Nachhaltigkeit

Farm soll regionale Lebensmittel produzieren

So könnte die Farm aussehen. Visualisierung: Hanna Bonekämper
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So könnte die Farm aussehen. Visualisierung: Hanna Bonekämper

Wuppertal. „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck“ stellt in Wuppertal die Pläne für „Close the Loop“ vor.

Von Leslie Jil Stracke

Was macht eine vitale Stadt aus? Und wie macht man eine Stadt möglichst nachhaltig? So lauten einige Kernfragen des Dachprojektes „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck – Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Quartiersentwicklung“ der Bergischen Gesellschaft. Insgesamt sieben Teilprojekte gehören seit Januar 2020 dazu. Am Donnerstag, knapp zwei Jahre später, konnte ein erstes der sieben Projekte in einer Videokonferenz erste Ergebnisse präsentieren. Name des Projektes ist „Close the Loop“.

„Unser Ziel war es, aus jedem dieser Produktionsschritte etwas zu haben, was in die menschliche Nahrungskette überführt werden kann.“

Sophia Kahl, Klimaquartier Arrenberg

Dahinter stecken Pascal Biesenbach, Sophia Kahl und Dennis Seelig vom Klimaquartier Arrenberg, Michael Reuter und Ingo Bläser von der Aquaponik Manufaktur sowie Roderich Garmeister und Rolf Morgenstern von der Fachhochschule Südwestfalen und der Fachhochschule Südwestfalen Soest. Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: eine urbane Farm zur nachhaltigeren Produktion von Lebensmitteln in Wuppertal.

„Wir wissen alle, es gibt einen Verbesserungsbedarf in dem, wie wir produzieren und auch konsumieren“, sagt Projektmanagerin Sophia Kahl. Sie betont vor allem die momentane Lage, die die Produktion von Nahrungsmitteln aufgrund des Klimawandels und etwa überfischten Weltmeeren stetig erschwere. „In den nächsten Jahren wird sich einiges verändern und auch jetzt haben wir schon einen erhöhten Bedarf nach konkreten neuen, innovativen Lösungen.“

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Durch das Projekt soll die Produktion von Nahrungsmitteln ökonomischer werden

Fokus des Projektes sei dabei, ein „urbanes und kreislaufbasiertes Farmkonzept zur ökonomischen und ressourcenschonenden Produktion von Nahrungsmitteln zu entwickeln, um nachhaltige und gesunde Ernährung zu ermöglichen“, so Kahl.

Das Projekt folge dabei, wie der Name es schon erahnen lässt, einem Kreislaufprinzip. Dieses folge immer zwei Prämissen: „Zum einen haben wir aus jedem Produktionsmodul, aus dem sich der Kreis zusammensetzt, Reststoffe, die als Ausgangsmaterial dienen für den nächsten Produktionsschritt“, erläutert Kahl. „Unser Ziel war es gleichzeitig, aus jedem dieser Produktionsschritte etwas zu haben, was in die menschliche Nahrungskette überführt werden kann.“

Die Basis bilde die sogenannte Aquaponik – so nennt sich die Zusammensetzung aus Aquakultur, der Aufzucht von Fischen im Wasser, und Hydroponik, der Aufzucht von Pflanzen im Wasser. Trotz innovativer Methoden sei die Zusammenarbeit mit der klassischen Landwirtschaft aber sehr wichtig. „Wir wollen nicht sagen, wir sind die Heilsbringer der ausgewogenen Ernährung in der Zukunft, sondern möchten bewusst darauf hinweisen, dass wir uns als Ergänzung verstehen und dass die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Stadt und Land immer da sein soll“, so Kahl.

Farm soll kein anonymes Gebäude werden

Um zu klären, welcher Ort in Wuppertal sich für die Erbauung einer solchen Farm anbietet und auch, wie diese am Ende aussehen soll, wurde das Team um die Masterstudentin der angewandten Nachhaltigkeit, Eva-Maria Goertz, und die Architektin Hanna Bonekämper ergänzt.

So solle die Farm am Ende nicht nur ein anonym erscheinendes Gebäude bleiben, sondern in den städtischen Kontext eingebunden werden und auch den Bürgern in Form von Gastronomie- und Marktplatzangeboten sowie Besichtigungs-Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. „Was wir nun brauchen, ist ein Standort, eine Fläche oder ein Gebäude, auf dem wir uns austoben können, mutige Politik und innovative Kommunen.“

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