppertaler Graffiti-Künstlers Martin Heuwold erstmals künstlerisch gestaltet wurde.

Neugestaltung der „Hall of fame“ auf der Nordbahntrasse gefällt Künstler Mark A. gut

Lutz Eßrich, der zweite Vorsitzende der Wuppertalbewegung, waw, „ganz überrascht, dass so viele Menschen und Künstler zusammengekommen waren.“ Beeindruckt hat Eßrich, dass „sehr viel und sehr hochwertige Farbe verwendet wurde und alle Akteure dies in ihrer Freizeit und ehrenamtlich gemacht haben.“

Die Neugestaltung gefällt ihm persönlich sehr gut. Auch, weil die gesamte Grundfläche zunächst komplett mit einer schwarzen Grundschicht versehen wurde, so dass die alten Bilder komplett verschwunden sind und alles nun frisch und ansehnlich aussieht. „Ich finde, dass es viel schöner geworden ist“, meint Eßrich.

Gut war auch, dass die Aktion ohne größere Behinderungen des Trassenverkehrs ablaufen konnte. Dass die Akteure mit stabilen und professionellen Rollgerüsten gearbeitet haben, kam gut an. „Das hätte ich von den jungen Leuten gar nicht erwartet“, resümiert Lutz Eßrich. „Die Berücksichtigung der Sicherheitsaspekte und Freihaltung der Zufahrtswege für die Feuerwehr haben prima funktioniert,“ bestätigte auch der bei der Stadt Wuppertal für die Trasse zuständige Frank Berghoff vom Ressort Straßen und Verkehr.

Hintergrund

Mark A. verfolgt ein Ziel. Er hoffe, „dass weitere triste Wände in Wuppertal, durch eine ansprechende, interessante Gestaltung aufgewertet werden. Ich will in vielen Städten gut gemachte Graffitiwände initiieren, die als Inspirationsquelle für Jugendliche dienen können, damit graue Betonflächen schöner werden“.

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