Mobilität

Wuppertal errichtet zweite Fahrradstraße

Die Neue Friedrich Straße in Elberfeld wird zu Fahrradstraße.
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Die Neue Friedrich Straße in Elberfeld wird zu Fahrradstraße. Foto: Stefan Fries

Oberbürgermeister sieht notwendigen Wandel der Mobilität.

Von Marvin Rosenhoff

Wuppertal. Die Arbeiten zur Umgestaltung der Neuen Friedrichstraße in der Elberfelder Nordstadt zur Fahrradstraße haben begonnen: In den nächsten drei Wochen sollen die notwendigen Markierungs- und Beschilderungsarbeiten laut Stadtverwaltung abgeschlossen sein. Beginnend an der Ecke Mirker Straße bis zur Ecke Karlstraße am Rande der Elberfelder Innenstadt haben Radfahrer auf der Neuen Friedrichstraße sowie der Friedrichstraße dann grundsätzlich Vorrang. Sie dürfen die Straße in beide Richtungen befahren – auch nebeneinander – und haben bis auf die Kreuzung Wiesenstraße an allen Kreuzungen Vorfahrt. Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer dürfen die Straße zwar weiterhin nutzen, für sie gilt aber eine Einbahnstraßenregelung.

Können sie nicht mit einem Mindestabstand von anderthalb Metern überholen, müssen Kfz sich der Geschwindigkeit der Radfahrer anpassen. Auf dem gesamten Abschnitt gilt Tempo 30.

Ein Meilenstein auf dem Weg zu moderner Quartiers- und Mobilitätskultur.

OB Uwe Schneidewind (Grüne)

Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind (Grüne) bezeichnete die Einrichtung der Fahrradstraße bei der Eröffnung der Baustelle als „einen Meilenstein auf dem Weg zu einer modernen Quartiers- und Mobilitätskultur.“ Er sei froh, dass dieser Schritt nun endlich gegangen werde. „Die Fahrradstraße wird die Qualität des Quartiers steigern“, ist sich Schneidewind sicher. Ihm sei aber durchaus bewusst, dass es in den kommenden Wochen noch Diskussionsbedarf geben werde. Vor allem die vorgesehene Reduzierung der Parkmöglichkeiten für Pkw dürfte dabei für Zündstoff sorgen. Auf der neuen Fahrradstraße darf zukünftig nur noch auf gekennzeichneten Flächen geparkt werden. Gab es bisher auf dem gesamten Abschnitt noch 95 Pkw-Stellplätze, wird sich deren Anzahl nach Umsetzung der Fahrradstraße auf 35 reduzieren – inklusive zweier Ladezonen. Das teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage mit.

An welchen Stellen das Parken auf der Fahrradstraße für Autos weiterhin erlaubt bleiben wird, will die Stadt auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Bereits vorhandene Behindertenparkplätze seien davon allerdings nicht betroffen. Zusätzlich würden auf der Strecke 14 Radbügel installiert, die Abstellmöglichkeiten für 28 Fahrräder bieten sollen.

„Natürlich wirft das bei den Leuten, die hier leben, Fragen auf und es wird auch Kritik geben“, sagt Verkehrsdezernent Frank Meyer. „Aber ich bin mir sicher, dass sich das einpendelt.“

Auch Norina Peinelt, Beauftragte für den nicht motorisierten Verkehr bei der Stadt Wuppertal, ist überzeugt, dass sich die Lage rasch entspannen wird. „Die Parkplatzsituation hat sich in den letzten drei Jahren durch die von den Stadtwerken durchgeführte  Kanalsanierung auf der Strecke ohnehin verändert“, sagt sie. „Die Leute sind es gewohnt, dass hier nicht mehr überall geparkt werden kann.“

Der Elberfelder Bezirksbürgermeister Thomas Kring (SPD), der die Einrichtung der Fahrradstraße mit Beschluss der Bezirksvertretung im Jahr 2019 auf den Weg gebracht hatte, vermisst dennoch ein umfassendes Parkraumkonzept vonseiten der Stadt. „Es ist natürlich toll, dass die Fahrradstraße jetzt Realität wird“, sagt er. „Aber mit Blick auf das fehlende Parkraumkonzept für die Anwohner müssen wir noch am Ball bleiben.“

Der liege mittlerweile allerdings nicht mehr bei der Stadtverwaltung, sondern bei der Politik, erklärt Verkehrsdezernent Meyer. „Unser Dezernat hat bereits entsprechende Anträge für die Finanzierung eines solchen Konzepts gestellt. Jetzt warten wir darauf, dass sie bewilligt werden“, so Meyer. Die neue Fahrradstraße zwischen Mirker Quartier und Elberfelder City ist neben der Luisenstraße die zweite in Wuppertal. Laut Bezirksbürgermeister Thomas Kring habe ihre Realisierung stets in enger Absprache mit der Bürgerschaft stattgefunden. „Es gab natürlich divergierende Interessen, aber die meisten haben die Umgestaltung der Neuen Friedrichstraße für sinnvoll erachtet“, sagt er.

Aber: „Es gab im Vorfeld keine Absprache mit der Bezirksvertretung, dabei handelt es sich um eine rein bezirkliche Straße“, so Kring. „Wir hätten uns außerdem eine festlichere Begehung unter Einbeziehung der Menschen aus dem Quartier gewünscht.“

Fahrradstraße

Die neue Fahrradstraße Neue Friedrichstraße/Friedrichstraße soll in etwa drei Wochen fertig eingerichtet sein. Sie darf zwar dann noch von Pkw befahren werden, aber Fahrradfahrer genießen Vorrang. Die Kosten für die notwendigen Beschilderungs- und Markierungsmaßnahmen belaufen sich laut Stadt auf schätzungsweise 28 000 Euro.

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