Nahverkehr

Schwebebahn: Wuppertal diskutiert Alternative zum Ersatzverkehr

Wer mit der Schwebebahn fahren möchte, hat dazu ab kommender Woche bis voraussichtlich Sommer 2021 nur samstags und sonntags die Gelegenheit. Archivfoto: Roland Keusch
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Wer mit der Schwebebahn fahren möchte, hat dazu ab kommender Woche bis voraussichtlich Sommer 2021 nur samstags und sonntags die Gelegenheit. 

Eine Umweltspur für die Zeit, in der die Schwebebahn nicht fährt, scheint ausgeschlossen.

Von Maren Boots

Wuppertal.  Ab dem 12. August müssen die Menschen in Wuppertal an Werktagen auf die Schwebebahn verzichten, stattdessen auf Ersatzverkehr umsteigen. Viele ÖPNV-Nutzer fürchten eine erhöhte Verkehrsbelastung und volle Busse – auch, weil sie sich noch an überfüllte Ersatzverkehr während der letzten Schwebebahn-Zwangspause im vergangenen Jahr erinnern. Dazu darf es in diesem Jahr auch mit Blick auf die Corona-Pandemie nicht kommen. Deshalb wird in der Stadt über Alternativen zum Ersatzverkehr diskutiert – Umweltspur, eine zusätzliche Busspur und die Forcierung der geplanten Radspur sind drei Beispiele dafür.

Initiative fordert Busspur mit grüner Welle

Christian Wolter von der Initiative Mobiles Wuppertal sieht den Ausfall der Schwebebahn als „Weckruf für den Nahverkehr“, man könne nun einen Plan für den flächendeckenden und beschleunigten ÖPNV in der gesamten Stadt entwerfen. Die Initiative fordert eine durchgehende Busspur auf der B7, damit die zusätzlichen Fahrzeuge bei gleicher Taktung nicht länger brauchen als geplant. „Wenn die Ampeln dann noch so geschaltet würden, dass der Bus ohne rote Welle durchfahren kann, wäre der Grundstein für eine Verbesserung bereits gelegt.“

Die Stadt will an den Ampelschaltungen arbeiten

Auch der OB-Kandidat der Linken, Bernhard Sander, hält es für wichtig, den Aufenthalt in Bussen unter Coronabedingungen zu verkürzen. Daher fordert er ebenso wie die Grünen eine Umweltspur auf der Talachse, damit der Schwebebahnexpress vernünftig funktioniert. Diese soll für Busse, Taxen und Elektro-Fahrzeuge gleichermaßen befahrbar sein ebenso wie für Fahrradfahrer. „Die Strecke kann schnell farblich markiert werden, um sie zügig auch baulich abzusichern.“

Die FDP hingegen hält dies für utopisch: „Dann müsste man ja in ganz Wuppertal Umweltspuren einrichten, damit kein Rückstau auf der B7 entsteht“, so René Schunck, verkehrspolitischer Sprecher der FDP. Er halte den Einsatz von mehr Ersatzbussen, die dem aktuellen Klimastandard entsprechen und klimatisiert sind, für plausibler. „Die WSW müssen zusätzlich alles Menschenmögliche tun, damit in diesem einem Jahr alle Schäden repariert werden, einfach auch, um die Akzeptanz in der Bevölkerung wiederherzustellen.“

Sedat Ugurman (SPD) schreibt: „Ich unterstütze die Forderungen unseres Oberbürgermeisters Andreas Mucke, der ‚kurzfristige Lösungen von den WSW sowie einen umfassenden und reibungslosen Schwebebahnersatzverkehr’ gefordert hat.“

CDU will die Ticketpreise senken

Auch die CDU hofft auf verlässliche Alternativen ohne größere Anlaufprobleme. Fraktionsvorsitzender Ludger Kineke hält eine Reduzierung der Fahrpreise im Bahnverkehr ebenfalls für erforderlich.

Stadt sieht Umweltspur kritisch, will Verkehrsfluss aber verbessern

Umweltspuren, Busspuren oder einen Radweg auf dem historischen Teil der B7 werden von der Fachverwaltung der Stadt Wuppertal allerdings sehr kritisch gesehen. „Der dort gut fließende Gesamtverkehr würde erheblich gestört und zusätzlicher Platz ist nicht vorhanden“, gibt Wuppertals Stadtsprecher Thomas Eiting zu bedenken. Daher sei die oberste Priorität die Umstellung der Ampelschaltungen auf der B7, die den ÖPNV bevorzugt und den Verkehr insgesamt besser fließen lässt. Das soll für Entlastung sorgen.

Um dies noch weiter zu begünstigen, werden alle Baustellen auf der Talachse der B7, die nicht unmittelbar der Sicherheit dienen, auf die Zeit nach dem Schwebebahnausfall verschoben.

Die WSW arbeitet derzeit noch an dem Konzept des Ersatzverkehrs und der Wuppertaler Verkehrsausschuss wird sich am 20. August noch einmal zusammensetzen, um das Thema zu beraten.

Schwebebahn

Wegen Problemen mit den Rädern muss die Schwebebahn nachgerüstet werden – voraussichtlich bis Sommer 2021. Wer eine Schwebebahnfahrt unternehmen will, kann dies ab 12. August nur noch an den Wochenenden. In der Woche steht die Schwebebahn still. Ersatzbusse pendeln über die Strecke; die Haltestellen befinden sich nahe der Schwebebahn-Haltepunkte.

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